Tempo 10 auf Schlaglochpiste L881 Bausenhagen – B1: Land kündigte 2023 Sanierung an – Vier CDU-Fraktionen protestieren

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Das Limit von 30 auf dem zertrümmerten Teilstück der Hauptstraße zwischen Fröndenberg-Bausenhagen und Unna-Siddinghausen wurde jetzt nochmals reduziert. Foto: Bernd Pieper

+++UPDATE 10. April – jetzt fordern die CDU-Fraktionen Unna und Fröndenberg gemeinsam unverzügliches Handeln des Landes +++

Die Landesstraße L881, Hauptstraße von Fröndenberg-Bausenhagen über Siddinghausen zur B1 bei Westhemmerde (sie heißt sogar „Hauptstraße“), ist derart kaputt, dass auf einer Teilstrecke seit gut 15 Jahren nur noch Tempo 30 gefahren werden darf.

Eine der kaputtesten Landesstraßen im Kreis Unna und vermutlich weit darüber hinaus sollte eigentlich endlich saniert werden. Das teilte Straßen.NRW vor inzwischen schon einiger Zeit mit – konkret vor drei Jahren.

Damals berichteten wir auf unserer Partnerseite Ausblick am Hellweg über den Straßensanierungsplan des Landes für das Jahr 2023 wie folgt:

Die L 881 von Fröndenberg-Bausenhagen nach Unna-Hemmerde steht auf dem Landesstraßen-Sanierungsprogramm NRW für 2023.“

Passiert ist auf der Hauptstraße zwischen Fröndenberg und der Bundesstraße B1 binnen drei Jahren – nichts. Bis jetzt.

Drei Jahre nach der Ankündigung zur Komplettsanierung durch das Land machte Rundblick-Leser Bernd Pieper eine Entdeckung gemacht und meldete sie am 20. 3. an unsere Redaktion:

„Gleich drei !!! neue 10 km/h-Schilder auf der kaputtesten Straße Deutschlands zwischen Bausenhagen und Siddinghausen. Wollte Straßen.NRW da nicht längst aktiv werden?!“

Das hat der aufmerksame Leser richtig in Erinnerung. Unsere Ankündigung über die in Aussicht gestellte Sanierung datiert vom 9. April vor drei Jahren.

Für die Deckensanierung der mit Schlaglöchern übersäten 7,3 Kilometer, die als Palzstraße in Bausenhagen beginnt, als Hauptstraße Richtung Siddinghausen weitergeht und als Westhemmerder Straße auf der B1 endet, waren im damaligen Sanierungsplan der Landesregierung rund 1,3 Millionen Euro vorgesehen.

Die Fahrbahn dieser Landesstraße ist schon seit buchstäblich Jahrzehnten auf der oberen Hälfte in Richtung Bausenhagen derart zertrümmert, dass auf dem am schlimmsten ramponierten Teilstück schon gefühlt ewig ein Limit von 30 km/h gilt. Vor allem für Zweiradfahrer bergen diese Löcher auch bei langsamer Geschwindigkeit hohe Risiken.

Den Startpunkt der im Frühling 2023 angekündigten Sanierung, die aufgrund der Länge der Straße voraussichtlich mehrere Monate dauern wird, legte das Land damals nicht fest. Wohlgemerkt, wie man drei Jahre später sieht.

Die Reduzierung auf eine Höchstgeschwindigkeit von 10 Stundenkilometern gilt gemeinhin als letzte Maßnahme vor der Komplettsperrung. Dass Tempo 10 nicht mehr nur für Feldwege wie die zwischen Stockum und Nordlünern im Unnaer Osten oder Schleichpfade zwischen Dortmund und Kamen angeordnet wird, sondern jetzt sogar schon für eine Landesstraße, kommt einer Kapitulation der Landesstraßenbaubehörde vor der zerbröselnden NRW-Infrastruktur gleich.

Vier CDU-Fraktionen reklamieren dringenden Handlungsbedarf

Die CDU-Fraktionen der Städte Unna und Fröndenberg, der Gemeinde Bönen sowie des Kreistags fordern ein gemeinsames Vorgehen zur Sanierung der Landstraße L 881.

In einem Schreiben an den Landrat Mario Löhr sowie die Bürgermeister Dirk Wigant, Dirk Weise und Nils Böckmann machen sie deutlich, dass aus ihrer Sicht weiterer Handlungsbedarf besteht.

In der gemeinsamen Mitteilung stellen die Christdemokraten fest:

„Die L 881 ist seit Jahren in einem schlechten Zustand. Schäden an der Fahrbahn sind nicht neu, sondern seit langem bekannt. Teilweise geht es dabei auch um Fragen der Verkehrssicherheit.

Die am 25.03. abgeschlossenen Arbeiten im Bereich Westhemmerde haben daran nichts Grundlegendes geändert. Ortsvorsteher Sebastian Diesner hat sich die Arbeiten in seinem Zuständigkeitsbereich vor Ort angesehen: Es wurden einzelne Schadstellen bestenfalls notdürftig ausgebessert.

Dabei war die Strecke bereits im Landesstraßenerhaltungsprogramm 2024 vorgesehen. Eine Umsetzung ist bis heute ausgeblieben. Im Programm 2025 findet sich die Maßnahme nicht mehr wieder. Und für 2026 ist derzeit offen, ob die L 881 überhaupt berücksichtigt wird.“

Für die CDU-Fraktionen und die CDU-Kreistagsfraktion ist diese Entwicklung nicht zufriedenstellend.

„Die L 881 ist für viele Menschen Teil des Alltags. Sie verbindet unsere Städte, wird täglich genutzt und ist in ihrem jetzigen Zustand einfach nicht mehr angemessen. Es kann nicht sein, dass immer wieder nur einzelne Stellen ausgebessert werden, während sich am Gesamtzustand nichts ändert. Wir brauchen eine klare Perspektive und eine vernünftige Sanierung“, erklären die Fraktionsvorsitzenden Beatrix Wieczorek, Dirk Sodenkamp, Tilman Rademacher sowie Marco Morten Pufke gemeinsam.

Die Fraktionen setzen deshalb auf ein abgestimmtes Vorgehen der betroffenen Kommunen unter Einbindung des Kreises Unna. Ziel ist es, gemeinsam gegenüber Straßen.NRW und dem Verkehrsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen aufzutreten und den Handlungsdruck zu erhöhen.

„Offenbar reicht es nicht, wenn jede Stadt für sich spricht. Wenn wir gemeinsam auftreten, finden wir hoffentlich eher Gehör. Genau darum geht es jetzt“, so die Fraktionsvorsitzenden weiter.

Die CDU-Fraktionen und die CDU-Kreistagsfraktion erwarten nun eine Rückmeldung, wie das weitere Vorgehen abgestimmt werden kann. Gleichzeitig fordern sie, den Kontakt zu Straßen.NRW und dem Ministerium zu suchen und eine klare Aussage zum weiteren Umgang mit der L 881 einzuholen.

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