Nicht mit Gesundheitsamt abgestimmt: Stadt Unna muss Sprühnebeldusche schon wieder trockenlegen

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Der Unnaer Rathausplatz an einem Hochsommertag in der prallen Sonne. (Foto RB)

Die Test-Sprühnebeldusche hat nach einer Woche schon wieder ausgenebelt. Ausgerechnet an den aktuell noch einmal rekordheißen Hochsommertagen bleibt die neueste Abkühlungs-Errungenschaft in der Unnaer City staubtrocken. Bzw. sie wurde abgebaut und wird nicht wieder aufgebaut.

Die Stadtverwaltung macht dafür eine Abstimmungspanne mit dem Kreisgesundheitsamt verantwortlich.

In einer verdrechselt formulierten Pressemitteilung vom heutigen Freitagmittag, 14. August (37 Grad sind bis nachmittags noch angekündigt), bemüht sich das Rathaus zu erklären, wieso es mit der Abkühlung auf dem gänzlich schattenfreien Rathausplatz schon wieder vorbei ist.

Am 5. August präsentierte das Social Media Team auf der städtischen Facebookseite Unna.de mit flotter karibischer Musik unterlegt ein Sprühnebelduschenvideo und feierte sich für die Idee gebührlich selbst.

Screenshot von der Facebookseite Unna.de vm 5. August 2026.

Nur 6 Tage später wurde „Coolbreeze“ plötzlich schon wieder abgeschaltet.

Dies diesmal stillschweigend ohne flottes Video auf Social Media und überhaupt ohne jedwede Erklärung der städtischen Presseabteilung.

Die folgte erst heute, am 14. August.

Es gab demzufolge – das steht erst im letzten Absatz der Mitteilung – einen „Wechsel bei den Projektbeteiligten“ der Nebeldusche und in Folge ein „Abstimmungsversäumnis mit dem Gesundheitsamt“. Dieses ist bei der Kreisverwaltung angesiedelt.

Aus der wortreichen Erklärung der Stadt lässt sich verklausuliert herauslesen, dass im Vorfeld versäumt wurde, das Wasser dieser öffentlichen Dusche vor Inbetriebnahme vorschriftsgemäß hygienisch untersuchen zu lassen. Denn wer sich damit erfrischt, bekommt freiwillig oder unfreiwillig auch feinste Tröpfchen in den Mund, womit das Wasser die Vorgaben für Trinkwasser erfüllen muss.

Wann das genau auffiel, erschließt sich aus der Erklärung der Verwaltung nicht. Jedenfalls ist die Nebeldusche schon seit mehreren Tagen abgestellt.

Am Dienstag, 11. August, noch vor den angekündigten Ü30-Grad-Tagen, lagen laut Stadt die Ergebnisse der Wasserprobe vor. Denmach habe die untersuchte Probe „bei allen untersuchten Parametern die Anforderungen der Trinkwasserverordnung erfüllt“.

Den Bericht habe die Stadt unverzüglich ans Kreisgesundheitsamt weitergeleitet. „Die zuständigen Fachabteilungen stehen miteinander in Kontakt“, wird seitens des Rathauses versichert.

Jedoch:

„Eine abschließende fachliche und technische Bewertung des Gesamtbetriebes durch das Gesundheitsamt konnte wegen der zunächst noch fehlenden Unterlagen noch nicht vorgenommen werden.“ Heißt, dass der Kreis den Betrieb der Anlage derzeit nicht genehmigt.

Denn: Die Probe wurde laut Stadt aus der Wasserführung vor der vorgesehenen Filterung und vor der Erzeugung des Sprühnebels entnommen. „Der Laborbericht bewertet daher ausschließlich die untersuchte Wasserprobe an dieser Entnahmestelle. Eine Untersuchung des erzeugten Sprühnebels war mit den Möglichkeiten des beauftragten Labors nicht durchführbar.

Für eine künftige erneute Inbetriebnahme muss die Stadt daher auch den Sprühnebel noch gesondert untersuchen lassen. Das kann nur durch ein entsprechend ausgestattetes Labor geleistet werden und „unter besonderer Berücksichtigung des Gesundheitsschutzes“ erfolgen.

Aber nicht mehr in diesem Jahr, so das Rathaus:

„Eine solche Untersuchung und die dafür erforderliche Wiederinbetriebnahme wären mit einem zeitlichen und finanziellen Aufwand verbunden, der aus Sicht der Stadt nicht in einem angemessenen Verhältnis zur verbleibenden Restlaufzeit der Nebeldusche steht.“

Die am Dienstag trockengelegte Nebeldusche wird daher nicht wieder eingeschaltet.

„Für die Entnahme einer Sprühnebelprobe müsste die Anlage zunächst wieder in Betrieb genommen werden“, erläutert die Stadt das Procedere. Zwei Tage dauert die Auswertung. Die Nebeldusche könne deshalb frühestens Ende nächster Woche wieder für Erfrischung sorgen. Zum Stadtfest am ersten Septemberwochenende muss sie dann wieder abgebaut werden.

„Damit blieben nur noch wenige Betriebstage bis Ende August.“ Daher habe die Stadt Unna entschieden, den Pilotbetrieb der Nebeldusche vorzeitig zu beenden, „zumal ab Montag deutlich niedrigere Temperaturen zu erwarten sind.“

Dies ersetze nicht die abschließende fachliche Bewertung des Gesundheitsamtes.

Ergänzend fügt die Verwaltung an: „Die Anlage wurde der Stadt Unna für die Testphase kostenfrei zur Verfügung gestellt.“

Quelle: PM Stadt Unna

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