Planfeststellung für Ausbau A44 und Kreuz DO/Unna beendet: 10 Jahre Bauzeit – „Überflieger“ sollen Verkehr entzerren

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Der Planungsabschnitt. / Quelle Straßen.NRW

Zehn Jahre soll diese Großbaumaßnahme dauern. Die Planfeststellung ist nunmehr nach fast genau 4 Jahren beendet.

Der 6spurige Ausbau der A44 (vom Kreuz Dortmund/Unna bis zur Anschlussstelle Unna-Ost) mit dem Umbau des Kreuzes Dortmund/Unna hat Planungsrecht.

Die Bezirksregierung Arnsberg teilte heute (2. 11. 20) den Planfeststellungsbeschluss zum 25.09.2020 mit. Fast exakt vier Jahre zuvor, am 27. 9. 2016, hatte der Landesbetrieb Straßen NRW das Planfeststellungsverfahren gestartet.

Der Beschluss mit sämtlichen Planungsunterlagen wird in der Stadt Unna von morgen, 03.11.2020, bis zum 16.11.2020 (einschl.) unter den Bedingungen der Corona-Schutzverordnung ausgelegt.

Danach kann innerhalb eines Monats Klage beim Oberverwaltungsgericht erhoben werden.

Zusätzlich können der Planfeststellungsbeschluss und die Planunterlagen ab 03.11.2020 über die Internet-Seite der Bezirksregierung Arnsberg www.bra.nrw.de/4805930 eingesehen werden.

Was ist geplant?

Herauszuheben ist die Umgestaltung des Autobahnkreuzes Dortmund/Unna:

  • Die ursprüngliche „Kleeblattform“ des Autobahnkreuzes wird komplett aufgegeben und durch sogenannte „Überflieger“ ersetzt.
  • Die Fahrbeziehungen von Dortmund in Richtung Unna-Zentrum und umgekehrt werden aufgrund der zu kurzen Verflechtungsmöglichkeiten sowie des Wechselns über mehrere Fahrstreifen aus Verkehrssicherheitsgründen künftig anders gewährleistet.
  • Diese Fahrbeziehungen sollen nicht mehr im Autobahnkreuz selbst realisiert werden, sondern über die künftige Anschlussstelle Oelpfad abgewickelt werden.
  • Umfangreiche Lärmschutzmaßnahmen an der Ausbaustrecke der A 44 und an der A1 ergänzen den Ausbau.

Im November 2018 berichteten die Planer von Straßen.NRW im Unnaer Ratssaal ausführlich über Bauzeit und Bauvorhaben:

Autobahnkreuz Dortmund/Unna – Symbolbild, Quelle RB

Zehn Jahre wird der sechsstreifige Ausbau der A44 mit dem Ausbau des Autobahnkreuzes Dortmund-Unna voraussichtlich dauern. 2019 soll das Planfeststellungsverfahren beginnen, westlich des Kreuzes DO/Unna der avisierte Baustart sein.

Die Geräuschkulisse nach erfolgtem Ausbau  mildern sollen Flüsterasphalt sowie drei bis sieben Meter hohe Lärmschutzwälle entlang der Strecke.

Und: Ein erst vor wenigen Jahren von der Stadt Unna gepflanztes Wäldchen in Unna-Massen an der Unnaer Straße muss direkt wieder weichen – es wird aber  aufgeforstet, auf Kosten von Straßen.NRW.

Vertreter des Landesstraßenbaulastträgers stellten am Dienstagabend (27. 11.) im Umweltausschuss den Stand der Ausbauplanungen vor. Sie machten der düpierten Stadtverwaltung dabei höflich, aber deutlich klar, dass das Wäldchen auf der Dreieckfläche westlich der Unnaer Straße in Massen nicht erhalten werden könne.

Es wurde erst vor wenigen Jahren dort angepflanzt, aufgrund nachhaltiger Bitten von Bürgern, insistierte neben der Verwaltung auch Vizebürgermeistern Renate Nick (SPD) aus Massen. Jetzt soll alles wieder plattgemacht werden…?

