Seit Montag, 5. Oktober, geht es nicht mehr von Unna aus auf die Autobahn in Richtung Dortmund. Und prompt ging buchstäblich nichts mehr.
Enorme Staus in alle Richtungen sind die Folge. Wie lange, ist offiziell nach wie vor offen. Auf der Website der Autobahn GmbH wurde zunächst lediglich der Beginn vermeldet – 5. 10., 5 Uhr.
Nach mehreren telefonischen und schriftlichen Anfragen bei der Behörde konnte unsere Redaktion am Dienstagmittag, dem 6. Oktober, eine verlässliche Auskunft einholen.
Der Pressesprecher der Autobahn-Gmbh, Mirko Holping, erklärte auf unsere Nachfrage zur Dauer der Sperrung und der Umleitung:
„Die Zufahrt von der B1 auf die A1 in Richtung Dortmund ist bis Ende 2028 nicht möglich. Es gilt die Umleitung U 51.“
Diese Umleitung schickt den Vekehr über die B1 von Unna nach Dortmund bzw. durchs Kreuz Unna-Ost.

Für die erhebliche Dauer dieser Vollsperrung bittet der Behördensprecher um Verständnis.
„Der Umbau des Autobahnkreuzes ist ein Riesenprojekt, das leider mit entsprechenden Einschränkungen verbunden ist.“
Zum Start des Planfeststellungsverfahrens informierte Straßen.NRW im Ratssaal Unna vor 6 Jahren wie folgt:
- Die ursprüngliche „Kleeblattform“ des Autobahnkreuzes wird komplett aufgegeben und durch sogenannte „Überflieger“ ersetzt.
- Die Fahrbeziehungen von Dortmund in Richtung Unna-Zentrum und umgekehrt werden aufgrund der zu kurzen Verflechtungsmöglichkeiten sowie des Wechselns über mehrere Fahrstreifen aus Verkehrssicherheitsgründen künftig anders gewährleistet.
- Zwischen Unna-Zentrum und Dortmund ist nach dem Ausbau wegen der Vielzahl der Verbindungen keine direkte Verbindung mehr möglich. Sie wird über die neue Anschlussstelle Oelpfad (in Holzwickede) und die B1 hergestellt.
Sprecher Mirko Holping erklärte unserer Redaktion auf Nachfrage heute, dass er die Kritik mitnehme, dass die Autobahn GmbH diese mit erheblichen Auswirkungen verbundene Langfristsperrung nur sehr unzureichend kommuniziert habe.
So war auf der Website der Behörde Ende September lediglich der Beginn der Vollsperrung terminiert, nicht jedoch die Dauer. Die entsprechende Meldung wurde zwischenzeitlich geändert. Jetzt heißt es dort in einer offenbar eilig verfassten neuen Meldung (Übeschriftenfehler) zu den verschiedenen Baustellen:

Man habe den Stadtrat Unna besucht und dort informiert, argumentierte Holping. Doch die Stadt ihrerseits gab die Informationen nicht an die Bürger weiter.
Bei derartigen Großprojekten lege man sich ohnehin ungern auf feste Termine fest, erklärte Marco Holping grundsätzlich zur Planung. Es könne immer zu Verzögerungen kommen.
Gleichwohl will er die Kritik der Verkehrsteilnehmer weitergeben.
Lesen Sie dazu bei Interesse auch die ausführlichere schriftliche Stellungnahme der Autobahn GmbH.
Die Autobahn Westfalen baut, wie fortlaufend berichtet, die Verkehrsführung auf der A1 im Bereich des Autobahnkreuzes Dortmund/Unna (A1/A44) und auf Höhe der Liedbachtalbrücke südlich des Kreuzes um.
Dafür musste am ersten Oktober-Wochenende bereits die A1 zwischen Kamen-Zentrum und Schwerte in Fahrtrichtung Köln gesperrt werden – von Freitagabend (2.10.), 20 Uhr, bis Montagmorgen (5.10.) bis 5 Uhr.
Für die nächste Bauphase der Umbauarbeiten im Kreuz Dortmund/Unna wurden dann mehrere Fahrbeziehungen gesperrt:
Im Autobahnkreuz selbst ist es seit Freitag (2.10.) die Verbindung von der A44 (Fahrtrichtung Dortmund) zur A1 in Fahrtrichtung Köln.
