Viel zu viele freilaufende Hunde – das Top-Thema beim Kreisel-Talk in Holzwickede-Hengsen

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Vor Ort diskutierte Ortsvorsteher Volker Schütte mit Anwohnern das wachsende Problem mit freilaufenden Hunden. (Foto V. Schütte)

Viel zu viele freilaufende Hunde im Hengser Westen: Das war das Top-Thema bei „Schüttes-Kreisel-Talk“ im Mai, berichtet der rührige Ortsvorsteher des Holzwickeder Ortsteils, Volker Schütte, von der jüngsten nach ihm benannten Bürgergesprächsrunde. Ein Thema, das sich nach Erfahrung unserer Redaktion dabei mitnichten nur auf Hengsen oder Holzwickede beschränkt, sondern kreisweit und überregional immer wieder für heftige Diskussionen sorgt.


„Familie Koppelberg und Landwirt Jörg Krumme, die am Linscheider Weg in Hengsen leben, haben den konstruktiven Meinungsaustausch dort angestoßen“, berichtet Volker Schütte.

Bei einem Treffen vor Ort gab die junge Familie – übrigens selbst Hundehalter – Ortsvorsteher Volker Schütte einige Tage später zu verstehen, dass immer mehr Hundebesitzer, die auf den weitläufigen Hengser Feld- und Wirtschaftswegen unterwegs sind, ihre Vierbeiner dort unangeleint laufen lassen.

Manuel Koppelberg: „In den letzten fünf Monaten ist es schon viermal vorgekommen, dass Hunde bedrohlich auf uns zugerannt sind, als wir mit dem Kinderwagen auf der Tal-, Feld- oder Kellerstraße unterwegs waren.

Sprechen wir die Besitzer darauf an, bekommt man häufig den Spruch zu hören, dass doch nichts passiert sei und der Hund halt auch mal seinen Jagdtrieb ausleben muss – unglaublich!“

15 Rehe auf der Schwerter- und Langscheder Straße überfahren

Jörg Krumme kann diese Aussage nur bestätigen:

„Häufig beobachte ich von meinem Trecker aus, wie freilaufende Hunde Hasen und Rehe aufschrecken und über die Felder und Wiesen treiben.“ Dieser Jagdtrieb bleibt dann häufig aber doch nicht folgenlos:

So sind laut Krumme im Jahr 2025 dadurch allein 15 Rehe auf der Schwerter- und Langscheder Straße überfahren worden. Auch einen Hund hat es auf einer der beiden viel befahrenen Landstraßen erwischt.

Für einen Landwirt wie Jörg Krumme gibt es aber ein weiteres Problem, das mit den Hunden in Zusammenhang steht – deren Kot.

Ein Häufchen hier, ein Häufchen da

Was für viele nur wie ein kleines Ärgernis aussieht, kann für einen Landwirt schlimme Folgen haben. Hundekot auf bewirtschaften Wiesen bringt Krankheitserreger in den Futterkreislauf – mit fatalen Auswirkungen für die Nutztiere.

„Ein Häufchen hier, ein Häufchen da – und schon ist das Futter für die Kühe, Pferde oder Schafe kontaminiert.

Hundekot auf landwirtschaftlich genutzten Flächen ist ein ernstzunehmendes Risiko für diese Tiere. Besonders gefährlich ist der Parasit „Neospora caninum“, der über Hundekot auf die Weiden und damit auch ins Heu gelangen kann“, so Krumme.

Übrigens: Schon ein einziger Hund kann den gesamten Futterbestand einer Wiese kontaminieren. Und das mit weitreichenden Folgen: Erkrankt ein Tier an „Neospora“, ist es meist dauerhaft infiziert. Was viele Hundebesitzer nicht wissen: Hundekot auf Wiesen zu hinterlassen ist nicht nur rücksichtslos, sondern auch verboten und unter Strafe gestellt.

Jörg Krumme, der in dieser Sache deutlich mehr Kontrollen des Ordnungsamts einfordert: „Wer den Hund auf den Weiden laufen oder dessen Kot liegen lässt, bringt andere Tiere in Gefahr. Und auch Kotbeutel lösen das Problem nur, wenn sie im Abfalleimer und nicht im Gebüsch oder am Feldrand entsorgt werden!“

Schüttes Fazit

Was für ein Fazit zieht Volker Schütte nach seinem Treffen vor Ort?

„Angesichts der Sperrung des ´Truppis´ sind schon jetzt deutlich mehr Spaziergänger und Hunde auf den Wegen im Hengser Westen unterwegs. Auch die Zahl der verbotswidrig geparkten Autos, die unsere Landwirte an der Weiterfahrt hindern, hat zugenommen.

Damit ein entspanntes Miteinander möglich ist und das Wohl von Mensch und Tier gesichert bleibt, sollte das Ordnungsamt darüber nachdenken, im Rahmen von sichtbarer Präsenz Aufklärungsarbeit zu leisten – ganz besonders in Sachen ´Leinenpflicht´.

Verständnis, gegenseitiger Respekt, etwas Kontrolle, aber auch der ein oder andere Abfallbehälter mehr, könnten die Probleme lösen. Wir leben doch alle in einem Dorf!“

PM Ortsvorsteher V. Schütte

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