Kleinteiliges Gewerbe südlich Provinzialstraße mit „hohen Umwelt- und Klimaschutzstandards“: Stadt kooperiert mit WFG

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Südlich der Provinzialstraße im Unnaer Stadtteil Massen sollen Unternehmen die Möglichkeit bekommen, kleinteiliges Gewerbe anzusiedeln. Es sind hohe Umwelt- und Klimaschutzvorgaben zu erfüllen.

Dazu hat der Stadtrat am Donnerstag voriger Woche in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen, den bestehenden Treuhandvertrag mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Kreis Unna (WFG) auf die besagte Fläche zu erweitern. Die WFG kauft das Areal dazu von Privat zurück.

Bürgermeister Dirk Wigant (CDU) zu den Vorteilen aus seiner Sicht: „So können wir die Entwicklung beiderseits der Provinzialstraße aus einer Hand voranbringen und die Fläche nach unseren städtebaulichen Vorstellungen gestalten.“

Die WFG sei bereit, noch in diesem Jahr das gesamte südlich der Provinzialstraße gelegene Grundstückspaket mit 14 Flurstücken zu kaufen, berichtet die Stadt.

6 Flurstücke sollen einer gewerbliche Entwicklung dienen, der andere Teil südlich der A44 ist insbesondere für Rand- und mögliche Ausgleichsflächen vorgesehen.

Für die Gewerbefläche ist, so die Stadt, „kleinteilige, gemischte Gewerbestruktur mit unterschiedlichen Grundstücksgrößen“ geplant.

„Hohe Umwelt- und Klimaschutzstandards sollen dabei eine zentrale Rolle spielen.“

Das Konzept entspricht dem Ansatz, der auch für die nördliche, ähnlich große Teilfläche verfolgt wird. Die Stadt erwartet sich davon „Synergien bei Planung, Erschließung und Vermarktung“.

Die Projektkosten sollen am Ende durch Grundstücksverkäufe refinanziert werden.

Die Provinzialstraße war viele Monate durch eine dort geplante großflächige Ansiedlung des Unternehmens Höffner in der Diskussion. Der Unternehmer wollte 60 Millionen Euro für einen Servicestandort für Möbelkunden an der Provinzialstraße investieren.

Am 7. Dezember 2023 stimmte der Rat mit hauchdünner Mehrheit von nur einer Stimme für diese Ansiedlung, von der sich WfU und SPD damals auch hohe Gewerbesteuereinnahmen versprachen.

Fünf Monate später folgte in einer weiteren Ratssitzung der Eklat: Grüne und CDU kippten mit ihrer Abstimmungsmehrheit den Ratsbeschluss von Dezember 2023, worauf die Opposition geschlossen den Saal verließ. Dass dieses Abräumen eines gefassten Beschlusses ausgerechnet am Tag des Grundgesetzes passierte, schockierte damals Wir für Unna (WfU) und die SPD besonders.

3 KOMMENTARE

  1. Diese strebenswerte aber realitätsfremde Vorstellung von kleinteilige, gemischte Gewerbestruktur mit unterschiedlichen Grundstücksgrößen war schon vor jahrzehnte während meiner Ratsmitarbeit der vergebliche Wunsch der Politik, die Region von der Zechen- und Stahlindustrie weg neu zu strukturieren.

    Letzendlich wurde die zentral am Kamener und Unnaer Kreuz gelegene Region aber dadurch wirtschaftlich stabil gehalten, weil sich Logistikstandorte zwischer der A1, A2 und 44 angesiedelt haben.
    Ikea, Kik, Woolworth, Dachser, Karstadt, Fiege, Arvato, Tedi, Garbe, DHL, Ecoport, usw.
    Ohne die sähe es in der Region aus wie im amerikanischen Detroit.

    Wie will man in der größten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit, während eine Insolvenzwelle mit Inflation und überteuerte Energiepreise durch das Land zieht, die 60 Millionen Euro Investitition von Höffner durch Kleingewerbe ersetzen ???