Und seit dem 5.10. (Montag) stehen in der Anschlussstelle Unna die Verbindungen von der B1 (Richtung Dortmund) zur A1 (Richtung Köln) und von der A1 (Fahrtrichtung Köln) zur B1 (Fahrtrichtung Holzwickede) nicht mehr zur Verfügung.
Alle anderen Verbindungen im Kreuz und der Anschlussstelle sollten wieder befahrbar sein.
Zusätzlich gibt es einen Engpass auf der A44 noch bis Ende Oktober.
Zusammenfassung:
- Sperrung der Auffahrt von der B1 aus Richtung Unna/Dortmund auf die A1:
Beginn: 5. Oktober 2026, 5:00 Uhr
Dauer: bis 2028.
Wer aus Unna über die B1 Richtung Dortmund fährt und nicht auf die A1 in Richtung Dortmund/Köln auffahren kann, bleibt auf der B1 – und nimmt lange Staus in Kauf.
Für Verkehrsteilnehmer weiter südlich aus Fröndenberg kann es je nach Zielort in Dortmund günstiger sein, über Menden und Schwerte (B7/B236) zu fahren statt sich Richtung Unna auf die B1 in den Stau zu stellen.
- A44 zwischen Kreuz Dortmund/Unna und Unna-Ost:
Baustellenverkehrsführung wegen Arbeiten an der Wasserleitung bei der Iserlohner Straße. Die Einschränkung läuft derzeit bis 30. Oktober 2026.
- Außerdem ist seit 2. Oktober im Kreuz Dortmund/Unna die wichtige Verbindung A44 aus Richtung Dortmund → A1 Richtung Köln
für voraussichtlich 8 Wochen gesperrt.
Quelle Autobahn Westfalen

































Was hier in Hinblick auf die anderen langwierigen Baustellen in der direkten Umgebung geplant wurde, grenzt an Sabotage.
Es gibt keine Umleitungen, es gibt keine Kommunikation und der Verkehr wird einfach sich selbst überlassen. Holzwickede ist morgens und abends quasi nicht mehr befahrbar. Die armen Besucher vom Dortmunder Flughafen, die nichtsahnend in die Katastrophe fahren und keine 4 Stunden+ einplanen.
Friedrich Merz sagt in jedem seiner Auftritte, wir müssten für unseren Wohlstand länger arbeiten. Der Wohlstand wird aber mit diesen Baustellen zerstört.
Mit dieser Politik darf man sich über den Beginn der politischen Bedeutungslosigkeit nicht wundern. Egal, spätestens nach der NRW Wahl nächstes Jahr gibt es eh Neuwahlen. Und kein gesund denkender Mensch macht dann noch das Kreuz bei Schwarz oder Rot.
Vor 30-40 Minuten bin ich von Aplerbeck kommend die alte B1, Chaussee direkt am Flugplatz vorbei, gefahren. Nach rechts schauend sah ich den Stau auf der Autobahn und mir entgegen kommend Kennzeichen aus dem ganzen Land, eins dicht hinter dem anderen.
Irgendwie ist mal wieder alles dicht, völlig planloses arbeiten.
Friedrich hat keine Zeit für unser Land, er muss Geldgeschenke überbringen.
Warum sollte die Stadt Unna solche wichtigen Informationen weitergeben. Dann kommt man über die Autobahn nicht mehr nach Dortmund. Wir werden konsequent den Weihnachtsmarkt in Dortmund meiden!!!@⁷
In NL wäre der gesamte Umbau von Dortmund bis Unna Ost binnen eines Jahres erledigt gewesen! Aber hier ist es ja üblich mit 10 Leuten auf 10 km Länge zu arbeiten. Sonst wird es zu teuer. Die Steuern für Autos werden immer höher, die Strecken die man fahren kann immer kürzer, aber das Stimmvieh wählt ja diejenigen, die das Chaos noch größer machen! immer mehr Vorteile für die, die eh schon nicht wissen wohin mit dem Geld. wer von den Malochern braucht schon ein Auto? Die sollen doch gefälligst mit dem nicht vorhandenen oder wenn,viel zu teuren ÖPNV fahren! Danke liebe Union, Danke Herr Merz und Herr Söder ich freue mich schon auf die nächsten Wahlen und einen Bundestag ohne die Union!
