„Mensch, Pit. Mach es gut.“ Emotionale Trauerfeier für Dr. Peter Kracht

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In der Friedenskirche Massen nahmen am 21. April Hunderte bei einer bewegenden Trauerfeier von Pit Kracht Abschied. (Foto Rinke)

„Mensch, Pit. Du lebst jetzt nichts mehr. Mach es gut.“

Hartmut Ganzke rang am Ende seiner Ansprache um Fassung. Viele andere ließen ihrer tiefen Traurigkeit an diesem milden Aprilnachmittag freien Lauf.

Mit bewegenden, anrührenden, schmerzlichen, aber auch einigen scherzhaften Worten und für die meisten bis dato unbekannten Anekdoten war die äußerst emotionale Trauerfeier für Dr. Peter Kracht – Pit Kracht – gestaltet, zu der am frühen Nachmittag des 21. April Hunderte Trauernde in die Massener Friedenskirche fanden.

So viele Freunde, Bekannte, neuere und einstige Weggefährten wollten von dem am 12. April völlig plötzlich Verstorbenen Abschied nehmen, dass die Plätze in den Kirchenbänken nicht ausreichten und später Gekommene der Feier stehend hinten in der Kirche beiwohnten.

Unfassbar ist es für alle nach wie vor, wie dieser lebensfrohe, fröhliche, herzliche, emphatische, bei allen beliebte, ungeheuer vielseitig engagierte Mensch von einem Tag auf den anderen mitten aus dem Leben gerissen wurde. Dieses „von jetzt auf gleich“ mache diesen Verlust so unsäglich schwer, sagte Pfarrer i.R. Hegeler mit tröstenden Worten an Pit Krachts Ehefrau Gudrun Friese-Kracht und die beiden Töchter Octavia und Philomena gewandt.

Sein plötzlicher Tod sorgte für tiefe Betroffenheit. Dr. Peter „Pit“ Kracht, hier mit seiner Frau Gudrun Friese-Kracht vor der Bücherwand im Wohnzimmer der Familie. (Archivfoto: Rinke)

Welch ein ungeheures Lebenswerk der leidenschaftliche Historiker, Ortsvorsteher, Kreisheimatpfleger und Verdienstkreuzträger Pit Kracht hinterlässt, ließen die Gedenkansprachen zu Dr. Peter Krachts Abschied lediglich erahnen. Auf die gemeinsamen Zeiten zurück blickten Peter Krachts Parteifreund Hartmut Ganzke (SPD), sein Freund und Weggefährte Heimatpfleger Wolfgang Patzkowsky, Vertreter des Massener Schützen- und des Deutschen Wandervereins sowie Helga Hartmann, die versprach, den gemeinsam etablierten Kunsttreffpunkt Unna (KTP) im Friedrichsborn „in deinem Sinne, Peter, weiterzuführen“.

Die Musikstücke – El Condor Pasa, Sound of Silence, Somewhere over the Rainbow – unterstrichen Pit Krachts Leidenschaft, die Welt zu sehen und in fernen Ländern ihrer jeweiligen Historie nachzuspüren. Er werde, so habe der leidenschaftliche Historiker einmal scherzhaft gesagt, erinnerte Hartmut Ganzke, er werde wohl der erste und einzige „Weltheimatpfleger“ sein. Und niemand, der sich je mit Pit in eine Diskussion um sein innigst erklärtes Lieblingsthema – die Varusschlacht – einließ, kam verlässlich unter zwei Stunden weg, jedoch immer mit einem guten Tropfen versorgt, denn trotz ohne jede Spur von Weinkenntnis „wusstest du, lieber Pit, mit vollen Zügen zu genießen.“ Sowohl einen guten Wein, eine deftige westfälische Mahlzeit wie auch das Leben an sich. „Du hast dein Leben gelebt. Jede Minute.“

Wolfgang Patzkowsky ließ in seinem Rückblick auf die gemeinsamen Zeiten in den 80er Jahren in Unna fröhliche Erinnerungen an „Pits“ wilde Studentenjahre anklingen, so dass bei aller Traurigkeit auch Lächeln zu sehen und kurzes Auflachen in der Kirche zu hören war. Wie tief getroffen er selbst durch diesen völlig abrupten Tod seines Weggefährten zurückbleibt, fasste der Heimatpfleger in ein einziges Wort am Ende: „Warum?“

Zur Filmmusik von „Winnetou III“ wurde der mit Blumen geschmückte Sarg aus der Kirche getragen.

Dr. Peter Kracht starb am frühen Morgen des 12. April 2022 vollkommen unerwartet nur wenige Wochen vor seinem 66. Geburtstag.

Einen kurzen Rückblick hatten wir hier verfasst.

R.I.P.

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