Nach Freigabe der L821n: CDU wie SPD fordern zügige Lkw-Verlagerung auf neue Bergkamener Ortsumgehung

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Foto: KI-generiert, Originalfoto Quelle Straßen.NRW

„Mit der Freigabe der L 821n am 27. August 2026 ist die Voraussetzung geschaffen worden, den Schwerlastverkehr aus den Ortsteilen Oberaden und Weddinghofen herauszuhalten.“ Dies stellt nach der CDU- jetzt auch die SPD-Fraktion der Stadt Bergkamen fest. Beide Fraktionen fordern, dass die angestrebte Entlastung durch die neue Straße nun schnell und konsequent umgesetzt wird.

Die Straßen.NRW-Regionalniederlassung Ruhr hatte wie berichtet am 27. August die L821n in Bergkamen nach siebeneinhalb Jahren Bauzeit für den Verkehr freigegeben.

Die 1,8 Kilometer lange Ortsumgehung verbindet die L654 (Lünener Straße) im Süden mit der Erich-Ollenhauer-Straße (K16) im Norden. Sie soll künftig insbesondere die Stadtteile Oberaden und Weddinghofen nachhaltig vom Durchgangsverkehr entlasten. Die Kosten beziffert der Landesstraßenbaulastträger mit 18,6 Millionen Euro.

„Die neue Ortsumgehung wurde gebaut, um die Menschen entlang der Schulstraße und der Jahnstraße vom Lkw-Verkehr zu entlasten. Jetzt müssen die Bürgerinnen und Bürger diese Entlastung auch zeitnah spüren“, erklärt SPD-Fraktionsvorsitzender Kevin Derichs. „Die Ortsumgehung ist fertiggestellt. Deshalb gibt es keinen Grund, mit wirksamen Maßnahmen zur Lkw-Verlagerung zu warten.“

Mit einem Antrag für den Ausschuss für Bauen und Verkehr am 8. September 2026 fordert die SPD-Fraktion Bürgermeister Thomas Heinzel (CDU) und die Verwaltung auf, sich unverzüglich bei den zuständigen Behörden für die Verlagerung des Schwerlastverkehrs auf die L 821n einzusetzen. Gleichzeitig sollen alle bereits heute rechtlich zulässigen verkehrslenkenden Maßnahmen, Beschilderungen und Anordnungen schnellstmöglich umgesetzt werden.

Nach Auffassung der SPD darf die Entlastung der Anwohner nicht vom Abschluss des laufenden Abstufungsverfahrens abhängig gemacht werden. Vielmehr müsse alles unternommen werden, damit die Verkehrsverlagerung schnellstmöglich erfolgt, da sich das Verfahren noch über einen längeren Zeitraum hinziehen kann.

„Die Bürger an Schul- und Jahnstraße haben lange genug auf die versprochene Entlastung gewartet und müssen nun zeitnah von den Vorteilen der neuen Ortsumgehung profitieren.“

Deshalb sei der Schwerlastverkehr so schnell wie möglich auf die L 821n zu verlagern und durch geeignete verkehrslenkende Maßnahmen über die neue Straßenverbindung zu führen.

Für die SPD-Fraktion zähle am Ende nicht die symbolische Übergabe von Schildern (in Anspielung auf den PR-Auftritt der CDU direkt am Tag der Freigabe, siehe Foto unten), sondern die tatsächliche Entlastung der Menschen vor Ort, betonen die Genossen. „Die Geduld der Anwohner darf nicht länger durch weitere Verzögerungen strapaziert werden.“

Die Sozialdemokraten erinnern zugleich daran, dass sie sich seit vielen Jahren für eine nachhaltige Verbesserung der Verkehrssituation in Weddinghofen und Oberaden einsetze. Damals war der Bürgermeister (in Person von Bernd Schäfer) noch einer der ihren, bis er bei der Kommunalwahl von CDU-Herausforderer Heinzel abgelöst wurde.

„Bereits 2022 wurden gegenüber Straßen.NRW konkrete Maßnahmen zur Entlastung der Anwohner angeregt“, erinnert die SPD daher wohlweislich an ihr eigenes Engagement, dessen Früchte jetzt die CDU erntet. „In den vergangenen Jahren folgten weitere Anträge, Anfragen sowie die Forderung nach einem Verkehrsgutachten für Weddinghofen.“

Mit der Fertigstellung der L 821n sei nun die entscheidende Voraussetzung geschaffen worden, die angestrebten Entlastungswirkungen endlich zu verwirklichen.

Auch im laufenden Abstufungs- und Übernahmeverfahren sieht die Fraktion weiterhin Handlungsbedarf und fordert besondere Sorgfalt. Die Stadt dürfe keine Straßen mit erheblichen Sanierungsdefiziten übernehmen. Deshalb soll gegenüber Straßen.NRW auf notwendige Fahrbahnsanierungen sowie weitere Maßnahmen zur Verringerung von Lärm- und Erschütterungsbelastungen hingewirkt werden, bevor die
betroffenen Straßen in die Verantwortung der Stadt übergehen.

„Wer Straßen in die städtische Baulast übernimmt, muss darauf achten, dass diese sich in einem ordnungsgemäßen und verkehrssicheren Zustand befinden. Es kann nicht Aufgabe der Stadt sein, langjährige Sanierungsrückstände zu übernehmen. Notwendige Fahrbahnsanierungen würden zudem einen wichtigen Beitrag zur Verringerung von Verkehrs-, Lärm- und Erschütterungsbelastungen leisten“, erklärt Derichs.

Symbolträchtig überreichte die CDU-Fraktion Bergkamen ihrem Parteifreund, Bürgermeister Thomas Heinzel, nach der Freigabe der neuen Umgehungsstraße ein symbolisches Durchfahrverbotsschild für Lkw. Diese sollen auf die neue Umgehung ausweichen statt weiterhin durch Weddinghofen und Oberaden zu fahren. (Foto CDU Bergkamen

Die CDU-Fraktion hatte direkt nach der Eröffnung der neuen Umgehung die identischen Forderungen gestellt.

Der Schwerlast-Durchgangsverkehr solle konsequent über die L821n geführt und aus Jahnstraße, Kampstraße und Schulstraße herausgehalten werden. Als sichtbares Symbol für diese Forderung überreicht die CDU Bergkamen Bürgermeister Thomas Heinzel ein Schild für ein Lkw-Durchfahrtsverbot.

„Die neue Straße ist kein Selbstzweck. Sie soll die Menschen in Oberaden und Weddinghofen vom Durchgangsverkehr entlasten. Deshalb muss der Schwerverkehr jetzt konsequent auf die L821n gelenkt werden. Wir haben die klare Erwartung, dass die notwendigen Schritte dafür zügig umgesetzt werden.“

Parallel sollen die weiteren Schritte zur Umstufung der bisherigen Landesstraßen zügig mit dem Land abgeschlossen werden. Das Ziel: weniger Durchgangsverkehr, sichere Verbindungen für den Rad- und Fußverkehr und mehr Lebensqualität in Oberaden und Weddinghofen.

Quellen: Pressemitteilung SPD- und CDU-Fraktion Bergkamen

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