Die Fragen, der die Redaktion einmal nachgehen könnte:
Das Projekt wurde langfristig geplant.
a) Warum konnte man nicht die Anschlussstelle „Am Oelpfad“ fertigstellen und angemessen an die B1 anschließen, *bevor* man mit den Sperrungen im Autobahnkreuz beginnt? Hier wird doch mutwillig Bestehendes „zerstört“, bevor die Ersatzlösung überhaupt gebaut ist.
b) Warum muss der Abriss der A1-Brücke Massener/Unnaer Straße, der prädestinierten Ausweichroute für innerörtlichen Verkehr, zeitlich parallel zum baulichen Engpass der B1-Autobahnbrücke erfolgen?
c) Wäre es nicht insgesamt sinnvoll gewesen, die B1 in Unna zwischen den Anschlussstellen „Am Oelpfad“ und „Unna-Ost“ zuerst leistungsfähig, zweispurig je Richtung mit Verkehrsdurchsatzoptimierten Abbiegemöglichkeiten herzurichten, wenn die Relationen Unna-A44 bzw Unna-Dortmund ohnehin langfristig so geführt werden sollen? D.h. so, dass es eine leistungsfähig Ausweichroute gibt, die gern auf Tempo 50 begrenzt sein dürfte, aber zumindest die Fahrzeugmenge aufzunehmen vermag?
d) Was eigentlich für den Fall vorgesehen, wenn während der Bauphase weitere Umbaumaßnahmen hinzu kommen, z.B. B1-Brücke Feldstraße, B1-Brücke Falkstraße oder der „schulkindersichere“ Umbau der Kreuzung B1/Hertinger Str.?
Wir sammeln bereits Fragen für eine umfassende Anfrage bei der Autobahngesellschaft, Michael. Danke für Ihre Anregungen.
Schade, dass die Ankündigung so kurzfristig kommt.
Mit Maps lässt sich das Ganze immerhin nachvollziehen und, mit etwas Glück, auch umfahren.
Wirklich bemerkenswert ist allerdings weniger die Sperrung selbst als deren angekündigte Dauer. Bis Ende 2028 soll die Verbindung nicht zur Verfügung stehen. Das ist lang genug, um aus einer Baustelle einen festen Bestandteil der Verkehrsplanung zu machen.
Dass eine solche Sperrung Auswirkungen auf den Verkehr hat, dürfte niemanden überraschen. Überraschender ist eher, wohin dieser Verkehr anschließend verschwindet. Oder besser gesagt: wohin er weitergeschoben wird.
Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die verbleibenden Ausweichrouten an ihre Grenzen kommen. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis sich der Verkehr auch durch Wohngebiete schiebt. Straßen, die eigentlich dafür gedacht sind, dass Anwohner zu ihren Häusern kommen, bekommen dann eine neue Funktion: improvisierte Hauptverkehrsachsen.
Das eigentlich Interessante an der Situation ist die Verkehrsführung rund um die Baustelle. Der Verkehr wird zwar umgeleitet; er verschwindet dadurch allerdings nicht. Er steht dann nur woanders. Vorzugsweise dort, wo man ihn bei der Planung vermutlich nicht unbedingt haben wollte.
Oder mal anders gedacht: Das hat durchaus etwas Effizientes. Die Baustelle bleibt, der Stau bleibt ebenfalls; lediglich der Ort des Staus wird regelmäßig neu verteilt. So bekommt zumindest jeder Stadtteil einmal etwas davon.
Natürlich lassen sich umfangreiche Bauarbeiten nicht vermeiden. Auch die lange Dauer einer solchen Maßnahme wird sich sicherlich sachlich begründen lassen. Was sich allerdings schwerer erklären lässt, ist eine Verkehrsführung, deren Folgen bereits auf Straßen sichtbar werden, die für das zusätzliche Verkehrsaufkommen offensichtlich nicht vorgesehen sind.
Bis Ende 2028 bleibt schließlich genügend Zeit, um festzustellen, dass eine Umleitung durch Wohngebiete irgendwann ebenfalls an einem gewissen Punkt nicht mehr weiter umgeleitet werden kann.
Vielleicht wäre deshalb weniger die Frage interessant, wo der Verkehr aktuell noch entlanggeführt werden kann. Spannender wäre die Frage, wo er am Ende tatsächlich hin soll.
