Zusatzstelle in Unnas Kulturamt für jährlich 74.000 €: SPD will Umwidmung zum Kultur-Fördertopf

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Symbolbild RB

Trotz der noch nicht absehbaren Mehrbelastung der kommunalen Haushalte durch die Coronakrise ist im Stellenplan der Kreisstadt Unna eine zusätzliche Stelle für die Kulturverwaltung vorgesehen. Sie ist mit jährlich 74.000 Euro veranschlagt.

Grünen-Chefin Claudia Keuchel begrüßte diese neue Planstelle bereits in ihrer Ansprache beim digitalen Neujahrsempfang am Sonntag (31. 1.). Auch die SPD-Fraktion hält daran fest – möchte diese Planstelle jedoch befristet „umwidmen“.

Die 74.000 Euro sollen für die Einrichtung eines Fördertopfs genutzt werden, damit, so formuliert es Fraktionschef Sebastian Laaser, „die freie Kulturszene in Unna direkt und auf möglichst kurzem Wege mit Zuschüssen für Projekte Unterstützung erfährt.“  

Auch die Stelle eines Kulturreferenten/einer Kulturreferentin bleibt im Haushaltsplan „wie vorgesehen eingestellt“, so die SPD, soll jedoch zunächst vakant bleiben.

In ihrer Begründung des Antrags schreibt die 13-köpfige Fraktion (gleich groß wie Grüne und CDU):

Viele Gespräche, die wir während der vergangenen Wochen geführt haben, zeigen uns: Die massiven Auswirkungen der Corona-Krise gehen auch am Unnaer Kulturleben alles andere als spurlos vorbei: Vor allem die soloselbständigen Künstler/innen, die privatwirtschaftlichen Kultureinrichtungen und -veranstalter sowie Vereine und andere Akteure der freien Szene sind durch abgesagte Veranstaltungen und ausbleibende Honorare in existentielle Notlagen geraten.

„Die aktuelle Situation erfordert deshalb die Etablierung einer nachhaltigen Förderung, um die Vielfalt und Qualität der Kultur in Unna nach der Pandemie wieder lebendig werden zu lassen. Ziel muss es sein, auch in Zukunft ein breites und möglichst niederschwelliges Kulturangebot für alle Altersgruppen vorhalten zu können, die entsprechende Infrastruktur vor Ort langfristig zu sichern und damit auch zur Attraktivität unserer Stadt in erheblichem Maße beizutragen“, so Fraktionsvorsitzender Sebastian Laaser.

Das geht mit Blick auf die aktuelle Situation nicht ohne zusätzliche finanzielle Anstrengungen. Die im Stadtetat bislang veranschlagten Fördermittel reichen nicht aus, um unser kulturelles Leben in dieser besonderen Situation zu pflegen und nach dem Lockdown wieder erfolgreich in Gang zu setzen – vor allem, weil es auf Sicht auch nach dessen Lockerung weiterhin Einschränkungen für Veranstaltungen geben wird, die es erschweren, die notwendigen Einnahmen zu generieren und adäquate Honorare für die Künstlerinnen und Künstler zu zahlen.

Die SPD-Fraktion weiß um die im Kulturentwicklungsplan vorgesehene Einrichtung einer zusätzlichen Stelle in der Kulturverwaltung, um Netzwerkarbeit vor Ort zu fördern. Sie hat das immer unterstützt, hält aber aufgrund der Corona-Krise und der angespannten Haushaltslage der Stadt Unna ein Umdenken für notwendig. Die nur begrenzt zur Verfügung stehenden Mittel gilt es so effizient wie möglich zum Wohle unserer ganzen Stadt einzusetzen.

Die befristete Umwidmung der im Haushaltsplan vorgesehenen 74.000 Euro für eine weitere Stelle in der Kulturarbeit kann in diesem Sinne dringend notwendige Perspektiven schaffen. Dabei soll sichergestellt sein, dass der Kulturrat der Stadt Unna in die Vergabe der Projektmittel in angemessener Weise eingebunden ist und eventuelle in 2021 nicht abgerufene Gelder im Fördertopf verbleiben. Ende des Jahres gilt es die Situation neu zu bewerten.

Die Stelle eines Kulturreferenten bzw. einer Kulturreferentin bleibt so lange vakant – davon unberührt jedoch im Haushaltsplan wie vorgesehen eingestellt.

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