Quarantäne-Missachtung in der Erstaufnahme Massen

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Die Erstaufnahmestelle EAE Massen. (Foto RB)

Aufgrund von vier bestätigten Covid-19-Infektionen in der Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) in Unna-Massen steht die gesamte Einrichtung wie berichtet seit Donnerstag (15. 10.) unter Vollquarantäne. Mehrere Dutzend Bewohnerinnen und Bewohner haben sich am Samstagmittag (17.10.2020) eigenmächtig über diese behördliche Anweisung hinweggesetzt.

– Korrektur der Polizei um 15.10 Uhr: Unberechtigt entfernt hatten sich nicht wie zunächst gemeldet ca. 40, sondern 22 Bewohner, die anderen waren zwar noch in der EAE gemeldet gewesen, jedoch schon vor der Quarantäneverhängung anderweitig untergebracht worden; teils waren sie auch im Krankenhaus. Vier der Bewohner, die unberechtigt aus der EAE verschwanden, sind immer noch verschwunden. Stand Montagnachmittag, 15 Uhr.

Wie uns die Unnaer Polizeisprecherin Vera Howanietz am Montagvormittag auf Nachfrage bestätigte, wurde gegen 13 Uhr am Samstag ein entsprechender Polizeieinsatz im Bereich der Buderusstraße notwendig.

Bis zu 40 Personen, berichtet sie (Korrektur: es waren 22), waren über den Zaun der ehemaligen Landesstelle geklettert und hatten das Areal in unbekannte Richtung verlassen. Anwohner der Buderusstraße sahen einige junge Männer in Richtung Ortsmitte Massen/Dortmund Wickede wandern.

Polizeisprecherin Howanietz führt dazu weiter aus: „Ob diese Personen mit Covid-19 infiziert waren, war zunächst unklar.“

Im weiteren Verlauf des Einsatzes wurden der Stadt Unna die Ergebnisse der Testungen mitgeteilt, die am Donnerstag bei sämtlichen Bewohnern der EAE vorgenommen worden waren. „Sie waren durchgehend negativ – natürlich bis auf die bereits im Vorfeld positiv getesteten Personen.“

Diese vier positiv getesteten Bewohner/innen seien allerdings isoliert gewesen und hätten die Unterkunft nicht verlassen.

Lesen Sie weiter: Wie die Stadt Unna und die Bezirksregierung auf die Verstöße reagieren

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Wie unsere Redaktion am Freitag nach einem Leserhinweis recherchiert hatte, steht die Landeseinrichtung mit derzeit ca. 350 Bewohner/innen bis zum 27. Oktober unter Vollquarantäne. Die Pressesprecherin der Bezirksregierung Arnsberg, Anna Carla Springob, sagte uns auf Nachfrage, dass der Kreis als Betreiber der Einrichtung am Donnerstag vier bestätigte Fälle in Arnsberg gemeldet hätte. Bis zum 27. Oktober dürfen die momentan dort untergebrachten Asylbewerber das Gelände der EAE nicht verlassen.

Um das System nicht zu überlasten, werden neu ankommende Asylsuchende momentan nicht dezentral auf die verschiedenen Erstaufnahmeeinrichtungen im Land NRW verteilt, sondern es läuft jeweils eine Einrichtung „voll“. Aktuell ist es die in Unna-Massen.

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