Spatenstich für neue Grundschule/Kita am Hertinger Tor – Kosten jetzt schon bei 31 Mio. €

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Symbolischer Spatenstich Ende Januar 2023 auf der neuen Großbaustelle im Unnaer Süden. (Foto Stadt Unna)

„Spatenstich für Unnas neuen Bildungsstandort: Am Hertinger Tor entsteht ein neuer Lernort!“

So überschreibt die Stadt Unna eine von vielen lang erwartete Pressemitteilung.

Mit einem symbolischen Spatenstich am heutigen Freitag, 20. Januar 2023, haben am Hertinger Tor die Bauarbeiten für Unnas „größtes bildungspolitisches Bauprojekt“ begonnen, so die Stadt.

Auf dem ehemaligen Brockhaus-Sportplatz entstehen in modernster Bauweise eine viergruppige Kindertagesstätte und eine dreizügige Grundschule – räumlich eng miteinander verbunden und aufeinander abgestimmt. Im Laufe des Jahres 2025 sollen die ersten Kinder den neuen Lernort nutzen können.

„Durch die ideale Verbindung von frühkindlicher und schulischer Bildung in einer vorbildlich nachhaltigen Bauweise schaffen wir mit dem Neubau am Hertinger Tor eine wichtige Investition in unser aller Zukunft“,

findet Bürgermeister Dirk Wigant.

Orientierung an modernsten pädagogischen Konzepten

Am Hertinger Tor werden die beiden Innenstadt-Grundschulen Falkschule und Nicolaischule zusammengelegt und beziehen einen zweigeschossigen Neubau.

Für das Altgebäude der Nicolaischule gibt es bereits seit zweieinhalb Jahren ganz konkrete Begehrlichkeiten. Hier ein Screenshot unseres Archivartikels vom Juli 2020:

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Das Bildungsensemble mit der neuen dreizügigen Grundschule wird durch eine viergruppige Kindertagesstätte sowie eine Dreifeldsporthalle ergänzt. Ein großzügiges Forum mit Aula steht dem angrenzenden Quartier als Treffpunkt für Veranstaltungen offen und soll die Funktionen eines Familienzentrums übernehmen.

Ein kleines Wohngebiet soll zudem noch hinzukommen.

„Am Hertinger Tor schaffen wir für unsere Kinder einen Ort des Lebens und Lernens, der an modernen pädagogischen Konzepten ausgerichtet ist. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zu der vielfältigen Bildungslandschaft in unserer Stadt.

Eltern und Kinder haben lange auf diesen Tag gewartet“, freut sich der für Schulen, Jugend und Familien zuständige Beigeordnete Sandro Wiggerich über den ersten Schulneubau der Kreisstadt Unna seit fast 40 Jahren.

Schulkinder beim Spatenstich. (Foto Stadt Unna)

In einem mehrstufigen Prozess mit den Schulleitungen, der OGS, der Kita und den Elternschaften wurden hierfür gemeinsame Lösungen entwickelt:

So wird beispielsweise die an die Aula angrenzende Küche bewusst so groß gestaltet, dass sie nicht nur zur Bewirtung bei Veranstaltungen in der Aula zur Verfügung steht, sondern auch von der Schulgemeinschaft für eigene Koch- und Backaktionen genutzt werden kann.

Hierfür wird eigens eine niedrigere Arbeitstheke eingebaut, an der auch jüngere Kinder gut arbeiten können.

Nachhaltigkeit spielt eine entscheidende Rolle

Insgesamt spiegelt die Bauweise der Gebäude alle Aspekte eines modernen pädagogischen Ansatzes wider: Die Klassen- und Gruppenräume der künftigen Grundschule sind großzügig verglast und gruppieren sich um einen gemeinsamen offenen Lernbereich. Diese offene Mitte bietet durch unterschiedlich gestaltete Zonen wie Sitznischen, Lerninseln und Chill-Out Bereiche ein vielfältiges Angebot für Lern- und Pausenzeiten.

„Ich freue mich, dass es uns hier möglich sein wird, das neue Lernen in die Architektur einzubringen“, so der scheidende Erste Beigeordnete Jens Toschläger, „das war von Beginn des Projektes an sowohl aus baulicher als auch aus schulfachlicher Sicht das Ziel und ließ sich aufgrund des Umstandes, dass ich nach dem Abschied von Kerstin Heidler zeitweise beide Bereiche federführend koordiniert habe, wunderbar miteinander vereinen.“

Bauplan. (Foto Stadt Unna)

Nachhaltigkeit spielt bei der Bauweise der neuen Gebäude eine große Rolle – in doppelter Hinsicht. Denn die ökologische Bauweise durch den Baustoff Holz und der bewusste Einsatz beispielsweise von Gründächern und Strom aus Sonnenenergie soll nach Fertigstellung des Gebäudes erlebbar bleiben und damit den jungen Nutzern anschaulich zeigen, wie Nachhaltigkeit im Alltag umgesetzt werden kann.

