„Projekt wird derzeit nicht ausgeführt“: Weitere Sanierung der Bummelzone auf der Bahnhofstraße in weiter Ferne

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Die Bahnhofstraße am nördlichen Eingang der Fußgängerzone. (Foto Rinke)

„Aufgrund von Krankheit und hohem Arbeitsanfall im Tiefbauamt wird das Projekt zurzeit nicht ausgeführt.“

So lautete vorige Woche eine knappe Antwort auf eine Anfrage unserer Redaktion ans Unnaer Rathaus. Diese lautete:

Thema Neugestaltung Bahnhofstraße: Bereits Ende 2022 kündigte die Stadt an, dass 2023 der Umbau des zweiten Abschnitts der Fußgängerzone (Bahnhofstraße) erfolgen solle.

Seither ist davon nichts mehr zu hören oder seitens der Stadt zu lesen. Wir erbitten den Sachstand.“

Das Projekt werde „aufgrund von Krankheit und hohem Arbeitsanfall im Tiefbauamt“ „derzeit nicht ausgeführt„, antwortete Pressesprecherin Anna Gemünd kurz darauf.

Auf unsere Nachfrage, ob das bedeute, dass die Bahnhofstraßensanierung auf unabsehbare Zeit auf Eis liege, kam ebenso knapp die Bestätigung: „Das ist korrekt.“

Damit wird die seinerzeit hochambitionierte und umfassend geplante Sanierung der Unnaer Fußgängerzone mittel- oder sogar langfristig Stückwerk bleiben. Über den ersten Bauabschnitt – die Massener Straße – kommt die Kreisstadt bis auf Weiteres nicht hinaus.

Und schon bei diesem ersten Bauabschnitt hatte es heftig geruckelt und war mit Verzögerungen vonstatten gegangen, da die Stadt – seinerzeit noch mit dem Technischen Beigeordneten Jens Toschläger, der mittlerweile Beigeordneter in Bergkamen ist – Fördergelder fest eingeplant hatte, die dann abrupt doch nicht kamen.

Die Stadt war im Sommer 2019, für sie völlig überraschend, bei den Förderbescheiden des Landes leer ausgegangen in Sachen Fußgängerzone.

Der Förderantrag musste neu gestellt werden, mit dem geplanten Sanierungsstart im März 2020 wurde es nichts.

Ende Mai 2020 kam dann im zweiten Anlauf die erhoffte Förderzusage des Landes. Die Ausschreibungen für die Arbeiten auf der Massener Straße/Hertinger Straße, Phase I der Sanierung, liefen anschließend wie geplant an.

1,4 Millionen Euro bewilligte die Bezirksregierung an Fördergeldern, sie flossen aus dem Programm „Lebendige Zentren“ nach Unna. Die Gesamtkosten inklusive der Haushaltsgelder lagen am Ende deutlich über 2 Millionen Euro.

Rund zwei Jahre dauerte die Erneuerung der Massener- und der Hertinger Straße in ihrem kurzen Abschnitt zwischen Altem Markt und Seniorentreff Fässchen.

Mitte Januar 2023 hatte die Stadt Unna den so benannten „ersten Teil der Sanierung“ ihrer Fußgängerzone“ abgeschlossen. Dass es gleichzeitig vorerst der letzte sein würde, wurde von Skeptikern damals zwar schon befürchtet, doch die Stadtverwaltung selbst (inzwischen unter Bürgermeister Dirk Wigant, CDU) verbreitete noch unmittelbar nach der Eröffnung der neu gestalteten Massener Straße Zuversicht.

Im selben Jahr, sprich 2023, sollte demnach noch der zweite Abschnitt der Großsanierung folgen: die Bahnhofstraße.

In der Ankündigung der Stadt zu den 2023 geplanten Investitionen im Rahmen der Haushaltseinbringung hieß es dazu:

„Die Sanierung der Fußgängerzone wird in ihrem zweiten Bauabschnitt im Bereich der Bahnhofstraße von 2023 bis 2026 fortgesetzt – hier sind Investitionen von rund 3,5 Millionen Euro vorgesehen, ergänzt durch städtebauliche Fördermittel.“

Die stark frequentierte Bahnhofstraße sollte damit perspektivisch für 3 Jahre zur Baustelle werden.

Das wurde sie bis heute nicht und wird es absehbar nicht werden.

Eröffnung Platz am Morgentor (Shared Space) Mitte Mai 2024 – Foto Stadt Unna

Umgestaltet für 1,5 Mio. Euro und am vergangenen Wochenende mit einem offiziellen Festakt eröffnet wurde statt dessen der Platz am Morgentor (Morgenstraße/Ostring/Burgstraße), für den 19 Parkplätze gestrichen wurden und der seither Verweilen am Ostring mit einem zusätzlichen Biergarten fürs Lokal Morgentor möglich macht.

Dieses Projekt war und ist bei Politik und Bürgern heftig umstritten.

https://rundblick-unna.de/2024/05/17/eroeffnung-des-buergergartens-und-dritter-gastro-aussenflaeche-am-morgentor-stadt-kassiert-pacht/

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