Nach schwerem Pedelec-Unfall und steigenden Opferzahlen: Linke.Volt Unna will „klare Antworten der Stadt“

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Symbolbild für einen Fahrradunfall, gesehen in Fröndenberg. - Foto RB

Am 20. März wurde auf der Morgenstraße in Unna eine Pedelecfahrerin von einem in die Uhlandstraße abbiegendem Lkw erfasst und schwer verletzt. Wir berichteten.

Für die Fraktion Die Linke.Volt im Stadtrat ist dieser Vorfall „ein aktueller und bedrückender Anlass“, die kürzlich veröffentlichte Verkehrsunfallstatistik kritisch zu hinterfragen.

Die am 11. März präsentierten Zahlen zeigen u.a. mehr Verkehrsunfälle mit Personenschäden sowie mehr Verunglückte.

„Die Entwicklung ist besorgniserregend und verlangt nach klaren Antworten und konsequentem Handeln der Stadt“, erklärt die Fraktion.

Der aktuelle Unfall zeige „auf tragische Weise, dass Verkehrssicherheit kein abstraktes Thema ist. Gerade Radfahrer und Fußgänger sind im Straßenverkehr besonders gefährdet“, erklärt Thomas Franta (Volt).

Mit einem umfangreichen Fragenkatalog hat sich Die Linke.Volt daher an die Stadtverwaltung gewandt. Im Mittelpunkt stehen dabei ausdrücklich die Einschätzungen und Maßnahmen der Kommune, nicht der Polizei.

Gefragt wird unter anderem:

  • Welche Ursachen sieht die Stadt für den Anstieg der Unfälle mit Personenschäden?
  • Gibt es Unfallhäufungsstellen im Stadtgebiet und wo liegen diese? (Anm. d. Red.: Der Kreis veröffentlicht regelmäßig eine Auflistung der Unfallhäufungsstellen – in Unna sind es u. a. die B1-Kreuzung Hertingerstraße und der Kreishauskreisel). Welche Maßnahmen wurden dort bereits umgesetzt und welche sind geplant?
  • Wie häufig tagen die zuständigen Unfallkommissionen? (Anm. d. Red.: Auch das berichtet regelmäßig der Kreis – sie tagt alle drei Monate).

Ein besonderer Fokus liegt für die Linke.Volt auf der deutlich gestiegenen Zahl von Unfällen durch überhöhte Geschwindigkeit. Die Fraktion fordert konkrete Angaben zu präventiven Maßnahmen sowie zum Einsatz automatisierter Geschwindigkeitsüberwachung („Blitzer“) im Jahr 2025. Ebenso wird eine mögliche Ausweitung solcher Kontrollen thematisiert. (Anm. d. Red.: Die Stadt kontrolliert ausschließlich den ruhenden Verkehr. Für Tempokontrollen und auch die Installation weiterer stationärer Blitzer sind Kreis und Polizei zuständig.)

Auch der Rückgang der Aufklärungsquote bei Verkehrsunfallfluchten gibt der dreiköpfigen Fraktion Anlass zur Sorge. Sie fragt, wie die Stadt die Polizei künftig stärker unterstützen will.

Darüber hinaus interessieren die Präventionsansätze für besonders betroffene Verkehrsteilnehmer, insbesondere im Bereich Pkw und motorisierte Zweiräder.

Ebenso wird nach der Zusammenarbeit mit externen Partnern wie der Verkehrswacht im Jahr 2025 sowie den Planungen für 2026 gefragt.

„Wenn die Zahl der Verletzten steigt, müssen wir uns fragen, ob unsere Straßen wirklich sicher genug gestaltet sind. Besonders für Radfahrer, Fußgänger und anderen schwächere Verkehrsteilnehmer braucht es konsequente Schutzmaßnahmen.“

Auf ein Eigen- oder Mitverschulden von Unfällen durch schwächere Verkehrsteilnehmer geht die Linke.Volt nicht ein.

Die Verkehrsunfallstatistik weist jedoch gerade bei E-Bike-Unfällen auf häufiges Eigenverschulden der oft älteren Nutzer hin, die mit dem Gewicht und der Schnelligkeit der Zweiräder überfordert sind oder sich überschätzen.

