
„Wo bleibt die Antwort auf 16.000 Hitzetote?“
Zum Internationalen Tag der älteren Menschen am heutigen 1. Oktober 2026 fordert die BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen Bund und Länder auf, Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor extremer Hitze zu ergreifen.
„In diesem Sommer sind deutschlandweit mehr als 16.000 Menschen an den Folgen der Hitze gestorben. Die große Mehrzahl der Sterbefälle betrifft Menschen ab 65 Jahren“, betont die BAGSO.
Sie vermisst eine Reaktion aus der Politik auf „diese erschreckend hohen Zahlen hitzebedingter Todesfälle“. Sie fordert Bund und Länder auf, mit hoher Dringlichkeit den Schutz der Bevölkerung und besonders gefährdeter Menschen vor Hitze zu verbessern.
„Wenn Bund und Länder jetzt nicht handeln, besteht die Gefahr, dass kommende Hitzewellen wieder sehr viele Menschenleben fordern“,
sagte BAGSO-Vorsitzende Dr. Regina Görner. „Bis jetzt vermissen wir klare Worte und Entscheidungen aus der Politik. Es reicht auch nicht, wenn der Bund auf die Zuständigkeit der Länder verweist. Die Aufgabe ist zu groß und dringlich, als dass sie jedes Bundesland für sich lösen könnte.“
Andere Länder wie z.B. Frankreich hätten bereits in der Vergangenheit Maßnahmen ergriffen, die in diesem Sommer zu deutlich niedrigeren Todeszahlen geführt haben, argumentiert die Seniorenvertretung.
„So müssen in Frankreich Pflegeheime und Krankenhäuser wenigstens einen klimatisierten Gemeinschaftsraum vorsehen. Alleinlebende ältere Menschen werden von kommunalen Mitarbeitern kontaktiert und bei Bedarf aufgesucht. Zudem öffnen Kommunen kühle Räume für ältere und chronisch kranke Menschen auch in der Nacht. Es gibt einen Notfallplan für das französische Gesundheitswesen, der jederzeit aktiviert werden kann.“
Das Robert Koch-Instituts (RKI) schätzt die Zahl der hitzebedingten Sterbefälle in diesem Sommer auf 16.000. 90 Prozent der Sterbefälle entfällt auf Menschen ab 65 Jahren, mehr als die Hälfte betrifft Menschen ab 85 Jahren. Nach Angaben des RKI können die Auswirkungen der Hitze sogar noch größer gewesen sein als statistisch berechnet.
Anm. d. Redaktion: Die Zahlen des RKI sind nicht unumstritten, ähnlich wie bei der damals vom Institut veröffentlichen Sterbezahlen in der Coronapandemie. Um Hitzetote statistisch zu erfassen, vergleicht man, wie viele Menschen während einer Hitzewelle gestorben sind, mit der Zahl der Todesfälle, die in diesem Zeitraum ohne Hitze aufgrund früherer Jahre oder statistischer Modelle zu erwarten gewesen wäre. Die zusätzlichen Todesfälle werden als hitzebedingte Übersterblichkeit bezeichnet. Die häufigste Todesursache bei Hitzewellen ist die Kombination aus einer Vorerkrankung – zum Beispiel Herz-Kreislauf-Schwäche – und hohen Temperaturen.
Über die BAGSO
Die BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen vertritt die Interessen der älteren Generationen in Deutschland. Sie setzt sich für ein aktives, selbstbestimmtes und möglichst gesundes Älterwerden in sozialer Sicherheit ein. In der BAGSO sind mehr als 120 Vereine und Verbände der Zivilgesellschaft zusammengeschlossen, die von älteren Menschen getragen werden oder die sich für die Belange Älterer engagieren.
Quelle BAGSO































