„Tenor: Was geht uns das an“: Zum Ärger über neue VKU-Buspläne kommt Frust über lokale Politik

0
15
Busse der VKU, Foto VKU

Das seit Pfingstmontag geänderte Busliniennetz der Verkehrsgesellschaft Kreis Unna (VKU) mit Wegfall von Bushaltestellen, geänderten (teils viel längeren) Fahrtrouten bis zur Streichung ganzer Linien sorgt seit Monaten für Frust und Ärger bei zahlreichen Buskunden.

Die Reaktionen aus der Kreispolitik fielen wie berichtet vage aus. Man wisse um einige Probleme, wurde signalisiert, doch die Umstrukturierung generell steht nicht in Frage. Sie wurde von den Kreistagsfraktionen mit großer Mehrheit im vergangenen Jahr beschlossen.

Unsere Leserin Beate Löbbecke aus Unna versuchte direkt über die Lokalpolitik in Unna etwas zu erreichen. Sie mailte an die CDU-Fraktionsvorsitzende Beatrix Wieczorek. Über die Antwort hat sich Beate Löbbecke nochmal so richtig geärgert.

Sie schrieb an die CDU-Vorsitzende:

„Guten Tag,
Ich weiß nicht ob Ihnen schon bekannt ist, wie gravierend die neuen Busfahrpläne in Königsborn sind.

80 Prozent der Königsborner erreichen nicht mehr per Bus die Einkaufsmöglichkeiten und Ärzte. Auch die Fahrt zur Kamener Straße und damit in die Innenstadt ist gestrichen.

Ist  das so gewollt?

Vielleicht sollten Sie einmal mit der VKU Kontakt aufnehmen und diese Problematik ansprechen. 

In Erwartung einer Antwort: B. Löbbecke.“

Zur Antwort schrieb Beatrix Wieczorek:

„Sehr geehrte Frau Löbbecke,

danke, dass Sie sich die Mühe machen, das Thema zu adressieren.

Die VKU ist eine Gesellschaft des Kreises und der Stadtverwaltung der Stadt Unna sind schon zahlreiche konkrete Beschwerden über die Ratsmitglieder benannt geworden, die die Stadt dann an die VKU weitergeleitet hat. 

Ihre Beschwerde ist sehr pauschal gehalten. Da ist es schwierig für mich, konkrete Kritik oder Vorschläge an die VKU weiterzugeben. Beschwerden können immer am besten aufgenommen und Verbesserungen diskutiert werden, wenn konkret benannt wird was nicht funktioniert.

Die VKU bietet auf ihrer Webseite Möglichkeiten für Kunden, ihre Beschwerden und Vorschläge direkt zu adressieren: https://www.vku-online.de/service/lob-kritik/

https://forms.cloud.microsoft/pages/responsepage.aspx?id=_HZvbW6hDkCLmvDyY8Kck_dw01E1OWZEkgrV-8-1f0VUODczS0MzSUxMWUVTSVAxQk9WSVo2UUZKOS4u&origin=lprLink&route=shorturl

Aus meiner Sicht sind diese beiden Wege (zum einen über die Stadt und zum anderen vom Kunden direkt an den „Verkäufer“) die effektivsten.

 Mit freundlichen Grüßen: Beatrix Wieczorek, CDU Stadtverband und Fraktion im Rat der Stadt Unna – Vorsitzende

Für Beate Löbbecke ist die Antwort mehr als enttäuschend. Der Tenor kam bei ihr an wie: „Was geht uns das an?“

Tatsächlich hatten Beatrix Wieczoreks Parteifreunde im Kreis, die die Änderungen im Vorjahr mitbeschlossen hatten, kaum ergiebiger auf eine Anfrage geantwortet, die in diesem Fall die Rundblickredaktion gestellt hatte. Ganz offenkundig wird aus den Reaktionen, dass der Politik das Thema unangenehm ist und man den Nahverkehrsplan nicht noch einmal neu aufrollen möchte. Das wäre ja denn auch eine Kostenfrage.

Die Kreis-CDU reagierte wie folgt auf den Ärger der Bürger:

„Der Nahverkehrsplan (NVP) wurde komplett neu aufgestellt. Ziel war es, die finanziellen Mittel verantwortungsvoll einzusetzen und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Angebot, Nachfrage und finanzieller Belastung der kreisangehörigen Kommunen zu schaffen.

Der neue Nahverkehrsplan ist Grundlage eines leistungsfähigen und finanzierbaren öffentlichen Nahverkehrs im Kreis Unna.“

Die CDU-Kreistagsfraktion Unna registriere die Rückmeldungen und Beschwerden aus der Bevölkerung aufmerksam. Die Erfahrungen der Fahrgäste, so hieß es ebenso wie in der Antwort der Unnaer CDU-Chefin, würden von der VKU „aufgenommen und gesammelt“ und im Anschluss gemeinsam mit den Städten, Gemeinden und der VKU ausgewertet.

„Anpassungsbedarfe werden fachlich und unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten bewertet und in die Systematik des neuen NVP eingeordnet.“

„Darüber hinaus haben die kreisangehörigen Kommunen immer die Möglichkeit, selbst zusätzliche Verkehre bei der VKU zu beauftragen.“

Dann, Annmerkung der Redaktion, zahlt die jeweilige Stadt oder Gemeinde aber auch selbst dafür.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here