Heftig diskutierter Radstreifen an Eselsbrücke: Kritik kommt auch vom ADAC

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Die neue Radmarkierung an der Ab-/Auffahrt der Eselsbrücke quert die Fahrbahn der Bornekampstraße direkt gegenüber dem Eingang zum Bornekampbad. (Foto S. Rinke / RB)

Die grellrote Radlermarkierung von der Eselsbrücke hinunter zum Bornekamp (HIER) sorgt laut anhaltender Kritik vieler Bürger seit ihrer Auftragung für hochgefährliche Situationen, da Radfahrer „einfach durchbrettern“ und die Vorfahrt nicht klar wird.

Unserem Leser Dirk Kimpel lässt das Thema keine Ruhe. Er hat den Verkehrsclub ADAC angeschrieben und ihn um Einschätzung der Situation am Fuße der Brücke gebeten.

Der zuständige Regionalclub antwortete dem Unnaer wie folgt:

„Grundsätzlich sind Maßnahmen zur Verbesserung des Radverkehrs durchaus zu begrüßen. Bei der hier beschriebenen Stelle handelt es sich allerdings um eine sehr spezielle Verkehrsführung.

  • Die ungewöhnliche Markierung führt aus unserer Sicht eher zur Irritation, eventuell nicht nur bei Autofahrern.
  • Durch die durchgehend rote Farbgebung entsteht der Eindruck, dass die Radfahrer Vorrang haben. Entsprechende Zeichen sind auf dem Foto nicht zu sehen.
  • Die rote Farbe allein begründet keine Vorfahrt.
  • Wenn die Autofahrer aufgrund der Gestaltung das Tempo verringern, wäre das eventuell ein positiver Effekt.
  • Die Straßenbreite sind in der Tat sehr schmal aus, allerdings ermöglichen die einschlägigen Regelwerke oft Spielräume oder Sonderlösungen für räumlich begrenzte Flächen.
  • Ob sich die Lösung in der Praxis bewährt, hängt u.a. von der Begegnungshäufigkeit ab und auch von einem Gewöhnungseffekt. Dieser könnte vor allem dann eintreten, wenn überwiegend ortskundige Auto- und Radfahrer an der Stelle unterwegs sind.

Sollten sich Probleme an der Stelle häufen, sollte man seitens der Verwaltung auch bereit sein, diese Verkehrsführung aufzugeben und durch eine andere, vielleicht weniger progressive, aber bessere Variante zu ersetzen.“

Das wird kritisiert:

Seit Mitte Juli leuchtet auf der Bornekampstraße gegenüber dem Freibadeingang eine grellrote, breite Radwege-Markierung. Sie soll den Radverkehr von der Eselsbrücke hinunter (und herauf) leiten, obwohl die Brücke eigentlich gar nicht beradelt werden soll.

Ein Anwohner des Bornekamps beobachtete schon gleich an den ersten Tagen mehrfach haarsträubende Szenen an der neuen Markierung.

„Wenn ich heute dort durchgefahren wäre, dann wäre es zu drei Unfällen gekommen!“ Er zählt auf:

1. Vorfall: Jugendlicher mit Handy, freihändig, fuhr auf der Radmarkierung durch, ohne die Vorfahrt auf der Straße zu achten.

2. Vorfall: Jugendlicher, volle Fahrt voraus, zog voll durch.

3. Radfahrergruppe: Herdentrieb, der Anführer fuhr durch und alle hinterher.“

Hinzu geselle sich Parkchaos ums Freibad herum. „Auf dem neuen Stück Gehweg wird jeder freie Platz zugeparkt und die neue Beschilderung in keinster Weise beachtet. Das passiert in den letzten Tagen dauerhaft.“

Muss es erst, so ärgerte sich der Anwohner, einen schlimmen Unfall geben auf dieser missglückten Radspur?

Passiert ist inzwischen, dass im Rahmen einer Kinderaktion Holzfiguren bemalt wurden, die auf querende Kinder und generell auf die belebte Situation dort direkt am Bornekampbad hinweisen.

2 KOMMENTARE

  1. Vorfahrt gewähren Schild hin und die Vorfahrt für Fahrräder damit klarstellen. Fertig. Und da fragt man nen Autolobbyverein. Was ein Schmarn. Die armen Autofahren.

  2. Sorry Herr Schnakenhals
    Noch gilt das miteinander im Strassenverkehr,auch wenn viele ihrer Zweirad Freunde das gerne mal vergessen.
    Straßenverkehrs-Ordnung (StVO)
    § 1 Grundregeln
    (1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.
    (2) Wer am Verkehr teilnimmt hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird
    Desweiteren geht es hier ( wie auch vom ADFC bereits bemängelt)
    um eine unsichere Verkehrsführung ( vielleicht möchte ja ein Schulkind oder Fussgänger der denn Fußgängerüberweg (Zebrastreifen) auf dem Weg zur Schule quert NICHT nochmals stehen bleiben um sich zu vergewissern das kein Fahrrad seinen Weg Kreutz
    Und der ADAC wurde nachdem der ADFC sich kritisch zur Verkehrsführung geäußert hat von mir hinzugezogen um eine weitere Einschätzung der Situation darzulegen(also denn Schmarn können Sie sich Schenken)

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