„Vertrauen arbeitender Familien zurückgewinnen“ – 33-jähriger Lehrer als SPD-Landtagskandidat für Nordkreis nominiert

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Der Parteivorstand der SPD Lünen mit Landtagskandidat Steven Roch (5. v. r.) (Fotos: Gian Luca Fusillo).

SPD Lünen nominiert Steven Roch: „SPD muss für arbeitende Familien einstehen, die den Laden am Laufen halten“!

Der SPD-Stadtverband Lünen hat auf einem außerordentlichen Stadtverbandsparteitag im Gemeindesaal St. Josef In der Geist mit deutlicher Mehrheit Steven Roch als Landtagskandidaten für den Wahlkreis Lünen, Selm und Werne nominiert.

Roch erhielt 56 von 65 Delegiertenstimmen und setzte sich damit klar gegen seinen innerparteilichen Mitbewerber Ümithan Yagmur durch.

In seiner Bewerbungsrede schlug der 33-jährige Lehrer und stellvertretende Lüner Stadtverbandsvorsitzende einen ungewöhnlich offenen Ton an, berichtet der Stadtverband.

Roch habe dabei weder die eigene Partei noch die schwarz-grüne Landesregierung in Düsseldorf geschont.

„Die SPD hat das Vertrauen der Menschen verloren, die morgens früh aufstehen, arbeiten, Kinder großziehen, Angehörige pflegen und ihren Beitrag leisten.“

Seine zentrale Botschaft: Die SPD müsse klar sagen, für wen sie Politik macht – für die, die das Land im Alltag am Laufen halten.

Roch, der aus einer Arbeiterfamilie aus Lünen-Süd stammt und als Erster in seiner Familie Abitur und Studium absolvierte, knüpfte seine politischen Schwerpunkte an die Lebensrealität vieler Familien: steigende Kosten und die Erfahrung, dass von Lohnerhöhungen oft wenig übrigbleibt.

In der Bildungspolitik kritisierte Roch den Lehrkräftemangel und die soziale Ungleichheit im Schulsystem. Roch: „Wenn ein Busfahrer das Tablet für sein Kind selbst bezahlen muss, während andere es bezahlt bekommen, dann sei die Antwort nicht Kürzung nach unten, sondern echte Lernmittelfreiheit für alle Familien.“

Auch in der frühkindlichen Bildung sieht Roch großen Handlungsbedarf. Er kritisierte fehlende Kita-Plätze, Personalmangel und die Folgen der KiBiz-Reform für kleine Einrichtungen. Schwarz-Grün lasse Familien im Alltag allein, wenn Kitas schließen oder Betreuungszeiten ausfallen.

Er bekannte sich klar dazu, dass Nordrhein-Westfalen auf dem Weg zur Klimaneutralität Industrieland bleiben müsse. Gerade die chemische Industrie und energieintensive Betriebe bräuchten Planungssicherheit beim Wasserstoffhochlauf, beim Ausbau der Infrastruktur und bei bezahlbarer Energie.

Der 33-jährige verwies darauf, dass in NRW jeden Monat 2.100 Industriearbeitsplätze verloren gehen. Diese Angst um den Arbeitsplatz
sei kein abstraktes Thema, sondern betrifft auch seine eigene Familie. Die Landesregierung, so Roch, liefere zu wenig konkrete Industriepolitik.

Beim Thema Wohnen und Kommunen kritisierte Roch insbesondere Ministerin Ina Scharrenbach aus Kamen. Während bezahlbarer Wohnraum fehle und der sozial geförderte Wohnungsbau hinter dem Bedarf zurückbleibe, würden Städte und Gemeinden mit ihren
Problemen allein gelassen. Roch sprach von einer demokratiegefährdenden Unterfinanzierung der Kommunen: „Wenn Straßen kaputt sind, Kitas ausfallen, Wohnungen fehlen, Bürgerämter überlastet sind und Schwimmbäder schließen, dann verlieren Menschen nicht nur Vertrauen in Verwaltung, sondern auch in Politik insgesamt.“

Es gehe jetzt darum, klarer zu werden, den Leuten mit offenem Ohr zu begegnen und mit Haltung, Bodenhaftung und Freude um Vertrauen zu werben. Politik mache er, weil es ihm nicht egal sei, dass ausgerechnet die SPD für viele arbeitende Familien nicht mehr die erste Adresse sei – und weil er Lust habe, konkret etwas zu verändern.

Gewürdigt wurde auf dem Parteitag auch die politische Arbeit von Rainer Schmeltzer. Seit dem Jahr 2000 ist Schmeltzer direkt gewählter Landtagsabgeordneter für Lünen, Selm und Werne, seit 2022 zudem 1. Vizepräsident des Landtags Nordrhein-Westfalen.

In einer sehr persönlichen Rede blickte Schmeltzer auf seine politische Arbeit zurück. Dabei dankte er besonders seinen langjährigen Mitarbeiterinnen Nicole Liese und Sabine Quick für die enge und verlässliche Zusammenarbeit.

Der Lüner SPD-Stadtverbandsvorsitzende Norbert Janßen dankte beiden Bewerbern für einen fairen innerparteilichen Wettbewerb. Auch Ümithan Yagmur sagte Steven Roch seine Unterstützung für den weiteren Weg zu.

Die offizielle Aufstellung des SPD-Kandidaten für den Landtagswahlkreis erfolgt auf der Wahlkreisdelegiertenkonferenz der drei Städte Lünen, Selm und Werne in einem Monat am Donnerstag, 23. April. Dort wird Roch mit Erdal Macit aus Selm-Bork auf einen
weiteren innerparteilichen Mitbewerber treffen.

Die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen findet dann ein Jahr später am 25. April 2027 statt.

PM und Fotos: SPD Lünen

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