Demo in Düsseldorf: „Öffnet die Schulen“

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Archivfoto des Bündnisses Laut für Familien bei der Demo in Essen.

Für sofortige Schulöffnungen geht am morgigen Montag, 12. April, das Elternbündnis „Laut für Familien“ auf die Straße. Die Initiative demonstriert ab 15 Uhr vor der Staatskanzlei Landtag in Düsseldorf.

Hintergrund ist die Entscheidung des NRW-Schulministeriums, zum Wiederbeginn des Unterrichts nach den Osterferien erneut ausschließlich auf Distanzunterricht umzuschalten, ausgenommen sind lediglich die Abschlussklassen.

Zunächst in der kommenden Woche, vom 12. bis zum 16. April, findet demnach ab der 1. Klasse wieder reines Homeschooling statt. Anschließend, „wenn das Infektionsgeschehen es zulässt“, soll wie in den letzten 14 Tagen vor den Ferien wieder der Wechselunterricht zwischen Distanz- und Präsenztagen erfolgen.

Dies hängt laut dem Gebauer-Ministerium allerdings davon ab, ob bis dahin genügend Testkapazitäten vorhanden sind, um jeden Schüler, jede Schülerin und das gesamte schulische Personal von der Grund- bis zur Berufssschule zweimal täglich auf Corona zu testen.

Das soll in der Schule geschehen und verpflichtend sein. Schülerinnen und Schüler, die sich nicht testen lassen möchten, dürfen laut der jüngsten Schulmail aus dem Ministerium nicht am Präsenzunterricht teilnehmen. Alle damit zusammenhängenden Fragen bleiben bisher unbeantwortet.

Nina Sommerfeld, die unsere Redaktion um eine Ankündigung der Demo bat, erläuterte zum Hintergrund kurz:

„Ich bin Mitglied der Initiative #Lautfürfamilien. Diese Initiative setzt sich für die Rechte und Bedürfnisse der Kinder und Familien in der Corona-Krise ein.

Wir sind weder Corona-Leugner noch Querdenker, sondern Eltern, die vielfach mittlerweile am Ende ihrer Kräfte sind, deren Kinder unglücklich, verunsichert, depressiv, verhaltensauffällig und vieles mehr von dem seit über einem Jahr andauernden Ausnahmezustand sind.“

Demo für Schulöffnungen

am Montag, den 12. April 2021 ab 15.00 Uhr vor der Staatskanzlei in Düsseldorf Seid mit uns #LAUT FÜR FAMILIEN Persönlicher Gruß und Einladung zur Demo in Düsseldorf! https://lautfuerfamilien.de/wp-content/uploads/2021/04/demo-aufruf-1-2021-02-04-08.mp4https://lautfuerfamilien.de/wp-content/uploads/2021/04/demo-aufruf-2-2021-02-04-08.mp4

Auszüge aus der Demo-Rede in Essen von Sina Mind:

„Mehr als ein Jahr Pandemie ist rum. Und gerne würden wir sagen, die Politik hat aus ihren Fehlern gelernt und Kinder und Jugendliche endlich als wichtige Bestandteile dieser Gesellschaft anerkannt.

Gerne würden wir sagen: Kinder werden nicht mehr am stärksten bemaßnahmt. Schließlich können wir eine Pandemie nicht nur auf den schwächsten Schultern der Gesellschaft bewältigen. Schließlich ist Solidarität keine Einbahnstraße.

Nach mehr als  einem Jahr müssen wir aber sagen, es hat sich nichts geändert, nein, es ist sogar noch schlimmer geworden. Denn wer einen  Fehler gleich zweimal begeht, hat doppelt Schuld und nichts gelernt.

Kinder und Jugendliche dürfen nach wie vor wenig oder gar nicht zur Schule gehen, Distanzunterricht bedeutet nach wie vor Aufgaben per Email verschicken. Online Unterricht … ähnelt einem Glücksspiel.

Nach wie vor ist keine gesellschaftliche Gruppe so stark in ihrer Lebenswelt eingeschränkt. Im Kindergarten darf nicht gesungen werden, in der Schule müssen selbst die Kleinsten ganztags mit Maske, ohne Pausen, trotz Abstand, in den wenigen Unterrichtsstunden sitzen, die ihnen noch verblieben sind. Körperliche Nähe ist verboten. Schwimmkurse finden nicht statt. Der DLGR schreit warnend auf, doch es verhallt. 

Fachgesellschaften schreien auf, warnend vor gesundheitlichen Folgen der Maßnahmen. Gesundheitsschutz auch eine Einbahnstraße? Immerhin sie werden gehört. Medien berichten ununterbrochen über die Folgen der Maßnahmen bei unseren Kindern. Endlich.

Kinder und Jugendliche zuerst, schallt es nun auch aus der Politik. Versprechungen folgen, Schulen schließen zuletzt und öffnen zuerst, so der O-Ton aller führenden Politiker.

Die politischen Verantwortlichen haben ihr Versprechen gebrochen.

Zumindest frage ich mich wo kann ich einen Termin für täglichen Unterricht buchen?

Man nimmt in diesem Land billigend in Kauf, dass es eine verlorene Generation gibt, die jetzt schon ein Bildungsdefizit aufgebaut hat, dass nicht mehr auszugleichen ist. Darüber hinaus haben viele Kinder und Jugendliche mittlerweile nicht mehr nur Bildungsdefizite, sondern psychische und soziale „Schäden“, die sie vermutlich noch lange Zeit begleiten werden.

Und trotzdem gibt es nach wie vor gibt es keine Pläne, alle Schüler und Schülerinnen  vollständig wieder an die Schulen zurückkehren zu lassen. Man hat kein zusätzliches Personal eingestellt, keine Räume hinzu gemietet und nach wie vor hat man kein Geld in die Hand genommen, um Luftfilter in Schulen zu installieren, wie sie übrigens in den meisten Landtagsgebäuden in Deutschland üblich sind.

Weichen sie ab vom ausschließlichen Blick auf eine Inzidenzzahlm die unlängst und nachweislich an Bedeutung verlor.“

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