Massens Gemeindeplatz zum Parkplatz machen? SPD wie Grüne möchten ihn lieber als Verweilplatz haben

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Archivbild - Bei Veranstaltungen im Massener Ortskern wie der beliebten Beach Party sind Hellweg wie Gemeindeplatz vergnügliche Treffpunkte für alle Generationen. (Archivbild RB)

Soll der durchgängig gepflasterte Gemeindeplatz in Massen für parkende Fahrzeuge freigegeben werden?

Solchen derzeit im westlichen Stadtteil diskutierten Vorstößen stehen sowohl die SPD als auch die Grünen mit Unbehagen gegenüber. Beide äußerten sich am Montag (6. 3.) mit Bewertungen dieser Forderungen und bringen unabhängig voneinander ganz ähnliche Alternativlösungen ins Spiel.

Der Vorstand des Massener SPD-Ortsvereins hatte sich mit der Parkplatzfrage selbst schon in seiner jüngsten Sitzung beschäftigt, berichten die Sozialdemokraten in ihrer Stellungnahme.

„Mehr Parkplätze in Massen – ändert das etwas an der aktuellen Situation?“

Eher nicht, so die einhellige Meinung.

Grundvoraussetzung für Veränderungen in Massen ist laut Thorsten Kusnierz, kommissarischer Vorsitzender des SPD-Ortsvereins, dass Veränderungsvorstöße – sei es aus Politik oder wie aktuell von einzelnen Vertretern des Gewerbevereins – auch zu Ende gedacht werden.

Deshalb beschäftigten sich die Sozialdemokraten u.a. mit folgenden Aspekten:

  • Wenn auch frühere Gutachten im Ergebnis hatten, dass der Bürgerplatz mit „Lkw befahrbar“ sei: Könnten denn überhaupt Parkplätze errichtet werden, wenn zeitgleich der Zugang zu den (tw. privaten) Parkplätzen und zu den Plätzen für Gehbehinderte freigehalten werden muss? T
  • Und: Tragen mehr Parkplätze zu einer Verschönerung des Massener Zentrums und zu einem umweltbewussten (Um-)Denken bei?
Symbolbild – Parkende Autos. Quelle Pixabay

„Diese Fragen lassen sich vom kompromissbereiten SPD-Ortsverein und von Ortsvorsteher Erik Rapillus durchaus mit Nein beantworten, wenn im Vorfeld nicht alle Fakten berücksichtigt wurden“,

beziehen die Genossen deutlich Position.

Ein Aspekt ist aus Sicht des Ortsvereins, dass es in Massen viele und durchaus auch ausreichend Parkplätze gibt. Das Bedürfnis „immer in erster Reihe zu stehen“ kann aus Sicht des Ortsvereins ohnehin nie gestillt werden, da die Parkplätze unmittelbar vor den Ladenzeilen mengenmäßig beschränkt sind.

Worin sich der Ortsverein auch einig ist, ist der minder einladende Bürgerplatz nebst sanierungsbedürftigem Gebäude dahinter. Hier vermisst der Ortsverein eine entsprechende Priorisierung bei den Veränderungsvorstößen. Denn:

„Ein schön gestaltetes Zentrum (rund um den Bürgerplatz), eine ebenso schön gestaltete Häuserfassade des städtischen Eigentums samt einladendem Innenleben würde viel mehr Bürger und Gäste dazu bewegen, vermehrt zu Fuß oder mit dem Rad ins Zentrum von Massen zu kommen.“

Hierzu haben der Ortsverein und der Ortsvorsteher bereits mehrere Anläufe unternommen, damit der Ortskern bspw. mit mobilen Grünlösungen verschönert wird.

Auch andere Veränderungsanträge sind bereits an die Verwaltung kommuniziert worden, bislang und zum Bedauern des Ortsvereins ohne Ergebnis.

„Gegenwärtig lässt sich aber festhalten, dass „nur“ die Errichtung von mehr Parkplätzen nicht zu einem besseren Gesamteindruck von Massen beiträgt.“

Archivbild- Beach Party auf dem Gemeindeplatz in Massen, hier mit dem im vergangenen Frühjahr verstorbenen früheren Ortsvorsteher Dr. Peter Kracht (re.). (Foto Rinke)

Grüne: Zentraler Platz bietet mehr Möglichkeiten als nur Abstellraum zu sein

Auch die Grünen verfolgen die Diskussion über Parken auf dem Gemeindeplatz. Der „Parkdruck“ am Massener Hellweg, so fassen sie die Argumente der Befürworter zusammen, würde den Bedarf nach weiteren Abstellflächen rechtfertigen. Ubd da der Platz sowieso gepflastert ist und selten in Benutzung wäre, sei es eine pragmatische Lösung, dort auch parken zu dürfen.

Die Grünen nehmen die Diskussion auf und machen einen gänzlich anderen Vorschlag, der sich mit den Überlegungen der SPD deckt:

„Statt immer mehr Fläche zum Abstellen privater Autos im öffentlichen Raum freizugeben, möchte die Fraktion anregen, in Gänze über eine Entwicklung des Platzes in der Massener Mitte nachzudenken.“

Einmal im Jahr wird der Gemeindeplatz zum Budendorf – der Weihnachtsmarkt zählt zu den Höhepunkten im Massener Terminkalender. (Archivbild RB)

„Direkt im Herzen von Massen herrscht nicht nur Parkdruck, sondern auch Spieldruck, Verweildruck und Aufenthaltsdruck in angenehmer Atmosphäre. Menschen brauchen Orte, an denen sie sich treffen, unterhalten oder einfach nur das Eis oder den Kaffee von nebenan genießen können.“

So die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Claudia Keuchel.

„Der bislang eher kahle Platz bietet seit der Umgestaltung nur wenig Gelegenheit dazu. Verschärft wird die Situation von immer heißer werdenden Sommermonaten, die den Platz zu einer regelrechten Hitzeinsel werden lassen“, beschreibt die grüne Massenerin die aktuelle Lage.

„Es wäre doch schön, den Platz als Raum für Menschen zu entwickeln: Mit Schatten spendendem Grün, Sitzbänken und mehr Spielgelegenheiten.“

Der frühere Platz mit Denkmal habe doch gezeigt, dass so etwas möglich sei und trotzdem wichtige Veranstaltungen wie z.B. der Weihnachtsmarkt weiter dort stattfinden könnten.

Der anstehende Planungsprozess zum Stadtteilentwicklungskonzept bietet aus Sicht der Grünen eine gute Gelegenheit, mehr aus dem Platz zu machen als wenigen Autos eine Parkmöglichkeit zu bieten.

Pressemitteilungen SPD-Ortsverein Massen / Die Grünen-Fraktion Unna

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