Nach „katastrophalen Tierschutzverstößen“ 14 neue Stellen, jährlicher Tierschutzbericht – Kreis: „Kein Behördenversagen!“

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Aufnahme aus der Viehsammelstelle - c/o SOKO Tierschutz

Die grauenhaften Tierquälereien (der Kreis spricht in seiner Pressemitteilung von „Vorfällen“) in Schlachtbetrieben im Kreis Unna „sollen sich nicht wiederholen – da sind sich alle einig“, beteuert die Kreisverwaltung Unna in einer heutigen Stellungnanme (Freitag, 8. Oktober).

Sie betont einschränkend ein:

„… auch wenn es keine Anhaltspunkte gibt, dass in den Fällen die zuständigen Behörden ihren Aufgaben nicht nachgekommen sind.“

Wie auf Rundblick ausführlich berichtet, hatte die Tierschutzorganisation SOKO Tierschutz im Frühjahr zunächst systematisches Schächten von Rindern und Schafen im Selmer Schlachthof Prott aufgedeckt (Schächten: ohne Betäubung ausbluten lasen) und im Juli mit neuerlichen Videos schockiert, die zeigten, wie Mitarbeiter der Werner Schlachterei Mecke brutal auf kranke, abgemagerte Kühe und Kälber einprügelten.

HIER nachzulesen.

Gleichwohl „soll alles getan werden, um solche katastrophalen Tierschutzverstöße in Zukunft zu verhindern“.

  • So werden 14 neue Stellen im Bereich Veterinärwesen geschaffen werden, um den neuen und strengeren gesetzlichen Rahmenbedingungen gerecht zu werden und im Verdachtsfall schneller eingreifen zu können.
  • Ergänzend dazu – so hat es der Kreistag in seiner Sitzung am 5. Oktober beschlossen – soll künftig jedes Jahr ein Tierschutz-Bericht vorgelegt werden.

Man wolle „Transparenz schaffen gegenüber der Politik und den Bürgern im Kreis Unna“, erläutert die Kreisverwaltung. In dem Bericht soll dargestellt werden,

  • wie viele Schlachtbetriebe es im Kreisgebiet gibt,
  • wie viele Transportbetriebe, wie viele Tierhaltungsbetriebe
  • und wie oft und wann sie kontrolliert wurden.
  • Festgestellte Verstöße sollen ebenso in den Bericht einfließen
  • wie Maßnahmen, die in der Folge von der Verwaltung getroffen wurden.

 

Gesundheitsdezernent Uwe Hasche (re.) bei der Pressekonferenz nach dem Mecke-Skandal im Juli: „Schreckliche Bilder, die ich mir ansehen musste“

„Das waren schockierende Bilder, die uns da aus Werne und Selm erreicht haben“, so Dezernent Uwe Hasche. „So etwas wollen wir künftig verhindern, das ist klar.

Ich will aber nochmal deutlich sagen, dass uns keinerlei Hinweise auf Verstöße vorlagen – zu keiner Zeit! Von behördlichem Versagen zu sprechen ist nicht gerechtfertigt.

Auch deshalb ist es richtig, unser Handeln transparenter zu machen und in einem jährlichen Bericht zu zeigen, dass im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben alles getan wird, um solche Missstände aufzudecken.“

Quelle: Pressemitteilung Kreis Unna

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