„Es wird weiter teurer“ – Tankstellenmitarbeiterin aus Unna erlebt bei Kunden Wut, aber auch immer mehr Angst

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Zapfsäule an einer Tankstelle / Archivbild RB

Seit dem 1. April geltend die von der Bundesregierung verfügten neuen Spritpreisregeln – der Kernpunkt: Nur noch einmal am Tag, nämlich mittags um 12 Uhr, dürfen Tankstellen die Preise für Benzin und Diesel erhöhen und im Anschluss nur noch heruntersetzen bis zum Folgetag um 12 Uhr mittags.

Was Kritiker schon vorab voraussahen, hat sich an den ersten beiden Tagen bestätigt: An den meisten Tankstellen ist es nochmals deutlich teurer geworden. Und die Preise klettern weiter.

So lag der Preis für einen Liter Super am 1. April bis 11.59 Uhr an Tankstellen im Kreis Unna noch bei durchschnittlich unter 2,10 Euro – um 12 Uhr schnellte er auf teilweise über 2,30 Euro hoch, um am Abend bei durchschnittlich 2,15 bis 2,17 Euro zu verharren.

Am Gründonnerstag (2. April) lag der Preis für den Liter Superbenzin bei fast allen Unnaer Tankstellen bei 2,19 Euro. Die Tendenz zeigt also weiter nach oben.

Eine Leserin des Rundblicks, die an einer Tankstelle arbeitet (und anonym bleiben möchte), schilderte unserer Redaktion ihre Erfahrungen der ersten beiden Tage wie folgt:

„Ich arbeite an einer Tankstelle in Unna. Bisher hatten wir im Schnitt ca. 40 Preisänderungen pro Tag, zum Teil mit einem Unterschied von 20 Cent pro Liter.

Von gestern Mittag bis zum späten Abend ist nur ein einziges Mal (19:38 Uhr) der Preis gesunken, und auch nur für Diesel um genau 1 Cent.

Ich gehe davon aus, dass es nicht mehr günstiger wird, sondern eher noch teurer. Die werden jetzt wahrscheinlich ganz schleichend den Preis jeden Tag um 12 Uhr immer ein bisschen höher setzen und kaum noch runtergehen.

Gestern Abend war ab 18 Uhr fast nichts mehr los. Jeder regt sich auf und schimpft, aber gleichzeitig haben viele so langsam richtig Angst. Einige Kunden haben schon gesagt:

Wenn es noch höher geht, werden sie sich den Weg zur Arbeit nicht mehr leisten können und einen Krankenschein nehmen.

Genauso schwierig ist es auch für kleinere Unternehmer.

Auf die öffentlichen Verkehrsmittel will und kann auch kaum einer umsteigen. Da ist bei Frauen die Angst auch groß, dass am Bahnhof was passieren kann…

Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Einblick in meine Arbeit und Beobachtungen geben. Ganz liebe Grüße…“

Der Name und die Kontaktdaten der Leserin sind unserer Redaktion bekannt.

16 KOMMENTARE

  1. Die ledigliche Fokussierung auf die Benzinpreise halte ich für eine Betrachtung der aktuellen Lage zu einseitig.
    Energie wird für alles um uns herum benötigt und ein Mangel betrifft alle Bereiche der Produktion und des menschlichen Lebens.
    Es ist nicht auszuschließen das bereits im Mai der Alltag in Deutschland für die Menschen ein radikal anderer ist als wie bisher.
    Die hohen Spritpreise für Autofahrer werden dabei noch das kleinste Problem sein !

          • Das es in diesem Artikel um die Spritpreise geht müssen sie nicht noch einmal extra in der Kommentarspalte unter meinen Kommentar betonen. Das erkennt man auch so !!!
            Oder trauen sie das ihren Lesern nicht zu?
            Eine Antwort auf irgendetwas oder eine sachbezogene Ergänzung zu dem Thema kann ich an der unnötigen Einmischung der Redaktion nicht erkennen.

