Tankrabatt endet um Mitternacht – Doch um 12 Uhr mittags schoss der Literpreis um bis zu 30 Cent

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Stau vor der Tankstelle in Holzwickede-Hengsen gegen 11.35 Uhr am 30. Juni. 25 Minuten später war es vorbei mit dem verbilligten Sprit. (Foto Frank Brockbals)

Nach zwei Monaten läuft am heutigen Dienstag, dem 30. Juni, um Mitternacht der Tankrabatt aus.

Das konnte man am Vormittag etwa in Holzwickede-Hengsen besichtigen, wo sich der Autoverkehr von der dortigen Tankstelle bis in den Hengser Kreisel zurückstaute und weiter auf der Straße entlang.

Ab Mittwoch, 1. Juli, gilt entsprechend wieder die alte, höhere Steuer auf Benzin und Diesel. Das macht rund 17 Cent mehr pro Liter aus. Aber schon um 12 Uhr mittags – dem einzigen Zeitpunkt binnen 24 Stunden, an dem Tankstellen die Preise erhöhen dürfen.

An der Capalm-Tankstelle an der B1 in Unna-Hemmerde war diese Entwicklung in der ersten Tageshälfte eindrucksvoll zu besichtigen: Kostete der Liter E5 Normalbenzin am Morgen um 7.30 Uhr noch 1,86 Euro, schoss der Literpreis um 12 Uhr mittags um gleich 20 Cent nach oben. Auf 2,06 Euro verharrte er zunächst.

Der Automobilclub ADAC hatte das genau so erwartet. Eigentlich, so der Club, sollten Diesel- und Benzinpreis unter der Zwei-Euro-Marke liegen, denn der Ölpreis ist aufgrund des beendeten Irankriegs gesunken.

Dass die Tankstellen noch am letzten Rabatt-Mittag noch einmal kräftig die Preise erhöhen würden, hatte der ADAC vorausgesehen. Denn viele Tankstellen würden sich einen kleinen Puffer einbauen – sie können nach dem Ende des Rabatts um Mitternacht ja nicht direkt wieder die Preise anheben, sondern erst wieder am Mittag.

Dem ADAC zufolge hat der Tankrabatt den Autofahrern in den zwei Monaten seines Bestehens durchschnittlich 20 bis 30 Euro eingespart. Für Pendler, so der Club, machte sich das schon bemerkbar. Im Endeffekt müsse der Autofahrer bei den hohen Spritpreisen entlastet werden.

Da die Regierung den Tankrabatt jedoch nicht wiederholen will, bleiben Benzin und Diesel jetzt voraussichtlich auch in der Urlaubszeit auf hohem Niveau. In drei Wochen startet das bevölkerungsreichste Bundesland in die Sommerferien. Der ADAC fordert, dass es weitere Entlastungen für die Verbraucher gibt: Wenn dies denn nicht per Tankrabatt möglich sei, dann sollten zumindest die Energiepreise gesenkt werden.

Viele tankten außerdem immer noch E5 aus Angst, dass E10 den Motor kaputt mache. E10 sei jedoch 5 bis 6 Cent billiger als E5, und fast alle Autos ab Baujahr 2010 könnten problemlos mit E10 befüllt werden.

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