
Kein öffentlicher Publikumsverkehr mehr im Dienstgebäude des Kreises Unna an der Platanenallee – wo Veterinär- und Gesundheitsamt sowie die Fachbereiche Schule und Bildung untergebracht sind.
Die Aufregung und der Zorn im Netz schlägt hohe Wellen, nicht nur auf der Facebookseite und im Kommentarbereich des Rundblicks, sondern auch – neben manchem geäußerten Verständnis für die Maßnahme – auf dem Social Media Auftritt des Kreises selbst.
Die Kreisverwaltung hatte am Montag (28. 9.) angekündigt, dass ab dem 1. Oktober Besucher nur noch mit vorab ausgemachtem Termin im Gebäude an der Platanenallee 16 eingelassen werden.
Sie melden sich an, warten an der Eingangstür, um abgeholt zu werden, und werden nach dem Termin wieder zum Ausgang gebracht.
Was der Kreis mit seinem vor zwei Jahren gestarteten Sicherheitskonzept begründet, ist aus Sicht vieler Leserinnen und Leser ein Tiefschlag für den Bürgerservicegedanken. Motto: „Bürger droht mit Anwesenheit“.
Unsere Redaktion schickte am Montagnachmittag einen Fragenkatalog an die Kreispressestelle, den Sprecherin Leonie Joost am Dienstag beantwortete.
Die neuen Zugangsregelungen sind demnach Teil des Sicherheitskonzeptes, dass bereits Ende August 2024 eingeführt wurde. Seinerzeit kündigte der Kreis dies mit einer Pressemitteilung an.
„Angefangen mit dem Kreishaus in der Friedrich-Ebert-Straße – dort gelten die Zugangsregelungen seit August 2024 – wird das Sicherheitskonzept sukzessive auf die weiteren Dienstgebäude der Kreisverwaltung ausgeweitet – nun in der Platanenallee 16“, so Leonie Just.
Auf die Frage nach konkreten Vorfällen, die diese höhere Sicherheit aus Sicht des Kreises erforderlich gemacht hätten, schrieb uns die Kreissprecherin:
„Unterschiedliche Situationen in der Vergangenheit haben dazu geführt, ein Sicherheitskonzept im Kreishaus Unna und den weiteren Dienstgebäuden zu installieren.
So wurde ein Gepäckstück in einem Büro in den oberen Etagen abgestellt, das nicht zugeordnet werden konnten.“ Oder:
„Mehrfach sind unangekündigte Besucher in Besprechungen „geplatzt“ oder standen unvermittelt in Büros. Diese und ähnliche Situationen wurden als ernstzunehmende Bedrohungslage für die Mitarbeiter der Kreisverwaltung eingestuft.“
Abgeholt und wieder zum Ausgang zurückgebracht werden die Bürger von dem jeweiligen Sachbearbeiter, so Leonie Jost. „Es wurde kein zusätzliches Personal eingestellt.“
Die Behördensprecherin betont:
„Im Dienstgebäude an der Platanenallee findet fast ausschließlich Termingeschäft statt – es gibt dort ja kein Bürgerbüro, wie im Erdgeschoss des Kreishauses (welches nach wie vor frei zugänglich ist).
Bürgerinnen und Bürger werden keinesfalls ausgesperrt, sie können Anliegen und Termine wie gewohnt wahrnehmen, sie müssen sich nur über die Türsprechstelle anmelden.“
Unsere weitergehenden Fragen nach dem Umfang des täglichen Besucherverkehrs und der Zahl der in dem Gebäude beschäftigten Mitarbeiter blieben unbeantwortet.
































[…] Anmerkung unserer Redaktion: Wir haben dem Kreis zu diesem Thema noch einen Fragenkatalog geschickt. Die Antworten lesen Sie HIER. […]