Lana träumte von eigener Kita in Australien – doch dann kam der Corona-Lockdown

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Foto: Lana Jaber bei ihrer Arbeit in Australien

Mit großen Hoffnungen und Plänen reiste eine junge Frau aus Unna, Lana Jaber, nach Melbourne, um dort ein pädagogisches Studium zu absolvieren – und sich den Traum von einer eigenen Kindertagesstätte zu erfüllen.

Doch dann kam Corona – und Janas Traum droht zu scheitern. Schlimmer noch: Ihre gesamte Existenz in Australien steht jetzt auf dem Spiel.

Nur noch wenige Tage bleiben ihr, um ihr Visum zu verlängern, doch ihr fehlt das Geld. Denn wie zahlreiche andere Menschen in Australien hat auch Jana wegen der strengen Infektionsschutzmaßnahmen all ihre Einkommensquellen verloren.

Melbourne befindet sich aktuell im Lockdown – Stufe 4. Außer den Läden für alltäglichen Bedarf ist praktisch alles geschlossen. Es gilt eine Ausgangssperre zwischen 20:00 und 05:00 Uhr. Melbourner dürfen täglich maximal eine Stunde draußen Sport treiben und einmal am Tag einkaufen gehen – in einem Umkreis von 5 km vom Wohnort entfernt. Es herrscht Ausnahmezustand.

Damit sie ihr Visum verlängern kann, hat Lana über die Online-Plattform gofoundme.com eine Spendenaktion ausgerufen. Wer sie unterstützen möchte, kann dies gerne über folgenden Link machen: https://gf.me/u/yvqjgb

Dominik Burchert, ein Bekannter von Lana, führte ein Interview mit ihr und ließ sich ihre missliche Situation schildern.

Guten Morgen Lana! Oder sollte ich lieber „guten Nachmittag“ sagen? In Deutschland ist es gerade kurz nach 08:00 Uhr am Morgen. Wie spät ist es bei dir?

Bei uns ist es gerade 16:00 Uhr. Ich lebe zurzeit 8 Stunden in der Zukunft

Als wir uns das letzte Mal vor einigen Jahren trafen, warst du noch „Unnaerin“. Jetzt lebst du in Melbourne, wie kam es dazu?

Australien war schon immer ein Land, das mich sehr gereizt hat. Allerdings haben das auch viele andere Länder, weshalb ich erst einmal in der Welt herumgereist bin. Bei meiner Rückkehr nach Deutschland habe ich dann ein Angebot für meine Musikkarriere erhalten. Dafür hätte ich allerdings dauerhaft in Deutschland bleiben müssen. Da ich jedoch örtlich ungebunden sein wollte und mich auf einer Reise verliebt habe, haben mich letzten Endes die Liebe und mein Drang nach einem neuen Abenteuer hierher gebracht. 

Wie sah dein Leben dort vor Corona aus und was hat sich seitdem verändert?

Das ist gefühlt schon ewig her. Wir sind seit März im Lockdown. Wie die Zeit vergeht….

Vor Corona war mein Leben hier bunt und vielseitig. Melbourne ist eine der lebenswertesten Städte der Welt und hat ihrem Namen alle Ehre gemacht. Es gibt jeden Tag bis tief in die Nacht hinein immer viel zu erleben. Vor allem für mich als Musikerin ist Melbourne mit seiner faszinierenden Livemusik-Szene ein Paradies. Ich war auf Festivals, in Bars, auf Houseparties oder besuchte Kunstausstellungen im beliebten Stadtviertel Brunswick. Im Kontrast zu dem pulsierenden Stadtleben hat es mich aber auch immer wieder auf wunderschöne Ausflüge in die Natur in üppige Wälder und entlang unendliche Strände verschlagen. Seit der Lockdown im März bei uns angefangen hat, hat sich die Stadt drastisch verändert, und nichts von dem Leben, das man hier kannte und liebte, ist mehr da. Einige Lokale, die Melbourne zu dem gemacht haben, was es ist, mussten schließen,einige kämpfen noch immer ums Überleben. Die Regierung in Victoria (Melbourne Staat) hat oftmals Grenzen überschritten und man weiß nicht, wie das Leben nach dem Lockdown aussehen wird. Dennoch liebe ich es hier und freue mich darauf, hoffe ich darauf, wieder dort anzufangen, wo wir Anfang des Jahres aufhören mussten. 