Denn eines ist sicher: Auflösen wird sich der Stau nicht. Er wird höchstens weitergereicht. Und offenbar ist dafür bis Ende 2028 ausreichend Zeit eingeplant.
Danke Moneta. Wir hätten gerne früher und ausführlich berichtet, konnten es aber mangels Informationen nicht. Zum Thema Umleitung bekamen wir lediglich den Verweis auf die U51-Strecke.
Keine Sorge, ich bin euch, der Redaktion, sehr dankbar für eure Berichterstattung und die Informationen.
In diesem Detailgrad habe ich von der Thematik zuerst hier gelesen.
Daher ein großes Lob für eure Arbeit!
Vielen Dank!
Was Moneta Schreibt, ist ja schon eingetreten.
Ich musste gestern 06.10, nach Dortmund, die Baustelle, endet für Straßen NRW wohl an der Kreuzung alte B1-Massen.
Die dann auf Dortmunder bzw. Holzwickeder Stadtgebiet liegenden Ampelkreuzungen wurde wohl übersehen.
Ein großer Teil des Baustellenverkehrs, umfuhr dann nämlich Die große Kreuzung am Flughafen, durch das Gewerbe und Wohngebiet Wilhelmstraße, um dort abzukürzen. Dort staute sich dann der Zusammenschluss beider Strecken, kurz vor der neuen B1 Auffahrt. in Richtung Unna schlich gegen 15 Uhr der gesamte Verkehr im Schritttempo, es war ja noch nichtmal Berufsverkehr.
Dauer der Fahrt Wilhelmstrasse bis Unna Morgenstraße 45 Min .
Ich möchte gar nicht wissen, wie lange die Gegenrichtung bis Dortmund- Hauptfriedhof gebraucht hat.
[…] Unnaer SPD sieht Unna im Baustellenchaos versinken. Spätestens seit der Vollsperrung der Zufahrt von Unna aus auf die A1 Richtung Köln am 5. Oktober (wir berichteten – sie soll bis 2…brach der Verkehr rund ums Kreuz Dortmund/Unna seit Montag nahezu vollständig […]
Für mich ist unverständlich warum unsere Behörden sowas nicht besser koordiniert bekommen. Wie andere schon geschrieben haben: erst eine Alternative schaffen und dann dicht machen. Bin mal gespannt wie das weitergeht und ob nicht doch noch wieder was geöffnet wird, weil es nicht anders geht.
Weswegen ich den Kommentar hier überhaupt schreibe:
Vielen vielen Dank an die Redaktion. Ich selbst war schon länger immer wieder auf der Suche nach Informationen was wo wie lange in dem Kreuz gesperrt ist und habe noch nirgends so detaillierte und verständlich aufbereitete Informationen gefunden.
Ihr Dank ist ausgesprochen nett, Martin, es ist auch für unsere Redaktion ein Novum, über eine derartige Großbaustelle praktisch null Informationen erhalten oder zumindest nachträglich gefunden zu haben. Eine umfangreiche Anfrage an die Autobahn GmbH haben wir gestern zusätzlich gemailt. Wir hoffen auf Beantwortung bis Freitag. Anerkennung wie von Ihnen ist sehr freundlich und motivierend. Kommen Sie gut durch die Staus!
https://www.verkehr.nrw/
Hier wird übrigens behauptet, dass diverse Verbindungen nur bis zum 7.12.2026 gesperrt seien; nicht bis 2028.
Wobei 2028 womöglich auch irreführend ist, weil es teilweise um „Relationen“ geht, die im Zuge des Umbaus dauerhaft entfallen, z.B. von der B1 aus Unna in Richtung Dortmund auf die A44/B1, zukünftig A40.
Wir verlassen uns in diesem Fall auf die mündliche Auskunft des Autobahngesellschaftssprechers, Michael. Die Auskunft wurde mittlerweile auch in einer korrigierten Fassung der Meldung übernommen. 7. 12. bezieht sich auf eine andere Baustelle. Sie sehen den Screenshot in unserem aktualisierten Bericht.
[…] Vollsperrung der Unnaer A1-Anschlusstelle in Richtung Köln seit Montag (5. 10.) sorgte und sorgt weiterhin für kilometerlange Staus und bringt in Kombination mit einer Reihe […]