Mit der Fertigstellung der Tank- und Rastanlage Lichtendorf Süd an der A1 in Schwerte erhält Nordrhein-Westfalen laut dem Verkehrsministerium die größte Rastanlage des Landes. Insgesamt 170 Lkw-Stellplätze stehen künftig auf einer 6,3 Hektar großen Fläche zur Verfügung.
Für den Individualverkehr stehen eigene, räumlich getrennte Stellplätze zur Verfügung. Die Anlage zwischen Kamener und Westhofener Kreuz wurde von der DEGES geplant und im Auftrag des Bundes und der Autobahn GmbH nach rund zweijähriger Bauzeit fertiggestellt.
Dr. Claudia Elif Stutz, Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr, gab die Anlage am 14. Juli offiziell für den Verkehr frei.
„Mit der ausgebauten Rastanlage Lichtendorf Süd zeigen wir eindrücklich, dass wir in großem Maßstab neue Lkw-Stellplätze schaffen und für sicheres Rasten für alle Verkehrsteilnehmer sorgen können. Mit dem Infrastruktur-Zukunftsgesetz haben wir jetzt einen Hebel, um auf bundesdeutschen Autobahnen schneller für noch mehr Entlastung zu sorgen.
Rund 18 Millionen Euro hat der Bund in den Ausbau der Rastanlage Lichtendorf Süd investiert”, erläutert Dr. Stutz.

Auch für die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund ist das Projekt weit mehr als ein Infrastrukturvorhaben. Es leistet einen wichtigen Beitrag zur Sicherung leistungsfähiger Lieferketten, verbessert die Arbeitsbedingungen für Berufskraftfahrer und stärkt den Logistikstandort Nordrhein-Westfalen.
„Die Probleme der Verkehrsinfrastruktur haben in den vergangenen Jahren häufig den Blick auf eine weitere große Herausforderung verstellt: den Mangel an Berufskraftfahrern“, erklärt Wulf-Christian Ehrich, stellv. Hauptgeschäftsführer der IHK zu Dortmund.
„Tatsächlich droht ein Versorgungsengpass. Denn ohne ausreichend Fahrer kommen Waren nicht zu den Unternehmen und Verbrauchern.“
Gerade entlang der stark frequentierten Verkehrsachsen fehlen seit Jahren sichere Lkw-Stellplätze. Die Folge: Fahrer verbringen die Suche nach einem Parkplatz oft mit großem Zeitaufwand und müssen ihre Ruhezeiten teilweise an ungeeigneten Orten verbringen.
„Kein Fahrer möchte seine Nacht in einem Lkw verbringen, der halb in einer Auffahrt steht, weil kein Stellplatz mehr frei ist“, betont Ehrich. „Lichtendorf Süd ist das, was die Transportbranche dringend benötigt. Die Anlage reduziert Suchverkehre, erhöht die Verkehrssicherheit und verbessert die Arbeitsbedingungen der Fahrer spürbar.“

Die wirtschaftliche Bedeutung reicht dabei weit über die Rastanlage hinaus. Nach Einschätzung der IHK verursachen fehlende Stellplätze erhebliche volkswirtschaftliche Kosten. Zusätzliche Suchverkehre führen zu höheren Emissionen, belasten Straßen und Anwohner und erhöhen die Kosten entlang der gesamten Lieferkette.
Wichtige Entlastung für Unternehmen und Fahrer
Dass die neue Anlage im östlichen Ruhrgebiet entsteht, ist aus Sicht der Wirtschaft besonders wichtig. Der Logistikanteil in Nordrhein-Westfalen liegt deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Entsprechend hoch ist auch der Bedarf an leistungsfähiger Infrastruktur. „Die Rastanlage schafft in einem der wichtigsten Logistikräume Deutschlands dringend benötigte Entlastung für Unternehmen und Fahrer“, so Ehrich weiter.
Für die IHK ist die Eröffnung auch ein sichtbarer Erfolg eines langen Planungsprozesses. Bereits 2016 hatte sich die Kammer im Rahmen der Beteiligung als Trägerin öffentlicher Belange für den Ausbau eingesetzt.
Die IHK mahnt nun weitere Anstrengungen von Bund, Land und Kommunen an. Neben großen Rastanlagen an den Autobahnen werde es künftig auch zusätzliche Parkmöglichkeiten in Gewerbe- und Industriegebieten benötigen.
Mit Blick auf die Zukunft verweist die IHK zudem auf die Herausforderungen der Antriebswende im Straßengüterverkehr. Bereits im Planungsverfahren hatte die Kammer angeregt, die Voraussetzungen für Schnellladeinfrastruktur für elektrische Lkw mitzudenken.
„Die Dekarbonisierung des Güterverkehrs ist die nächste große Aufgabe. Ich würde mir wünschen, dass wir nicht erst in vielen Jahren wieder hier stehen, um einen Ladepark zu eröffnen.
Die Transformation des Transportsektors muss jetzt parallel zur Erweiterung der Stellplatzkapazitäten vorangetrieben werden“, erklärt Ehrich.
PM IHK zu Dortmund
