Das alles schreckt dich also nicht ab und du wirst bleiben?

Australien ist ein Land wie kein anderes. Trotz der Einschränkungen, die wir zurzeit erleben, weiß ich, was nach dem Lockdown auf mich wartet. Wunderbare Menschen, Chancen, die ich sonst nirgendwo in der Art bekomme, unverwechselbare Events und noch ein ganzes Stück Land außerhalb Victorias, mit faszinierender Flora und Fauna, das es zu entdecken gilt. Hier fühle ich mich zu Hause und hier kann ich mir meinen Traum erfüllen. Indem ich mich um jene kümmere, die eines Tages dafür verantwortlich sein werden, unseren Planeten zu einem besseren Ort zu machen – unsere Kinder.

Ich träume von einer eigenen, kleinen Kindertagesstätte mit einer holistisch geprägten Herangehensweise. Ich möchte den Kindern dabei helfen, ein gesundes und stabiles persönliches Fundament aufzubauen, indem ich ihnen dabei helfe, ihre individuellen Stärken hervorzubringen und ihnen Wissen aneigne, welches sie für ein genährtes Selbst brauchen. Sie sollen neugierig sein, Unbekanntes zu erkunden, Abenteuer zu erleben und interessiert daran sein, ihr volles Potenzial auszuschöpfen. Damit ich diesem Traum nachgehen kann, muss ich jedoch erst studieren und das in Australien. Bitte nicht falsch verstehen, dafür würde ich auch ein paar Jahre zurück nach Deutschland kommen. Aber dort gibt es leider einfach nicht die Möglichkeiten und Institutionen, die meiner Vision entsprechen.

Deine Freunde in Unna und überall anders auf der Welt kennen dich auch als leidenschaftliche Musikerin. Was bedeutet Musik für dich? 

Manchmal hören Leute nicht zu, wenn man spricht. Die Frequenz meiner Melodien wird hingegen gefühlt und das ist oft stärker, als Worte je sein könnten. Da sie so von Bedeutung ist, wird sie natürlich auch eine große Rolle in meinen Erziehungsmethoden spielen. Ich bin davon überzeugt, dass Kinder sich anders, nein… besser entwickeln, wenn sie mit Musik in Berührung kommen!

Aber dein Traum ist aktuell in Gefahr. Was ist los?

Durch den langwierigen Lockdown habe ich leider alle meine Einkommensquellen nacheinander verloren. Ich konnte mich eine Weile mit meinen Ersparnissen über Wasser halten. Das Studieren in Australien ist jedoch leider sehr teuer und dazu kommen die Gebühren für den Visa-Antrag und entsprechende Versicherungen. Wenn ich mein Visum nicht verlängern kann, werde ich das Land verlassen müssen. Ohne fremde Hilfe wird es mir leider nicht möglich sein, mein Studium hier zu beginnen, was dann dazu führen würde, dass ich meinen Traum erst einmal begraben muss. Daran möchte ich garnicht denken…

Du hast dafür extra eine Spenden-Kampagne online eröffnet. Wie können dir die Leute dort helfen?

Ich habe eine Kampagne über GoFundMe eröffnet. Die Menschen, die meine Vision teilen und mich bei der Umsetzung meines Traums unterstützen möchten sind herzlich dazu eingeladen, das Projekt mit einer kleinen Spende zu unterstützen. Dabei ist die Höhe vollkommen egal! Ich bin zu tiefst dankbar für jeden Betrag, der mir hilft, mein Visum zu verlängern, ohne dabei in einen finanziellen und existenziellen Ruin zu stürzen.

Gespendet werden kann dabei über diesen Link: gofundme.com/f/i-have-a-dream2021

GoFoundMe ist eine große und vor allem seriöse Plattform, die schon allerhand Projekte möglich gemacht hat.

Alternativ freue ich mich auch über Spenden via PayPal. Die entsprechende Email Adresse dafür lautet: lanajaber@aol.com

Ich schätze jeden kleinsten Beitrag und bin allgemein sehr gerührt davon, dass es so viele Menschen gibt, die bereit sind mich und meine Vision zu unterstützen. Ich möchte außerdem noch einmal allen danken, die bereits für meinen Traum gespendet haben!

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