Die Linke.Volt-Fraktion arbeitet parallel dazu an weiteren politischen Schritten: Sie konzipiert derzeit einen Prüfantrag zur Initiierung und Umsetzung „notwendiger Maßnahmen zum Schutz schwacher Verkehrsteilnehmer im urbanen Gebiet der Kreistadt“.

Die Fraktion erwartet eine Stellungnahme der Stadtverwaltung nach den Osterfeiertagen. „Der aktuelle Unfall zeigt tragisch, dass wir beim Thema Verkehrssicherheit nicht nachlassen dürfen.“

Quelle PM Die Linke.Volt

7 KOMMENTARE

  1. Sehr gut finde ich das die Redaktion journalistisch auf bereits bestehende Antworten hinweist.
    Schlecht finde ich das die populistische LINKE/VOLT Unna schamlos die Verletzung einer Pelecfahrerin für ihre politische Agenda zur schrittweisen Einrichtung von autofreie 15 Minuten SMARTcity Überwachungsghettos unter dem Mantel einer Fakeklimapolitik mißbrauchen.
    Während die Polizei noch nach Zeugen sucht um das tatsächliche Unfallgeschehen zu rekonstruieren damit ein Gericht darüber urteilen kann.
    Die wollen den Autoverkehr aus der Stadt verbannen und E-Bike Unfälle mit Autos scheinen ihnen dazu willkommen zu sein !
    Die Problematik durch immer schneller und schwerer werdende E-Bikes wird dabei bewußt ausgeblendet. Die machen mir als jemand der viel zu Fuß unterwegs ist durch ihre unmittelbare Nähe ohne gesetzlichen Mindestabstand inzwischen mehr Angst als Autos !!!
    Das gleiche gilt für kleine Kinder die als Fußgänger unterwegs sind während schwere E-Bikes oder Lastenräder hautnah an ihnen vorbei rasen dürfen. Von LINKE/VOLT verkehrspolitisch unterstützt.
    Daher möchte ich auch nicht als Fußgänger von LINKE/VOLT Unna mit motorisierte E-Biker und Lastenräder auf eine Stufe gestellt werden.
    Diese lediglich einseitige Fokussierung auf Autoverbote zur Unfallvermeidung im Rahmen der übergeordneten SMARTcityagenda finde ich daher populistisch.
    Ähnlich wie die Forderung nach nicht taugliche „Gummibelege“ für Fußgängerwege, die Forderung nach digitale Zensurmaßnahmen, die Forderung nach Autoverbote aufgrund unseriöser Meßwerte, die Zusammenarbeit mit der gewalttätigen ANTIFA und kommunistische Kaderparteien, oder die Fakenews der Fraktion LINKE/VOLT in Unna aufgrund von „correctiv“ dessen Verbreitung inzwischen gerichtlich verboten wurde.

  2. Gut, dass wir jetzt auch Fraktionsvertreter „Die Linke/ Volt“ im Stadtrat haben.

    Ansonsten wüssten Mitarbeiter der Stadtverwaltung nicht so recht was täglich zu tun ist und wie sie ihre Arbeitszeit verbringen sollen.

    Anders kann ich mir die Motivation der Fraktion nicht erklären einen solchen Schwachsinn zur Beantwortung zu verlangen.

    Selbsterklärende Antworten, Fragen an die nicht zuständige Verwaltung, vorliegende Statistiken mit Antworten und Erklärungen von Verkehrsexperten, Hinterfragung von Verantwortlichkeiten mit Achtung und Rücksichtnahme im Straßenverkehr und letztlich ein Blick in das steuerfinanzierte, radfahrorientierte Mobilitätskonzept erübrigen bei entsprechender geistiger Klarheit und Urteilskraft einen solchen Fragenkatalog.

  3. Sobald sich Unfälle mit Zweirädern häufen, folgt die politische Logik: Verkehr einschränken – für alle anderen! Differenzierung? Überbewertet.