Die Fläche sei für die Bauarbeiten unverzichtbar, unterstrichen indes Lars Vogtländer von Straßen.NRW.  Ebenso wie seine Kollegen blieb er absolut ruhig und höflich, wurde aber nichtsdestoweniger deutlich: „Als Sie die Bäume dort pflanzten, wussten sie vom Ausbau des Autobahnkreuzes. Wir haben Alternativen geprüft. Es gibt sie leider nicht. Diese Fläche ist für dieses Großbauprojekt unverzichtbar.“

Jedoch will Straßen.NRW diese generell für Aufforstung festgeschriebene Dreiecksfläche nach dem Ende der Ausbauarbeiten auf eigene Kosten mit neuen Bäumen bestücken, versprachen die Besucher der wenig begeisterten Stadtverwaltung und Politik.

Blick auf die A44 in Höhe Unna-Ost. (Foto RB)

„Mit vier Fahrspuren stößt die A44 zwischen dem Kreuz Dortmund/Unna und Unna-Ost an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. Vor allem im Bereich des Autobahnkreuzes kommt es immer wieder zu Staus. Straßen.NRW plant deshalb, diesen Streckenabschnitt auf einer Länge von circa 5,5 Kilometern sechsstreifig auszubauen. Zusätzlich soll das AK Dortmund-Unna (A44 / A1) umgestaltet und dadurch leistungsfähiger werden.“

So beschreibt Straßen.NRW das Großprojekt in Kurzform.

Ausbau der  A44 auf 6 Fahrstreifen plus Standstreifen:

  • Die Richtungsfahrbahnen werden auf beiden Seiten symmetrisch nach außen verbreitert. Die A44 wäre dann mit sechs Fahrstreifen künftig insgesamt 36 Meter breit. Heute sind es 29,5 Meter.
  • 3 bis 7 Meter hohe Lärmschutzwälle und -wände sowie ein lärmarmer Fahrbahnbelag sollen die Anwohner schützen.
  • Im Ausbauabschnitt befinden sich die Brücke Bornekamp und eine Anzahl kleinerer Über- und Unterführungen aus den Jahren 1970 und 1971. Die Brücken müssen alle neu gebaut werden, inklusive der Brücke Bornekamp und der unterführenden Bauwerke (aufgrund ihrer fehlenden Tragfähigkeit für die Sechsstreifigkeit). Macht insgesamt 23 Brückenbauten.

Ausbau Autobahnkreuz Dortmund/Unna:

  • Das AK DO/UN ist derzeit eine (permanent zugestaute) „planfreie Kreuzung“ in Form eines klassischen Kleeblattes, in dem alle Richtungen der sich kreuzenden Autobahnen angefahren werden können. Mit dem Umbau sollen die einzelnen Fahrbeziehungen verändert und künftig über so genannte „Überflieger“ geführt werden. Dies soll das Kreuz insgesamt leistungsfähiger machen.
  • Zusätzlich werden dafür im Bereich des Autobahnkreuzes auf einer Länge von circa drei Kilometern die Ein- bzw. Ausfädelungsstreifen im Zuge der A1 angepasst.

Zwischen Unna-Zentrum und Dortmund ist nach dem Ausbau wegen der Vielzahl der Verbindungen  keine direkte Verbindung mehr möglich, betonte Stefan Henze von Straßen.NRW bei seiner Präsentation. Sie wird über die neue Anschlussstelle Oelpfad (in Holzwickede) und die B1 hergestellt.

1 KOMMENTAR

  1. Alle reden von der Verkehrswende. Hier tun sie das Gegenteil. In den nächsten 10 Jahren muss ein guter Teil des Personen- und Güterverkehrs auf die Schiene verlagert sein. Der irrsinnige LKW-Verkehr mit vielen Leerfahrten und Paketen, die bei Nicht-Gefallen wieder zurückgeschickt werden, muss beendet werden.
    Die Millionen werden dringend beim Ausbau des ÖPNVs und der Bewältigung der Corona-Krise gebraucht. Hier baut man 10 Jahre mit Stauumfahrung durch unsere Stadt. Brücken in unseren Naherholungsgebieten (Bornekamp, Bimberg usw.) werden erweitert, Asphaltfläche wird vergrößert, Natur zurückgedrängt.
    Wann lassen sie ihren Worten wirklich Taten folgen?
    Helmut Papenberg

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