          • Da Sie jetzt aggressiv mit drei Rufzeichen reagieren, Herr Schmunzler, werden wir jetzt deutlich. Nehmen Sie hiermit zur Kenntnis, dass wir uns auf unserer eigenen Seite, die Sie seit Jahren komplett kostenlos konsumieren und kommentieren, weder Vorschriften machen lassen, was wir in welcher Weise kommentieren, berichten, nicht kommentieren oder nicht berichten, und dass wir uns mit Sicherheit nicht von anonymen nichtzahlenden Kunden anraunzen lassen – weder mit Rudelsatzzeichen noch sonstigen Frechheiten. Ansonsten widmen Sie sich besser als zahlender Kunde Ihrer Tageszeitung. Die Diskussion ist damit beendet.

          • Nun weichen sie patzig inhaltlich auf drei Ausrufezeichen aus.
            Damit ist die inhaltslose Diskussion beendet die sie mir aufgedrängt haben und um die ich nicht gebeten habe.

          • (Das sie ihr Produkt kostenlos anbieten damit es gelesen wird sollten sie auch nicht ihren Stammlesern zum Vorwurf machen die nichts dafür können)

          • Sie können hier jetzt gern weiter Selbstgespräche führen, es dürfte angekommen sein, was wir meinen. Schöne Ostertage.

    • Es tut mir leid zu sehen, wie die Redaktion hier auf Sie reagiert – für mich ist das völlig unbegreiflich. Ich hoffe sehr, dass Sie sich nicht vergraulen lassen, da ich Ihre Kommentare sehr schätze. Gerade für Portale, die sich über Werbung und Nutzerzahlen finanzieren, ist ein respektvoller Umgang mit der Community eigentlich die Lebensversicherung. Es ist paradox, die eigene wirtschaftliche Basis durch eine solche Moderation aufs Spiel zu setzen.

      • Es ist für uns wiederum unbegreiflich und absolut demoralisierend, wie diese Art, gegenüber eines kostenfrei nutzbaren Portals aufzutreten, von Ihnen auch noch gutgeheißen und gerechtfertigt wird, Herr van de Pohl. Genau dies ist einer der Gründe dafür, wieso viele Betreiber kostenfreier Online-Angebote inzwischen entnervt wieder aufgegeben haben, weil sie sich diese ständig wachsende Forderungsmentalität bei gleichzeitig generell sinkender Werbe-Freude nicht länger antun mögen. Schade, dass der „Emscherblog“ Holzwickede inzwischen vom Netz ist. Dort hat der Kollege zu seinem Abschied sehr deutliche Worte zu gewissen Entwicklungen verloren, an die, die jetzt lautstark jammern, dass sogar über die Ratssitzungen dort nur noch sporadisch berichtet wird.
        Auch wir beobachten diese Entwicklung seit Jahren immer stärker. Jeder will alles kostenlos, ganz aktuell und natürlich fehlerfrei serviert bekommen und sich zusätzlich das Recht herausnehmen, die Redaktion zu maßregeln, wenn sie z. B. hier in diesem Beispiel in Kommentarsträngen mitdiskutiert. Und unsachlich – Rufzeichenrudel stehen für Lautstärke – sind nicht WIR geworden, sondern der anonyme Kommentator. Dass diese Grundhaltung – der Leser hat alle Rechte, die Redaktion hat zu springen und den Mund zu halten und natürlich anders als der Leser immer höflich und freundlich zu bleiben – hier noch verteidigt wird, spricht tatsächlich Bände.

        Schöne Ostertage wünscht das Redaktionsteam.

        • Was sie so alles mögliche an persönlichen Frust in lediglich drei Ausrufezeichen eines Lesers hinein interpretieren ohne auch nur ansatzweise auf den Satz dazu einzugehen und wie sie das eigendliche Thema im Bericht vollkommen wegblenden ist für Außenstehende sehr aussagekräftig.
          Selbst wenn sie auch diesen Kommentar wieder löschen um einfach nur das letzte Wort zu behalten !

