„Indiskretionen aus Unna“ – Toschläger startet in Bergkamen nach Missstimmung und Polit-Gerangel

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SPD-Parteibuch, Symbolbild - Quelle S. Rinke / RB

Der Neustart von Unnas Noch-Erstem Beigeordneten Jens Toschläger als technischem Beigeordneten in Bergkamen (wie berichtet, wurde er gestern Abend mehrheitlich vom dortigen Stadtrat gewählt) ist von politischem Gerangel im Vorfeld überschattet.

Die politische Opposition im Bergkamener Stadtrat wittert roten Filz, der SPD-Bürgermeister beklagt Indiskretionen aus Unna.

Eigentlich hatte der Rat mit Ausnahme der SPD einen anderen Kandidaten favorisiert.

„Der ist nun weg“, schreibt der Westfälische Anzeiger (WA).

Jens Toschläger (re.) nach seiner Wahl am Donnerstagabend, 17. 11., im Bergkamener Ratssaal mit Altbürgermeister Roland Schäfer (SPD). – Foto: c/o R. Schäfer

Geharnischter Protest kommt von der Fraktion BergAuf.

Ähnlich wie im Vorfeld der zuerst gescheiterten Beigeordnetenwahl in Unna im vorletzten Jahr (der Name der Bewerberin Claudia Keuchel, Fraktionschefin der Grünen, wurde „durchgestochen“, das Verfahren daraufhin wiederholt) wurde die Verschwiegenheit im Bewerbungsverfahren auch in Bergkamen gebrochen.

Zuerst wurde der Name eines Bewerbers mit SPD-Parteibuch ausgeplaudert – Toschläger trat seinerzeit nach seiner Wahl zum Spitzenbeamten in Unna in die SPD ein, die damals noch mit Bürgermeister Werner Kolter das Rathaus führte.

Es folgten Spekulationen über eine Mehrheit im Bergkamener Rat für einen parteilosen Konkurrenten – welcher seine Bewerbung dann unter diesen Umständen zurückzog.

Es blieb damit nur noch der SPD-Bewerber Toschläger. Dessen „Flucht“ aus dem Rathaus der Kreisstadt sorgt ohnehin schon für sattsam Spekulationen.

Bergkamens SPD-Bürgermeister Bernd Schäfer sieht sich jetzt final mit dem Vorwurf konfrontiert, „Geklüngel“ und „Mauscheleien“ gedeckt oder betrieben zu haben. So zitiert der WA die Fraktionsvorsitzende von BergAuf, Claudia Schewior. Sie forderte kurz vor der Wahl, dass der Bürgermeister das Verfahren annullieren und die Stelle neu ausschreiben solle.

Schäfer wies die Vorwürfe als „unhaltbar“ zurück. Für die Indiskretionen sei man im Bergkamener Rathaus nicht verantwortlich.

„Für mich ist klar, dass die Nennung des Kandidaten aus den politischen Kreisen in Unna kommt.“

Indiskretionen aus Unna fielen nun auf Bergkamen zurück und schadeten der eigenen Glaubwürdigkeit.

1 KOMMENTAR

  1. […] Während in der aktuell von einem CDU-Bürgermeister geleiteten Unnaer Stadtverwaltung damit der letzte Spitzenbeamte mit SPD-Parteibuch verabschiedete – nur wenige Monate nach Kämmerer Achim Thomae – , sah sich der SPD-Bürgermeister von Bergkamen seinerseits mit Vorwürfen seiner Rats-Opposition konfrontiert, der neue Beigeordnete sei dank seines Parteibuchs ins rote Rathaus „geschleust“ worden. […]

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