Rat beschließt „Bäderbus“ in Unnas Nachbarstädte: Bornekampbad wird ignoriert – Trägerverein enttäuscht und skeptisch

0
162
Freibad Bornekamp - Archivbild, Fotorechte RB

Stell dir vor, die Politik einer Kreisstadt beschließt einen Pendelbus in auswärtige Freibäder, ohne das vorhandene Freibad in der eigenen Stadt überhaupt zu erwähnen.

Entsprechend ernüchtert und enttäuscht zeigt sich der Trägerverein des Unnaer Bornekampbades nach der Abstimmung über den „Bäderbus“ in der Ratssitzung am Mittwochabend (20. Mai).

Wie berichtet, stammte der Antrag auf einen sommerlichen Pendelbusverkehr in umliegende Freibäder von der CDU. Kritiker, darunter auch Wir für Unna (WfU), sehen in diesem „Bäderbus“ einen Offenbarungseid dafür, dass sich die Bürgermeisterpartei endgültig von Überlegungen für ein neues Unnaer Freibad verabschiedet hat, nachdem das Massener Freizeitbad vor rund 15 Jahren geschlossen wurde.

Während die SPD noch zumindest auf ein neues Lehrschwimmbecken für Massen hofft und drängt, spricht die WfU-Fraktion unverhohlen von einer „Bankrotterklärung“ für die Kreisstadt, die ihre eigenen Freibadhungrigen künftig in allesamt deutlich kleinere Nachbarkommunen chauffieren lassen will. Das wird nach Schätzung der Stadt rund 35.000 bis 50.000 Euro jährlich kosten.

Die Begründung der CDU, dass es für kleinere Städte generell immer schwieriger sei, ihren Bürgern Freibädern zu bieten, spottet den Realitäten Hohn: Ob die kleineren Städte Kamen und Bergkamen oder die viel kleineren Nachbarkommunen Fröndenberg und Holzwickede, alle bieten große Bäder, Fröndenberg sogar zwei (das Löhnbad in der Stadtmitte und, von einem regen Bürgerverein getragen, in Dellwig).

Dass ja „eigentlich“ auch Unna neben dem Hallenbad noch ein eigenes kleines, feines Freibad besitzt, wird in dem Antrag der CDU mit keinem Wort erwähnt. Bis auf die SPD habe auch niemand mit dem Verein gesprochen, teilte der Bornekampverein unserer Redaktion auf Nachfrage mit.

Dergestalt in der politischen Diskussion „totgeschwiegen“ gibt sich der engagierte Trägerverein am heutigen Abend nach der Abstimmung im Rat merklich distanziert und unerfreut.

„Aus Sicht unseres Freibades stehen wir der Entscheidung weiterhin kritisch gegenüber“, stellt der Verein auf seiner öffentlichen Facebookseite fest.

„Unser Bad ist gerade in den Sommerferien ein zentraler Anlaufpunkt für Kinder, Jugendliche und Familien vor Ort. Bereits heute sorgen wir mit großem Einsatz dafür, allen Besucherinnen und Besuchern einen sicheren und angenehmen Aufenthalt zu ermöglichen.

Die geplante Verlagerung von Besucherströmen in andere Bäder wirft für uns grundlegende Fragen auf:

Während unser eigenes Angebot gestärkt werden sollte, werden nun zusätzliche Mittel eingesetzt, um Gäste aus unserem Bad in andere Kommunen zu transportieren.

Gleichzeitig bleiben Fragen zur Auslastung, zur sicheren Betreuung der Kinder sowie zu möglichen Zugangsbeschränkungen in den Zielbädern ungeklärt.

Gerade an stark frequentierten Tagen braucht es verlässliche und durchdachte Lösungen – sowohl für die Kinder als auch für die beteiligten Bäder.

Wir hätten uns gewünscht, die vorhandenen Mittel gezielt in die weitere Stärkung und Attraktivität unseres eigenen Freibades zu investieren.

Die Entwicklung werden wir weiterhin kritisch und konstruktiv begleiten.“

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here