          Der Frust und die Verhärmung welche wohl eher durch die jahrelange ständige 24/7 Moderation auf ihrer Facebookseite entstehen als durch die wenigen Kommentare auf der eigendlichen Webseite wird dadurch nicht weggehen.
          Grüße an die anonyme Person in der Redaktion.

      • Zusatz zu unserem Kommentar, Herr van de Pol: Wie Sie auf die Idee kommen, dass anonyme Kommentarschreiber über unsere Existenz bestimmmen, ist uns tatsächlich ein Rätsel. Glauben Sie allen Ernstes, unser Portal ist in seiner Existenz abhängig von anonymen Kommentaren? Und denken Sie ernsthaft, deutliche Worte der Moderation an komplett nichtzahlende Kunden setzen den Fortbestand unseres Portals aufs Spiel? Sofern Sie das wirklich glauben, seien Sie versichert: Sie liegen vollkommen falsch. VG.

        • Sehr geehrte Redaktion,
          zunächst einmal möchte ich betonen, dass ich Ihre tägliche Arbeit sehr zu schätzen weiß. Der Rundblick Unna leistet eine wichtige Arbeit für unsere Region; die fundierte Recherche und die Vielfalt Ihrer Artikel sind ein echter Gewinn und ich lese Ihre Berichterstattung regelmäßig und gerne. Gerade deshalb bin ich über den Verlauf dieser Diskussion hier so erschrocken.
          Was ist hier eigentlich los? Dass Sie auf eine sachliche Randbemerkung eines Lesers mit einer derartigen Eskalation reagieren, ist für mich iimer noch völlig unbegreiflich. Anstatt souverän zu moderieren, zeigen Sie eine extreme Dünnhäutigkeit, ziehen die Kritik sofort auf eine persönliche Ebene und flüchten sich in eine Debatte über drei Ausrufezeichen. Es wirkt fast so, als müsste hier jahrelanger Frust über Arbeitsbelastung und mangelnde Wertschätzung an der eigenen Community ausgelassen werden – ein aggressives ‚Wir-gegen-die-Leser‘-Narrativ, das weder modern noch zielführend für das Klima auf Ihrer Seite ist.
          Man muss wahrlich nicht jeder Meinung zustimmen, aber diese herablassende Art, langjährige Nutzer als ‚nichtzahlende Kunden‘ abzukanzeln, nur weil Ihnen der Tonfall nicht passt, spricht Bände. Sie übersehen dabei die wirtschaftliche Realität: Gerade die Treue und die Klicks dieser Stammleser sichern die Reichweite, von der Ihr Portal durch Werbeeinnahmen lebt. Wenn die Redaktion bei der kleinsten Gegenrede derart die Fassung verliert, riskieren Sie die Bindung zu den Menschen, die Ihr Produkt erst ermöglichen. Ein toxisches Klima im Kommentarbereich schreckt am Ende nicht nur die Schreibenden, sondern auch die vielen stillen Mitleser ab.
          Ein respektvoller Umgang mit der Community ist kein Almosen, das Sie nach Belieben gewähren, sondern eine ökonomische Notwendigkeit für Ihre eigene Existenzgrundlage. Vielleicht wäre es zielführender, an der eigenen Souveränität zu arbeiten, anstatt Menschen wegen ein paar Satzzeichen derart anzuraunzen. Ein bisschen mehr ‚Leben und leben lassen‘ stünde auch einer Redaktion gut zu Gesicht, deren journalistische Qualität ich ansonsten so schätze. Liebe Grüße und schöne Ostern

  2. „fahrgemeinschaft.de“ die Webseite gibts noch
    mitfahrgelegenheiten in Suchmaschinen
    ADAC hat auf der Webseite Infos zum Thema (Versicherung etc…)

    Was echt nicht gut läuft ist die Unsicherheit im ÖPNV, nicht nur die Pünktlichkeit, sondern die Sicherheit vor Angriffen, Pöbeleien; die Bahnhof“ghettos“ schaffen ein Übriges.

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