    Dabei liegt das Problem weniger im Verkehr per se, als in einer wachsenden Zahl von Fahrern mit elektrischem oder anderweitig motorisiertem Rückenwind, die Tempo mit Talent verwechseln.
    Mit Hilfsmotor unterwegs, aber ohne Gespür für Situation, Strecke oder Mitmenschen. Dass man sich dabei selbst oder andere gefährdet, scheint egal oder zumindest nicht bewusst.
    (Oder vielleicht rechnet man mit einer zweiten Runde im nächsten Leben nach der Wiedergeburt?)

    Und die nachhaltigen Radfahrer? Die treten selbst, verbrauchen keine zusätzliche Energie, verursachen weniger Verschleiß und kommen meist ohne Geschwindigkeitsrausch aus – eigentlich das naheliegende Modell, wenn man es ernst meint mit Umwelt und Rücksicht.
    Auch hier kommt es zu brenzligen Situationen, keine Frage.
    In den Medien sind diese aber um ein vielfaches seltener und man sollte auch diesen Umstand hinterfragen.

    Statt gezielt dort anzusetzen, wo das Problem entsteht, wird lieber wieder pauschal eingeschränkt, wenn man Linke.Volt folgt.
    Symbolpolitik statt Lösungen – aber immerhin: Es wirkt entschlossen, erneut alle anderen das Leben schwerer zu machen, bis auf der heiligen und sowieso moralisch überlegenen Kaste der Zweirad-Fans.

    An dieser Stelle eine ernst gemeinte Frage:
    Wieso scheint ist es so häufig der Fall zu sein, dass Rücksichtnahme eben nicht von BEIDEN Seiten erfolgt?
    Spätestens in der Fahrschule lernt man: Die Devise lautet „defensives Verhalten im Verkehrsraum“ und gilt für ALLE Verkehrsteilnehmer.
    Nicht nur bei Autos gegenüber Zweirädern, sondern auch genauso für Zweiräder und Fußgänger.
    Nur: Dieses Bewusstsein zu schaffen, wird nicht durch eine weitere Einschränkung der Automobilität erreicht.
    Aber vielleicht mache ich mir da auch gerade die Welt zu leicht – so wie die zitierten Stimmen aus dem oben stehenden Artikel.

  4. Der Unfall ,an der Morgenstraße ist, ohne Frage tragisch.
    Ich habe , in den ziebziger Jahren einen Fahrradkurs gemacht und dabei gelernt, dass man sich nie, niemals, rechts neben einen LKW stellt, dass sage ich hier, ohne die Umstände genau zu kennen, andererseits, stellt man sich aber auch nicht neben ein Fahrrad, ohne zu wissen, wohin es fährt.
    Wie einige meiner Vorredner/ Schreiber bereits geschrieben haben, es kommt auf gegenseitige Rücksichtnahme an.
    Wer jemals, in Holland, egal ob mit Auto oder Fahrrad unterwegs war, der weis, wie es gehen kann.
    Jedem Politiker, hier in Unna, empfehle ich, sich mal eine halbe Stunde an die Kreuzung Morgenstraße-Ostring zu stellen, dann dürfte schnell klar sein, wer das Problem ist.
    Ich habe hier, die Aktionen der Polizei schon mehrfach begrüßt, nur leider sind diese zu selten und gerade die jüngere Generation macht nach einer Kontrolle genau so weiter, wie bisher.
    Und dann kommen einige Politiker noch her und fordern die Abschaffung des Nachtfahrverbotes in der Fußgängerzone, ein Ort, wo man als Fußgänger, soweit andere sich an geltende Regeln halten, noch halbwegs sicher fühlt. Es sollte, seitens der Politik, noch mehr über einen Fahrradführerschein nachgedacht werden, dann erübrigen sich viele Maßnahmen und unsinnige Ideen. Damit hat man dann zumindest mal die Grundkenntnisse für die Nutzung von E-Scootern, Pedelecs und E-Bikes.

  5. Nachtrag: den Linken und Volt, empfehle ich, sich mal auf Rundblick schlau zu machen ( andere Medien gehen auch)
    Hier wird regelmäßig über die, von denen angefragten Themen berichtet.

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