„So kann man eigentlich kein Kanzleramt führen“: Miersch muss im ZDF seine Unnaer Merz-Attacke erklären

0
94
Matthias Miersch, Bundesfraktionschef der SPD, musste seine verbalen Attacken auf den Kanzler am vorigen Dienstag in Unna jetzt auch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen erklären. (Screenshot: ZDF Berlin Direkt)

„So kann man eigentlich kein Kanzleramt führen.“ Sagte der zweitmächtigtste Sozialdemokrat des Landes, Bundesfraktionschef Matthias Miersch, am Dienstagabend voriger Woche beim Talk „Auf dem Roten Sofa“ im Tanzcenter kx in Unna.

Nachdem die öffentlich Aussage durch die exklusive Berichterstattung des Rundblicks Unna am Folgetag medial die Runde machte und zuerst von der BILD-Zeitung und anschließend von zahlreichen weiteren Publikationen verbreitet wurde, sah sich Matthias Miersch am Sonntagabend auch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen mit seiner Attacke auf den Kanzler konfrontiert.

In der ZDF-Polit-Sendung „Berlin direkt“ griff die Modertorin die Kanzlerschelte in der Unnaer Provinz auf und konfrontierte den SPD-Frakti8onschef damit. Ein solcher Anwurf gegen den Kanzler des Koalitionspartners sei ja eigentlich schon „eine harte Nummer“, musste sich Miersch vorhalten lassen.

Er war sichtlich bemüht, entspannt wirkend zu beschwichtigen.

Matthias Miersch in der Sendung „Berlin direkt“ am Sonntagabend, 3. Mai. (Screenshot: ZDF Berlin Direkt)

Nein, er habe Friedrich Merz keine Unfähigkeit attestieren wollen, bemühte sich der SPD-Politiker zu versichern. Seine Aussage sei „im Kontext“ zu verstehen und einzuordnen.

Er habe mit seiner Aussage (deren wörtliche Zitierung er nicht bestritt) sein Unverständnis über Merz´ Behauptung deutlich machen wollen, die staatliche Rente sei künftig „bestenfalls noch eine Basisabsicherung“. Denn das Wort des Bundeskanzlers habe schließlich Gewicht.

Keineswegs habe er dem Kanzler grundsätzliche Unfähigkeit zum Kanzler vorwerfen wollen.

Er habe sich mit Merz ausgesprochen, beeilte sich Matthias Miersch dann weiter zu versichern. Was er ihm denn gesagt habe, wollte die Moderatorin wissen? Das wollte Miersch nicht sagen, verwies auf das „vertrauliche Gespräch“. Er wich sich auf die nachbohrenden Fragen in die Erklärung aus, der „Kontext“, in dem seine Aussage an jenem Abend in Unna gefallen sei, sei eine „Parteiveranstaltung“ gewesen.

Hinter dem Gesprächsformat „Das rote Sofa“ verbergen sich von der Unnaer SPD veranstaltete regelmäßige Talk-Abende mit wechselnden Gästen aus der SPD. Anders als von Miersch behauptet handelt es sich allerdings nicht um klassische geschlossene „Parteiveranstaltungen“, sondern um offene Talks, die allen interessierten Bürgern und auch der Presse zugänglich sind. Die war dann auch da – von Miersch auf dem roten Sofa offenbar unbemerkt.

Die Sendung Berlin Direkt mit Mierschs Erklärung zu seinem Auftritt in Unna findet sich in der ZDF-Mediathek.

Unseren Bericht über den Abend auf dem Roten Sofa finden Sie HIER.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here