Taubenturm auf Westfriedhof: Grüne und CDU schlagen Stadttaubenkonzept nach „Augsburger Vorbild“ vor

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Stadttaube in Unna - Foto Rinke

Die Entwicklung eines Stadttaubenkonzepts beantragt die Projektgemeinschaft aus B90/Grünen und CDU im Unnaer Stadtrat. Das Konzept soll sich an dem der Stadt Augsburg orientieren.

Die beiden Fraktionen schreiben:

„Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

die Fraktionen CDU und Bündnis 90/Die Grünen im Rat der Kreisstadt Unna beantragen, der Rat möge beschließen:
Die Verwaltung wird beauftragt, ein Stadttaubenkonzept nach Augsburger Vorbild zu entwickeln. Die bisher eingegangen Hinweise zu Standorten im Bereich der Innenstadt sollen geprüft und Gespräche mit den Eigentümern aufgenommen werden. Ziel des Stadttaubenkonzepts soll die Errichtung eines innenstadtnahen Taubenschlags sein.

Begründung

Stadttauben sind Nachkommen entflogener Haustauben, die wie andere Tiere durch das Tierschutzgesetz geschützt sind. Sie sind inzwischen die „Haustiere“ der Städte und gehören zum Stadtbild. Durch große Stadttaubenschwärme in den Innenstädten fühlen sich viele Menschen insbesondere durch ihren Kot belästigt.

Sie ernähren sich von ungesunden Essensresten und durch ihren angezüchteten Brutdruck vermehren sie sich unkontrolliert. Der Tierschutzverein Unna kümmert sich um viele kranke und verletzte Tiere und formulierte kürzlich einen Hilferuf mit der Bitte um Unterstützung ihrer Bemühungen.

Mit einem Stadttaubenkonzept soll der Umgang mit Stadttauben und die damit einhergehenden Probleme in Unna auf tierfreundliche Weise nachhaltig gelöst werden.

Wichtigster Bestandteil soll die Errichtung eines Taubenschlags in der Nähe der Innenstadt sein. Hier können die Gelege der Tauben durch Eier-Attrappen ersetzt werden und die Tauben können an einen festen Standort gewöhnt werden. Dadurch kann die Anzahl der Tauben in Unna gezielt und auf tierfreundliche Art und Weise kontrolliert und eingedämmt werden. Auch die Tauben selbst profitieren davon, weil sie nicht dem Stress der falschen Fütterung und der Vertreibung ausgesetzt sind.

Ein konkreter erster Vorschlag ist die Aufstellung eines Taubenturms auf dem Westfriedhof. Aus Sicht der Friedhofsleitung (SBU) spricht nichts gegen diesen Standort.

Tauben halten sich bei tiergerechter Betreuung vorrangig im Taubenschlag auf anstatt in den Straßen. Maßnahmen wie die regelmäßige Pflege, Reinigung und Desinfektion des Taubenschlages durch den Tierschutzverein Unna e. V. garantieren dabei die Gesundheit der Stadttauben. Mitglieder des Tierschutzvereins haben hierfür bereits signalisiert, alle erforderlichen Maßnahmen von Errichtung bis Unterhalt des Taubenschlags zu begleiten.

Verschiedene Städte haben zusätzlich zu verbesserten Haltungsformen die Fütterung von sogenanntem „R12-Mais“ („Taubenpille“) in Erwägung gezogen. Die Stadtverwaltung wird beauftragt, diese Möglichkeit für das Stadttaubenkonzept zu prüfen.

Zusätzlich zum deutlich verbesserten Tierwohl wird die gerade erst sanierte Innenstadt durch die verbesserte Haltung geschont und nicht direkt wieder verschmutzt.

Jahr für Jahr werden für Taubenabwehrmaßnahmen in der Unnaer Innenstadt von privater Seite viele tausend Euro investiert, um die Tauben zu vergrämen – leider erfolglos. Von den Folgekosten für die Reinigung von Gebäuden und Plätzen ganz zu schweigen.

Taubenschläge oder Taubentürme erfordern Investitionen von ca. 5.000 € bis 25.000 €, die Fütterung der Tauben wäre mit ca. 3.000 € pro Standort/Jahr zu veranschlagen. Neben der Finanzierung durch die öffentliche Hand und durch privates Engagement hat sich auch der Tierschutzverein Unna bereit erklärt, einen Teil der Finanzierung zu übernehmen.

Quelle: PM Die Grünen Unna

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