Unna – die Stadt, die für Hunderttausende Steuer-Euro neue Verweiloasen eröffnet und vorhandene verwahrlosen lässt

4
1332
Grelles Geschmier im "Bürgergarten am Morgentor" (oben), Verfall und Vandalismus im direkt angrenzenden Stadtgarten. Fotos: RB / 10. April 2026.

Ein Meinungsbeitrag unserer Redaktion.

Eine Feststellung nach einem kurzen Spaziergang am heutigen Freitagnachmittag nach Ostern durch die Unnaer City. Unna ist die Stadt, die es wie keine andere uns bekannte Kommune zur Perfektion bringt, ständig neue „Verweilflächen“ für Zighunderttausende Steuergeld neu zu eröffnen und die bereits vorhandenen zeitgleich der Verwahrlosung preiszugeben.

Vom Kurpark in Königsborn reden wir hier mal nicht, sondern hier soll es einzig um die Kern-City unmittelbar an der Fußgängerzone gehen. Hier baut die Stadt ab Montag den sogenannten „Minette Pötter Park“ (ehemalig Schulstraßenparkplatz, dann gescheitertes Experiment „Reallabor“) wie berichtet für zunächst 470.000 Euro Geld vom Steuerzahler zum „Piko Park“ um und weiß noch nicht bzw. auf einmal nicht mehr, wieviel Geld davon aus der eigenen städtischen Haushaltskasse beizusteuern ist, damit Fördergeld fließt.

Aus städtischer Sicht ist das letztlich unerheblich, da sowohl Fördergeld als auch städtisches Haushaltsgeld vom Bürger erwirtschaftet werden, dem man als Nächstes dann in der Ratssitzung am 22. April erstmal die Grundsteuer erhöhen wird.

Während die Stadtspitze und die ihr devot ergebene politische Ratsmehrheit bereits die nächste Verweiloase in der City feiern, beginnt die vor zwei Jahren mit viel Prominenz eröffnete Oase am anderen Ende der City – der 1,6 Mio. teure „Bürgergarten am Morgentor“ – bereits schleichend vor sich hin zu verwahrlosen.

Damit folgt er, was leidlich vorauszusehen war, dem Schicksal seines direkt angrenzenden Nachbarns Stadtgarten, Unnas mit Abstand größter Verweilfläche in der City, die von Stadt und Politik schon vor Jahren bis Jahrzehnten aufgegeben wurde und bei der Diskussion um ständig neues Grün und immerzu mehr Verweilmomente in der Innenstadt inzwischen einfach nur noch peinlich totgeschwiegen wird.

Verweilen möchte im Stadtgarten schon längst nur noch eine Klientel, mit der der durchschnittlich furchtsame Bürger nicht länger verweilen möchte als unbedingt nötig, was jüngst auf die Spitze getrieben wurde von der Feststellung der hiesigen SPD, dass der Bürger diese Verweilfläche noch nicht einmal schnell durchradeln möchte – auf dem dafür vorgesehenen Radring, der durch den Stadtgarten und damit – oha – durch einen „Angstraum“ führt, haben die Genossen und mit ihnen die Stadt vor einigen Wochen plötzlich beobachtet.

Deshalb soll der Bürger auf Wunsch der Genossen künftig nach Einbruch der Dämmerung wieder mitten durch die Fußgängerzone E-biken und radeln dürfen. Die 50.000 Euro, die bisher für die Herstellung des Innenstadt-Radrings ausgegeben wurden, waren ja auch bloß Steuergeld, also vernachlässigbare Ausgaben.

Fortsetzung folgt – man darf leider davon ausgehen.

  • Silvia Rinke

4 KOMMENTARE

  1. Keine schönen Bilder. Da scheint man sich in Unna
    der Verantwortung und Pflege dieser sinnlosen (ausser für Penner und Alkis und Dealer) Stücke Erde bewusst zu sein. Vielleicht doch Parkplätze? So macht das wirklich keinen Sinn!

    • Leider ist es im Vergleich zum vergangenen Jahr tatsächlich sichtbar schlimmer geworden. Dieses Farbgeschmier grassiert. Einladend wirkt das tatsächlich schon jetzt nicht mehr.

  2. Neue Projekte lassen sich prima neu eröffnen und die Politik kann sich feiern lassen. Diese aber dann instand zu halten, bringt ihnen keine Aufmerksamkeit.

    Mit denen die uns lenken, egal ob im Kleinen oder als Bundesregierung bin ich nach der letzten Wahl endgültig fertig.

  3. So ist das wenn wider Vernunft politische Entscheidungen durch Ideologie und Mainstream beeinflusst und umgesetzt werden.

    Wenn großkotzig Wahlversprechungen getätigt werden die nach der Wahl „Geschwätz von gestern“ sind, speziell wenn sich Widerstand von kleinen, aber lautstarken Minderheiten regt.

    Wenn die Altparteien ihre Parteilinie, ihr Parteibuch vergessen und statt Realpolitik lieber linker als die Linken, grüner als die Grünen sein wollen.
    Egal ob im Bund, im Land oder in der Kommune.

    Wenn lieber Geld in prestigeträchtige Projekte, bei denen sich dann die Verantwortlichen bei Übergabe vor der Presse 30Minuten sonnen können, gesteckt wird als vorhandene Infrastruktur zu erhalten und zu verbessern.

    Eine Lösung wäre:
    Für den ARD-Deutschlandtrend stellte Infratest die Frage nach der persönlichen Belastung durch Steuern und Sozialabgaben. Ob sie zu hoch, für angemessen oder für zu niedrig sind.
    Die Mehrheit fast aller Parteien beantwortet sie mit: zu hoch.
    (Was auch statistisch bewiesen ist im weltweiten Vergleich)

    Allerdings sind >63 Prozent der Grünen-Anhänger der Meinung: die steuerliche Belastung ist angemessen, eher zu niedrig!
    Insofern fällt es den Grünen Wählern in Unna sicherlich leicht monatlich 400€ auf ein Sonderkonto bei der Stadt einzuzahlen.
    Somit sind alle Grünanlagen top und es besteht keine Notwendigkeit die Grundsteuer zu erhöhen.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here