CKU ist erstmals als Darmkrebszentrum zertifiziert // Abschied von Chefarzt Dr. Schlottmann nach zwei Jahrzehnten

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Dr.-Alexander-Janzen-Angela-Herrmann-Dr.-Sabine-Kersting-und-Prof.-Dr.-Klaus-Schlottmann. Foto CKU

Mit einer sehr guten Nachricht und einem wehmütigen Abschied startet das Christliche Klinikum Unna (CKU) ins neue Jahr. Hier die beiden Pressemitteilungen des Klinikums dazu, die wir wörtlich wiedergeben.

Das CKU wurde von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) erstmals als Darmkrebszentrum zertifiziert.
Diese Auszeichnung erhalten nur Kliniken, die bei der Diagnostik, Behandlung und Nachsorge von
Darmkrebserkrankungen besonders hohe Qualitätsanforderungen erfüllen. Diese Nachricht ist vor
allem ein wichtiges Signal für betroffene Darmkrebs-Patienten. Sie können sich in nachweislich gute
Hände von erfahrenen Spezialisten begeben.

Große Erfahrung und Kompetenz – Mehr als 2000 Darmspiegelungen jährlich

Die Zertifizierung bestätigt die große Erfahrung und Kompetenz der interdisziplinären Teams. Hier
arbeiten die Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, endokrine und onkologische Viszeralchirurgie
und Proktologie und die Klinik für Gastroenterologie, Hämato-Onkologie und Palliativmedizin eng
zusammen. Bewertet wurden unter anderem die Qualifikation des medizinischen und pflegerischen
Personals, die hohe Zahl behandelter Patientinnen und Patienten sowie die enge Zusammenarbeit
verschiedener Fachrichtungen und externer Kooperationspartner – auch über den stationären
Aufenthalt hinaus.

Erhält ein Patient einen auffälligen Befund, wird er vom niedergelassenen Arzt an das Christliche
Klinikum Unna weitergeleitet. Für die Darmkrebsdiagnostik ist die Gastroenterologie unter der Leitung
von Chefarzt Prof. Dr. Klaus Schlottmann die zentrale Stelle. Jährlich werden im CKU mehr als 2.000
Koloskopien (Darmspiegelungen) durchgeführt, darunter zahlreiche anspruchsvolle
Polypenentfernungen. Die hohe Fallzahl steht für große Routine und Sicherheit der beteiligten Teams.
Durch die enge Kooperation mit niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten können auffällige Befunde
schnell weiter abgeklärt werden.

Notwendige Untersuchungen zur Abklärung innerhalb weniger Tage

Besteht der Verdacht auf Darmkrebs, erfolgt innerhalb weniger Tage die Vorstellung in der Klinik für
Allgemein- und Viszeralchirurgie unter der Leitung von Chefarzt Dr. Alexander Janzen. Innerhalb einer
Woche werden alle notwendigen Untersuchungen durchgeführt, um Art, Lage und Ausdehnung des
Tumors präzise zu bestimmen. Anschließend beraten Spezialistinnen und Spezialisten verschiedener
Fachrichtungen in einer interdisziplinären Tumorkonferenz über den individuell besten
Behandlungsweg. Dabei ist nicht immer eine Operation der erste Schritt – je nach Tumorart und -lage
können auch Chemo- oder Strahlentherapie empfohlen werden.

Sollte ein chirurgischer Eingriff notwendig sein, bietet das CKU optimale Voraussetzungen: Fünf
Chirurgen verfügen über die Zusatzqualifikation „Spezielle Viszeralchirurgie“, drei Oberärzte zusätzlich
über die Zusatz-Weiterbildung Proktologie. Ein Großteil der Darmkrebsoperationen wird minimal-
invasiv durchgeführt, was für die Patientinnen und Patienten oft weniger Schmerzen, eine schnellere
Erholung und kürzere Krankenhausaufenthalte bedeutet. Das Team ist in allen Formen von
Darmoperationen erfahren – von Teilentfernungen bis hin zu hochkomplexen Eingriffen am Enddarm.
„Es ist entscheidend, dass wir Patientinnen und Patienten möglichst früh sehen und untersuchen“, sagt
Dr. Sabine Kersting, Oberärztin der Allgemein- und Viszeralchirurgie und Europäische Fachärztin für
Koloproktologie. Sie leitet an der Seite der Chefärzte Janzen und Schlottmann als Koordinatorin das
Darmkrebszentrum.

Rundumversorgung ist für Patienten ein großes Plus

Die Rundumversorgung – angefangen vom ersten Verdacht auf Darmkrebs bis schließlich zur Reha
nach einem operativen Eingriff – ist ein großes Plus für den Patienten im zertifizierten
Darmkrebszentrum. Hier arbeiten niedergelassene Ärzte, Gastroenterologen, Chirurgen,
(Psycho-)Onkologen und der Sozialdienst eng zusammen, stimmen einzelne Schritte ab und sorgen
so für ein bestmögliches Behandlungsergebnis.

Krankenhausplan erlaubt CKU als einziger Klinik im Kreis die Behandlung von Enddarmkrebs

Zu den im Darmkrebszentrum behandelten Darmkrebserkrankungen zählt auch der Enddarmkrebs
(Rektumkarzinom). Nur noch wenige Krankenhäuser in unserer Region und das CKU als einziges im
Kreis Unna sind nach dem neuen Krankenhausplan des Landes NRW befugt, diese komplexen
Eingriffe am tiefen Rektum vorzunehmen. Das Team um Chefarzt Dr. Janzen gehört damit zu den
wenigen spezialisierten Zentren in der Region.

