Unnas Ex-Parkplatz und Reallabor wird am Mittwoch Minette-Pötter-Park – Über halbe Mio. Steuergeld für 2 Umgestaltungen in 4 Jahren

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Fotos: Martin Trillhose, September 2026

Die Stadt Unna meldet nahenden Vollzug an ihrer neuesten City-Verweiloase „Minette-Pötter-Park“ und beteuert zugleich: Auch der angrenzende „Mille Fiori“-Garten wird neu gestaltet. Allerdings nicht wieder so wie frührer.

Unsere Redaktion dokumentierte den Verfall des einstigen Künstlergärtchens mit einer bebilderten Rückschau im Spätsommer. Derweil wirbt die Stadt seit Wochen emsig und jüngst auch mit einem Videoclip für ihr neuestes sechsstelliges Steuergeldprojekt, einen „naturnahen Erholungsort mitten in der Innenstadt'“, einen Park, der erst vor 4 Jahren aus einem Parkplatz entstand und jetzt erneut für rund eine halbe Mio. Euro umgestaltet wurde.

Der Minette-Pötter-Park ist fertig und wird am Mittwoch, 30. September, offiziell eröffnet. Dazu lädt die Stadt in einem Video auf der Facebookseite von Unna.de alle Bürger ein.

Die Kommentare unter diesem Facebookpost lesen sich allerdings wenig begeistert. Der einzige positive kommt von einem Ratsmitglied von Die Linke.Volt.

Alle anderen Kommentatoren kritisieren den Entfall des Innenstadtparkplatzes und/oder den Wegfall des Künstlergärtchens Mille Fiori. Dieses ist in die erneute Neugestaltung des Parks (es ist die zweite umfangreiche Umgestaltung in vier Jahren) mit „eingegangen“ und kein Künstlergärtchen mehr.


In den vergangenen Monaten ist aus dem einstigen Parkplatz ein sogenannter Piko-Park entstanden.

Für solche Piko-Parks, die bestimmten Kriterien entsprechen müssen, gibt es Fördergeld. Dies zum Hintergrund der hohen Kosten.

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Sodann erinnerte die Stadt Ende August in einer wortreichen Pressemitteilung daran, dass die Gestaltung der Fläche (ehemals auch als „Reallabor Schulstraße“ bekannt) „auf eine breite Beteiligung der Bürgerschaft“ zurückgegangen sei – „Unnas Bürgerinnen und Bürgern konnten 2023 selbst entscheiden, wie sich der einstige Parkplatz entwickeln soll.“

Dabei konnte man allerdings beliebig häufig abstimmen.

Die Wahl fiel auf eine Kombination aus Spielplatz, Aufenthaltsort und weiterhin Parkfläche für Anwohner und Schwerbehinderte. Ein neuer Kletterturm nebst Rutsche wird ergänzt „um zahlreiche Gelegenheiten, am und mit Wasser zu spielen“, ein Trinkwasserbrunnen wurde installiert, die Flächen sind barrierearm gestaltet und weitgehend entsiegelt mittels wasserdurchlässigen Pflastersteinen.

Sodann kommt die Stadtverwaltung auf ein Thema, das ihr jüngst heftige Kritik einbrachte:

Dem von ihr dem Verfall und der Verdorrung preisgegenen angrenzenden „Mille Fiori“-Garten, einst Künstlerprojekt und Hingucker für Besucher in der Innenstadt.

Verwahrlosung und Verfall prägen den früheren blühenden Künstlergarten Mille Fiori neben Unnas künftiger neuer „Verweilfläche“, dem „Minette Pötter Park“. Er wird für eine halbe Million Steuergeld komplett neu gestaltet. Das ehrenamtlich gepflegte Künstlergärtchen, jahrelang eine Unnaer Besonderheit, ist Geschichte. (Fotos von Martin Trillhose)

Dieser ehemalige Garten werde nun in die Neugestaltung des gesamten Areals einbezogen.

„Der aktuelle Zustand dieser Fläche ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass der ehemalige „Mille Fiori“ in diesem Jahr nicht aktiv weiter gepflegt wurde, da er in die anstehenden Maßnahmen im Umfeld des Minette-Pötter-Parks einbezogen wurde“, erläutert die Stadt jetzt, nachdem sich Bürger schon Monate über den Zustand des Areals aufregten.

„Aufgrund der räumlichen Nähe zum Baufeld und insbesondere zur unmittelbar angrenzenden Wilhelm-Sternfeld-Gasse war es erforderlich, den Bereich des ehemaligen „Mille Fiori“ während der Bauphase klar vom Baufeld abzugrenzen. Die Bauzäune dienten dabei dem Schutz der vorhandenen Bäume und des Inventars, insbesondere der Sitzmöbel, vor möglichen Beschädigungen durch den Baustellenbetrieb.“

Die Bauzäune werden nun entfernt, da nun auch der ehemalige „Mille Fiori“ für die künftige Gestaltung vorbereitet werde. Zitat aus der Stadtmitteilung:

„Vorgesehen ist eine pflegeleichte Staudenbepflanzung in Verbindung mit dem Erhalt der vorhandenen Sitzgelegenheiten. Damit soll die Aufenthaltsqualität erhalten und zugleich eine dauerhaft leistbare, pflegbare Gestaltung geschaffen werden. Die Pflege dieser so neu gestalteten Grünfläche erfolgt durch die Stadtverwaltung.

„Die künftige Gestaltung soll somit nicht auf eine eins-zu-eins-Wiederherstellung des früheren Gartens hinauslaufen, sondern auf eine nachhaltige Lösung im Zusammenspiel mit dem neugestalteten Minette-Pötter-Park. Ziel ist es, beide Bereiche gestalterisch und funktional miteinander zu verbinden und den Standort insgesamt langfristig aufzuwerten.“

Aktuelle Kosten und Auswirkungen auf den Straßenverkehr

Die aktuellen Gesamtkosten für den Ausbau des Minette-Pötter-Parks liegen bei ca. 470.000 Euro Steuergeld (Stand: Juli 2026). Wieviel aus dem Haushalt fließt und wieviel aus Fördertöpfen, werde erst nach Abschluss der Bauarbeiten feststehen. Gleichwohl bleiben es natürlich Steuergelder.

Quellen: PM Stadt Unna, eigenes Archiv

2 KOMMENTARE

  1. Zitat: „…nachdem im Dezember 2025 ein Fahrzeugfahrer gegen die Mauer geprallt war. “

    Puh, wenn schon der Fahrer alleine die Mauer so beschädigen konnte, was wäre erst passiert, wenn ein Fahrzeug die gerammt hätte?
    Ich denke, der RP hat die Formulierung 1:1 übernommen ;).

    • Nein, MB. In der PM stand: ein Fahrzeug sei gegen die Mauer geprallt. Da wir jedoch noch keine selbstfahrenden Fahrzeuge in Unna gesichtet haben, haben wir es korrigiert. Schuld war ein Mensch und nicht ein Fahrzeug. Dass der Fahrzeugführer in einem Fahrzeug saß, erschließt sich aus dem Kontext, sonst hätten wir geschrieben „ein Mann“ oder „ein Fußgänger“. Beste Grüße!

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