Unna – die Stadt, die für Hunderttausende Steuer-Euro neue Verweiloasen eröffnet und vorhandene verwahrlosen lässt

0
523
Grelles Geschmier im "Bürgergarten am Morgentor" (oben), Verfall und Vandalismus im direkt angrenzenden Stadtgarten. Fotos: RB / 10. April 2026.

Ein Meinungsbeitrag unserer Redaktion.

Eine Feststellung nach einem kurzen Spaziergang am heutigen Freitagnachmittag nach Ostern durch die Unnaer City. Unna ist die Stadt, die es wie keine andere uns bekannte Kommune zur Perfektion bringt, ständig neue „Verweilflächen“ für Zighunderttausende Steuergeld neu zu eröffnen und die bereits vorhandenen zeitgleich der Verwahrlosung preiszugeben.

Vom Kurpark in Königsborn reden wir hier mal nicht, sondern hier soll es einzig um die Kern-City unmittelbar an der Fußgängerzone gehen. Hier baut die Stadt ab Montag den sogenannten „Minette Pötter Park“ (ehemalig Schulstraßenparkplatz, dann gescheitertes Experiment „Reallabor“) wie berichtet für zunächst 470.000 Euro Geld vom Steuerzahler zum „Piko Park“ um und weiß noch nicht bzw. auf einmal nicht mehr, wieviel Geld davon aus der eigenen städtischen Haushaltskasse beizusteuern ist, damit Fördergeld fließt.

Aus städtischer Sicht ist das letztlich unerheblich, da sowohl Fördergeld als auch städtisches Haushaltsgeld vom Bürger erwirtschaftet werden, dem man als Nächstes dann in der Ratssitzung am 22. April erstmal die Grundsteuer erhöhen wird.

Während die Stadtspitze und die ihr devot ergebene politische Ratsmehrheit bereits die nächste Verweiloase in der City feiern, beginnt die vor zwei Jahren mit viel Prominenz eröffnete Oase am anderen Ende der City – der 1,6 Mio. teure „Bürgergarten am Morgentor“ – bereits schleichend vor sich hin zu verwahrlosen.

Damit folgt er, was leidlich vorauszusehen war, dem Schicksal seines direkt angrenzenden Nachbarns Stadtgarten, Unnas mit Abstand größter Verweilfläche in der City, die von Stadt und Politik schon vor Jahren bis Jahrzehnten aufgegeben wurde und bei der Diskussion um ständig neues Grün und immerzu mehr Verweilmomente in der Innenstadt inzwischen einfach nur noch peinlich totgeschwiegen wird.

Verweilen möchte im Stadtgarten schon längst nur noch eine Klientel, mit der der durchschnittlich furchtsame Bürger nicht länger verweilen möchte als unbedingt nötig, was jüngst auf die Spitze getrieben wurde von der Feststellung der hiesigen SPD, dass der Bürger diese Verweilfläche noch nicht einmal schnell durchradeln möchte – auf dem dafür vorgesehenen Radring, der durch den Stadtgarten und damit – oha – durch einen „Angstraum“ führt, haben die Genossen und mit ihnen die Stadt vor einigen Wochen plötzlich beobachtet.

Deshalb soll der Bürger auf Wunsch der Genossen künftig nach Einbruch der Dämmerung wieder mitten durch die Fußgängerzone E-biken und radeln dürfen. Die 50.000 Euro, die bisher für die Herstellung des Innenstadt-Radrings ausgegeben wurden, waren ja auch bloß Steuergeld, also vernachlässigbare Ausgaben.

Fortsetzung folgt – man darf leider davon ausgehen.

  • Silvia Rinke

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here