Im Christlichen Klinikum Unna wird die Zertifizierung der Deutschen Krebsgesellschaft mit großer
Freude und Stolz aufgenommen. Sie bestätigt die bisher hoch qualifizierte medizinische Leistung und
ist ein sehr positives Signal an alle Patientinnen und Patienten im Kreis Unna und der weiteren Region.
Eng begleitet wurden der gesamte Prozess und das umfangreiche Audit vom Qualitätsmanagement
des Hospitalverbundes.

Chefarzt Prof. Dr. Klaus Schlottmann wechselt in den Ruhestand

Nach fast zwei Jahrzehnten prägender Tätigkeit verabschiedet das CKU den langjährigen Chefarzt der Inneren Klinik I/Gastroenterologie, Prof. Dr. Klaus Schlottmann. Der Mediziner hat die gastroenterologische Patientenversorgung am
Standort Unna nachhaltig geprägt, weiterentwickelt und das Klinikum weit über die Region
hinaus positiv positioniert, würdigt das Klinikum den Mediziner.

Dr. Erik Lorenz Franzen, Christian Larisch, Prof. Dr. Klaus Schlottmann, Guido Ponto, Throsten Roy (v.l.) Foto CKU

Prof. Dr. Schlottmann trat die Chefarzt-Stelle in Unna am 1. Januar 2007 im damaligen
Katharinen-Hospital an. Zuvor war er als Geschäftsführender Oberarzt an der Klinik und
Poliklinik für Innere Medizin I des Universitätsklinikums Regensburg tätig. Bereits zu diesem
Zeitpunkt verfügte er über umfassende Erfahrung in Forschung, Lehre und klinischer Praxis.
Zudem war er als Referent auf internationalen Fachkongressen gefragt.

In den folgenden 19 Jahren entwickelte Prof. Dr. Schlottmann die Innere Klinik I /
Gastroenterologie
– das Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit Erkrankungen des
gesamten Verdauungssystems beschäftigt, einschließlich Speiseröhre, Magen, Darm, Leber,
Gallenwegen und Bauchspeicheldrüse – mit großem Engagement und Expertise zu einer der
größten und leistungsstärksten gastroenterologischen Fachkliniken in Nordrhein-Westfalen.
Maßgeblich dafür war einerseits die konsequente Einführung moderner diagnostischer und
therapeutischer Verfahren und der stetige Ausbau des Funktionsbereiches Endoskopie.

Seine Begeisterung und seine Expertise für die Diagnostik sowie die Therapie mittels
interventioneller Ultraschall-Techniken setzte er ebenfalls in die Praxis um. „Diese Verfahren
sind für die Patienten sehr schonend.“ Ein Beispiel: die Verbrennung von Tumoren in der
Leber, gesteuert mittels Ultraschalles. Um die praktische Anwendung solch innovativer
Methoden kennenzulernen, kamen immer wieder Fachleute aus aller Welt zur Hospitation in
die Inneren Klinik I des CKU.

Die kontinuierliche Weiterbildung des ärztlichen und pflegerischen Teams sowie der Anspruch,
medizinische Versorgung auf höchstem fachlichem Niveau anzubieten, standen ebenfalls weit
oben auf der Agenda des scheidenden Chefarztes.

Neben der Gastroenterologie verantwortete Prof. Dr. Klaus Schlottmann als Chefarzt auch die
Weiterentwicklung wichtiger Bereiche des CKU:
die Diabetologie, die Hämato-Onkologie, die
Palliativmedizin sowie das Zentrallabor. Mit großem Engagement setzte er sich zudem in der
Zusammenarbeit mit der Chirurgischen Klinik des CKU für die Behandlung von
Darmkrebspatienten ein. Dies führte noch zuletzt zur gemeinsamen Zertifizierung durch die
Deutsche Krebsgesellschaft als Darmkrebszentrum Unna.

Patientinnen und Patienten wie auch Mitarbeiter schätzten insbesondere seine hohe
medizinische Expertise, seine klare Entscheidungsfindung und seine zugewandte Haltung.
Zusätzlich engagierte sich Prof. Dr. Schlottmann über seine Fachklinik hinaus viele Jahre als
Ärztlicher Direktor des CKU Mitte. Gerade in den herausfordernden Zeiten der Corona-
Pandemie trug er zu Stabilität, Orientierung und Kontinuität im Klinikum bei.
Die Innere Klinik I/Gastroenterologie ist heute personell und organisatorisch sehr gut
aufgestellt. Die in den vergangenen Jahren geschaffenen Strukturen gelten als zukunftsfähig
und werden nachhaltig fortgeführt. Die Weiterentwicklung sowie die Nachbesetzung der
Chefarzt-Position der Klinik liegt nach Angaben des CKU in guten Händen.

Verwaltungsrat, Geschäftsführung sowie Kolleginnen und Kollegen bedanken sich bei Prof.
Dr. Schlottmann für nahezu zwei Jahrzehnte außergewöhnlichen Engagements und seine
Lebensleistung für das Christliche Klinikum Unna.

Quelle: Pressemitteilungen des CKU

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