Millionensanierung oder Abriss und Neubau? Politik streitet um Zukunft des Parkhauses am Kamener Bahnhof

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Das Parkhaus am Kamener Bahnhof ist ein Sanierungsfall. (Foto:WG Kamen)

In Kamen ist eine politische Debatte um das schwer sanierungsbedürftige Parkhaus am Bahnhof entbrannt. Die Grundsatzfrage lautet:

Ist eine Millionen-Investition in das Parkhaus in Zeiten dieser knappen Kassen gerechtfertigt, wo man dem Bürger gerade die Grundsteuer auf Vierstelligkeit erhöht hat? Oder sollte man das Parkhaus besser abreißen?

Die Fraktion WG Kamen & DIE PARTEI hatte angeregt, sich gründlich mit dieser Frage zu befassen, und begrüßt jetzt ausdrücklich, dass die CDU-Fraktion (zweitgrößte im Rat hinter der SPD) ihre Anregung aufgegriffen hat.

„Gerade bei Investitionen in Millionenhöhe, die die Bürger unmittelbar betreffen, sehen wir die zwingende Notwendigkeit, die bis-
herige Planung einer Sanierung kritisch zu hinterfragen und sämtliche Alternativen ergebnisoffen zu prüfen.“

Im Zuge dessen hatte die Fraktion 25 konkrete Fragen an die Verwaltung gerichtet und diese allen Fraktionen zur Verfügung gestellt. Dass dies nun zu einer vertieften inhaltlichen Auseinandersetzung auch in anderen Fraktionen führt, wird ausdrücklich als wichtiger und richtiger Schritt bewertet.

„Vor dem Hintergrund der erst kürzlich erfolgten Erhöhung der Grundsteuer B, die die Lebenshaltungskosten in Kamen zusätzlich belastet hat, ist es umso wichtiger, bei weiteren großen Investitionen besonders sorgfältig und verantwortungsvoll zu prüfen.“

Bei einer Entscheidung dieser Größenordnung brauche es maximale Transparenz und eine ehrliche Abwägung aller Optionen – im Sinne der Bürgerinnen und Bürger“., betont Fraktionsvorsitzenden Tanja Brückel WG Kamen & DIE PARTEI.

Die CDU-Fraktion hat in einer Pressemitteilung vom Freitag beantragt, in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 5. Mai 2026 eine umfassende Vergleichsbetrachtung zur Zukunft des Parkhauses zu beschließen.

Ziel des Antrags ist es, eine fundierte Entscheidungsgrundlage zwischen zwei Optionen zu schaffen: der grundlegenden Sanierung des bestehenden Parkhauses oder einem Abriss mit anschließendem Neubau.

Angesichts der geschätzten Sanierungskosten von rund 2,4 Millionen Euro soll die Verwaltung beauftragt werden, beide Varianten ergebnisoffen und wirtschaftlich vergleichbar zu prüfen.

CDU-Fraktionsvorsitzender, Ralf Langner, betont die finanzpolitische Tragweite der Entscheidung:

„Wir stehen hier vor einer Investition in Millionenhöhe. Deshalb ist es unsere Pflicht, nicht nur kurzfristige Kosten zu betrachten,
sondern die langfristige wirtschaftliche Belastung für den städtischen Haushalt transparent und belastbar zu bewerten. Ein Neubau könnte trotz höherer Investitionen auf Dauer günstiger sein.“

Neben den Investitionskosten sollen insbesondere auch Aspekte wie Folgekosten, Restnutzungsdauer, Fördermöglichkeiten sowie die Funktionalität des Standorts während möglicher Bauphasen berücksichtigt werden. CDU-Ratsmitglied und Vorsitzender des Planungs- und Stadtentwicklungsausschusses, Heinrich Kissing, hebt die bauliche Dimension hervor:

„Die Bauweise des bestehenden Parkhauses erfordert eine besonders sorgfältige Betrachtung. Selbst nach einer Sanierung bleibt die Frage offen, wie sich die Substanz in schwer zugänglichen Bereichen langfristig entwickelt.“

Zugleich verweist er auf mögliche Vorteile eines Neubaus:

„Ein modernes Parkhaus könnte nicht nur langlebiger und wartungsärmer sein, sondern auch heutigen Anforderungen besser gerecht
werden – etwa in Bezug auf Barrierefreiheit oder zukünftige Mobilitätskonzepte.“ Kissing ergänzt: „Es geht ausdrücklich nicht um eine Vorfestlegung, sondern um eine sachliche Abwägung. Nur wenn wir beide Wege sauber vergleichen, können wir eine verantworttungsvolle Entscheidung treffen.“

Quellen: Pressemitteilungen der beiden Ratsfraktionen

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