So werden beispielsweise vier der insgesamt fünf Gebäudeteile ein Gründach bekommen, von denen eines gleichzeitig als „Grünes Klassenzimmer“ fungiert. Auf dem verbleibenden Dach wird eine Photovoltaikanlage installiert, deren Stromgewinnung im Gebäude sichtbar wird.

Aussichtsplattform: Bürger können Baufortschritt verfolgen

Avisiert ist eine Gesamtbauzeit von 22 Monaten. Mit einer Aussichtsplattform, die im Sommer am Rande des Baufeldes an der Brockhausstraße eingerichtet werden soll, können sich interessierte Bürgerinnen und Bürger während der Bauarbeiten einen Überblick über die laufenden Arbeiten verschaffen.

Die geplanten Kosten für das Gesamtprojekt liegen derzeit bei rund 31,1 Millionen Euro (Stand Januar 2023).

Die Frage der Verkehrsführung mit einem geplanten neuen Kreisverkehr an der Hertinger Straße wird im Stadtentwicklungsausschuss in der kommenden Woche Thema sein.

4 KOMMENTARE

  1. Angestrebtes Ziel: 31,1 Mio. Euro.
    Kosten für eine große Sanierung von Falk- und Nicolaischule, was gleichzeitig mehr Schüler aufnehmen könnte? Maximal 2/3 davon, eher weniger.

    Verkehrskonzept? Ach nein, dass lassen wir mal.
    Also kann man davon ausgehen, dass diese Kosten noch oben draufkommen?

    Und der mehrstufige Prozess? War es nicht so, dass sich die Eltern für eine Innenstadtschule eingesetzt haben?
    Es bleibt ein fahler Beigeschmack.
    Seit vielen, zum Großteil SPD-geführten Jahren verweigert sich die Stadt in einer objektiven Betrachtung der Schulen. Immer wieder wurde der Stadt vorgeworfen, dass sie versucht die Nicolaischule kaputt zu reden. Und genauso lange, nicht erst seit 2,5 Jahren, heißt es, dass das Krankenhaus den Finger auf der Schule hat. Und die Krankenhauslobby ist ja stärker als die Kinderlobby. Komisch, dass sich die Sachen, die man so munkelt, immer wieder bewahrheiten, oder?
    Kurze Beine, kurze Wege. Oder doch dann das Elterntaxi nutzen?

    Ich würde schon jetzt anfangen und den Satz „Das waren Kosten, die konnte man vorher nicht einplanen.“ drucken und verteilen lassen. Ach ne, lieber nicht. Das glaubt ja doch keiner mehr.

    Ein Prestigeobjekt, welches keine solide Kostenplanung liefert, nicht bezifferte jährliche Instandhaltungskosten beinhaltet und keine Verkehrskonzepte bietet.

    Und so ganz nebenbei. Unser Landrat hat meines Erachtens auch zu viel Geld. Wieviel hat denn das neue UN-Wortlogo des Kreises gekostet? Wer braucht das? Wer hat den UN-Sinn veranlasst? Was war falsch mit dem alten Logo?
    Ich war Donnerstag im Kreishaus und habe in der Kantine den UN-mut der Mitarbeiter gehört. Begeisterung war da nicht dabei. Es soll sogar eine Broschüre existieren, die UN-glaublich viele Seiten mit UN-faßbar UN-nützen Bildern und Ausführungen enthält.
    Schon jetzt die Bitte, stellt es nicht als UN-bedingt notwendige Verbesserung in einer Pressekonferenz da. Der gemeine Bürger wird es UN-glaublich übel nehmen, dass dafür Steuergeld verschwendet wurde.
    Ich will keine sinnlosen Marketingprojekte mit meiner Rente finanzieren. (Ja, ich zahle Steuern!). Wenn ich Post vom Kreis kriege, interessiert mich die Schriftart nicht. Ich will wissen, wer Sachbearbeiter ist und wie ich denjenigen erreiche und was er von mir will.
    Mehr nicht! Was glaubt ihr denn, was man mit den Bescheiden macht? In ein Poesiealbum kleben und jeden Tag anschmachten?

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