Seit Jahrzehnten engagiert für jüdisches Leben und Verständigung – Bundesverdienstkreuz für Alexandra Khariakova

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Davidstern - Foto: RB

Regierungspräsident Heinrich Böckelühr hat am Mittwoch, 15. Juli 2026, Alexandra Khariakova aus Unna das Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland überreicht. Das teilt die Bezirksregierung Arnsberg mit.

Mit der Verleihung des Verdienstordens im Säulenkeller des Lichtkunstzentrums spreche ihr die Bundesrepublik die höchste Anerkennung für Verdienste um das Gemeinwohl und politische, wirtschaftlich-soziale sowie geistige Leistungen aus.

Alexandra Khariakova wird für ihr jahrzehntelanges Engagement im religiösen Bereich und zur interreligiösen Verständigung geehrt.

Die gebürtige Ukrainerin studierte in Charkiw in der Ukraine Ingenieurswesen. 1995 kam sie nach Deutschland und arbeitete nach einer Umschulung bis zu ihrem Ruhestand als Bauzeichnerin bei der Stadt Unna. In der Würdigung anlässlich ihrer Auszeichnung schreibt die Bezirksregierung:

Die heute 72-Jährige engagiert sich seit 2003 für den Aufbau einer jüdischen Gemeinde und deren Integration in die Stadtgesellschaft ihrer Wahlheimat Unna. Dazu gründete sie zunächst 2003 „Stern-jüdischer kulturell integrativer Verein e.V.“ und 2007 die liberale jüdische Gemeinde „haKochaw“, deren Vorsitzende sie bis heute ist.

Ein besonderes Anliegen war es ihr, eine neue Synagoge in Unna zu schaffen, nachdem das ehemalige Zentrum der jüdischen Gemeinde während der Zeit des Nationalsozialismus zerstört wurde. 2019 konnte diese unter persönlichem Einsatz durch Alexandra Khariakova in einem ehemaligen Gemeindehaus des Evangelischen Kirchenkreises in Unna-Massen eröffnet werden.

Darüber hinaus wirkt sie als Vorsitzende des Landesverbandes progressiver jüdischer Gemeinden in NordrheinWestfalen e.V. auch über die Grenzen Unnas hinaus für das jüdische Leben.

Alexandra Khariakova engagiert sich nicht nur interreligiös, sondern auch interkulturell. So arbeitete sie zwischen 2004 und 2007 kommunalpolitisch im Integrationsrat der Stadt Unna mit und setzte sich auch auf diesem Wege für Menschen mit Migrationshintergrund sowie für eine Verständigung zwischen Kulturen ein.

Foto: Alexandra Kharikova

Seit 2022 unterstützt sie außerdem ihre ukrainische Heimatstadt Charkiw, indem sie Spendensammlungen und Hilfstransporte organisiert sowie Geflüchtete bei der Wohnungssuche oder Arztterminen begleitet.

Für ihr Engagement wurde Alexandra Khariakova bereits mehrmals ausgezeichnet.

  • Im November 2022 erhielt sie die Israel-Jacobsen-Plakette von der Union progressiver Jüdinnen und Juden Deutschlands.
  • Im März 2023 überreichte ihr die Ehrenamtsagentur Unna den Ehrenamtspreis „Ehr-Win“.
  • Im selben Jahr zeichnete die Stadt sie mit der Ehrennadel aus.

Von der Auszeichnung mit dem Verdienstkreuz am Bande zeigt sich Alexandra Khariakova gerührt:

„Ich bin tief bewegt und empfinde diese Auszeichnung als eine große Ehre. Ich freue mich sehr, dass meine Arbeit für die jüdische Gemeinschaft in meiner Wahlheimat Unna solche Früchte trägt und ich so viele Menschen unterstützen konnte und weiterhin kann. Diese besondere Anerkennung dafür gemeinsam mit meiner Familie und Wegbegleitern feiern zu können, ist besonders schön.“

Regierungspräsident Heinrich Böckelühr (CDU) betont: „Eine Gesellschaft kann nur mit Menschen wie Alexandra Khariakova funktionieren. Es braucht Menschen wie sie, die sich um andere kümmern, für ihre Überzeugungen einstehen und einen Beitrag zur Gemeinschaft leisten. Jüdisches Leben war und ist ein Teil des Lebens in Deutschland und sollte auch genauso selbstverständlich gelebt und sichtbar gemacht werden.“

„Ihre Lebensgeschichte zeigt, was Menschen bewegen können, wenn sie an etwas glauben – und wenn sie bereit sind, sich für ihre Ideen und Überzeugungen einzusetzen“, ergänzt Landrat Mario Löhr (SPD). „Das Verdienstkreuz am Bande würdigt nicht nur ihr jahrzehntelanges Ehrenamt. Es würdigt den erfolgreichen Wiederaufbau jüdischen Lebens in einer ganzen Region. Und es würdigt eine Frau, die zu uns gekommen ist – und die ihrer neuen Heimat seither jeden Tag etwas zurückgibt.“

Quelle Bezirksregierung Arnsberg

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