    Dazu auch noch mit zusätzliche Belastungen für die Unternehmen bei denen
    „Hohe Umwelt- und Klimaschutzstandards eine zentrale Rolle spielen.“
    In wirtschaftlich schlechte Zeiten muß man genau das Gegenteil machen um die wichtige wirtschaftliche Zukunft einer Region zu sichern. Vor allem in einer Region in der die Kommunen Pleite und extrem verschuldet sind.

    Das ist vollkommen realitätsfremd in Zeiten, in denen Kommunen für jedes Unternehmen dankbar sein müssen, welches überhaupt noch in den inzwischen wirtschaftlich schlechten Zeiten investiert. In Zeiten, in denen eher bestehende Gewerbegrundstücke freigesetzt werden. In denen leerstehende Gewerbegrundstücke bzw. Gebäude für Kleingewerbe bereits zur Neuvermarktung zur Verfügung stehen. Zeiten, in denen Kommunen immer härter untereinander in einem harten Wettbewerb um ansiedlungswillige Investoren stehen.

    Wenige Kilometer südlich wird das Fröndenberger Gewerbegebiet Schürenfeld nach über 10 Jahren und über 15 Millionen Euro städtischer Ausgaben baulich erschlossen, obwohl es für die 17 Flächen immer noch für nur 2 davon unverbindliche Ansiedlungsreservierungen gibt !
    Da zeichnet sich meiner Einschätzung nach schon ein wirtschaftliches Disaster an.

    Dabei hat die Stadt Fröndenberg vor Jahren einfach behauptet, daß es dort angeblich unzählige Interessenten gibt. Eine ähnliche unbelegte Behauptung habe ich auch von der GRÜNEN Politikerin Keuchel für das im Bericht genannte Gelände in Erinnerung.

    Wie schon geschrieben, alleine die Gesamtinvestitionen und kalkulierten Gesamtkosten für die Entwicklung des Gewerbegebiets „Innovationspark Fröndenberg“ belaufen sich bisher auf rund 17 Millionen Euro Steuerzahlerkosten.
    Selbst nach so vielen Jahren Planungen und inzwischen auch direkter Vermarktung durch das WFG hat man keine sonderlichen Interessenten für die 17 Gewerbegrundstücke dort. Außer einen Safthersteller aus der Nachbarstadt und ein Bäckereicafe.
    Wenige Kilometer entfernt lehnt man eine 60 Millionen Euro Investition ab um den gleichen Weg wie Fröndenberg zu gehen.

    Mich würde mal interessieren wieviel Millionen Steuergelder das WFG bzw. die Politik nun anstatt der private Investor Höffner für das im Bericht genannte Grundstück ausgegeben hat in Zeiten von Haushaltssperren.

    In erster Linie erzeugen und sichern diese Ansiedlungspläne mit offenem Ausgang zuerst einmal Jobs bei Behörden und Ämter, die sich über Jahre hinweg mit der Erschließung und Vermarktung beschäftigen, ohne das ein Cent ausgegebener Steuergelder zurück fließt.

  2. Die damalige Entscheidung gegen die „Krieger-Gruppe“ war ein Fehler, der sich noch rächen wird. Leider weiß dann niemand mehr, wem wir das zu verdanken haben.

  3. Höffner war nur ein Projekt, dass in Unna durch die Politik vor die Wand gefahren wurde. Auch das Projekt neue Mitte Massen für das sich die Massener Bevölkerung mehrheitlich ausgesprochen hatte, wurde von den Politiker so lange zerredet bis der ursprüngliche Investor abgesprungen ist. Der neue Investor hat offenbar kein Interesse sich gegen die Widerstände aus der Lokalpolitik zu erwehren. Seltsames Demokratieverständnis hier in Unna. Und da gibt es noch weitere Beispiele (Eissporthalle) für die Blockadehaltung der Politik gegenüber den erklärten Wünschen der Bevölkerung.

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