Wärme, Kleidung, Essen – Bergkamener Geschäftsinhaberin öffnet Ladentür für Obdachlose inklusive ihren Tieren

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Hier sind Obdachlose willkommen: das leer stehende Ladenlokal an der Landwehrstraße 22 in Bergkamen. (Foto: Privat/Weyer)

Seit dem strengen Frosteinbruch zum Jahreswechsel wurden schon mehrere Obdachlose erfroren aufgefunden – unsere Redaktion berichtete kürzlich über zwei tragische Fälle in Dortmund.

In Bergkamen hat sich die Besitzerin eines leeren Ladenlokals dazu entschlossen, ganz praktisch zu helfen.

Ihr kurzes Posting am Mittwochabend in eine Begkamener Facebookgruppe stieß auf große Dankbarkeit und Zuspruch.

Auf unsere Anfrage hin erklärte die Inhaberin ihr Angebot ein bisschen ausführlicher:

„Das Ladenlokal liegt an der Landwehrstraße 22. Es ist jeder herzlich willkommen, auch mit Tier.

Heizung, Toilette und Waschbecken sind auch vorhanden. Sollten die Ersten hier ankommen, bekommen wir zur Versorgung der Menschen ganz viel Unterstützung.“

So werden die Obdachlosen Decken, warmes Essen, Getränke und warme Kleidung bekommen. „Auch für die Tiere wird natürlich gesorgt“, verspricht Angela Weyer.

Anders als die meisten herkömmlichen Übernachtungsstellen, die die Wohnungslosen am Morgen wieder verlassen müssen, soll das Ladenlokal in Bergkamen den ganzen Tag über geöffnet bleiben, fügt die hilfsbereite Bergkamenerin hinzu. „Wir dachen, bis Ende März.“

Kontakt bitte über das Netzwerk Hamm und Unna, eine private Gruppe,die wir HiER vorstellen.

Mit der Idee, leer stehende Immobilien als trockenen und warmen Unterschlupf für obdachlose Menschen zu nutzen, sind andere Bundesländer schon weiter.

So können Wohnungslose in der Region Hannover künftig ganzjährig in leerstehenden Räumen oder Büros schlafen. Der Ausschuss für Soziales, Wohnungswesen und Teilhabe der Region hat die Verwaltung im Oktober 2025 beauftragt zu prüfen, welche Räumlichkeiten von Firmen oder Trägern sich nachts für eine Zwischennutzung eignen.

Der aktuelle Antrag von SPD und Bündnis 90/Die Grünen ging auf eine Initiative der Fraktion Linke/Piraten aus dem Frühjahr zurück. Vorbild ist das französische Projekt „Bureaux du Cœur“ (Herzbüros). Die Verwaltung soll jetzt konkrete Flächen ermitteln.

Vorbild ist das französische Modell „Bureaux du Cœur“, das 2019 in Nantes gestartet ist und heute 270 Mitmachende in 30 Niederlassungen in Europa hat.

Die Idee: Unternehmen öffnen nach Feierabend ihre leeren Büroräume für wohnungslose Menschen. Diese können dort bis zu drei Monate sicher übernachten, während die Flächen tagsüber wieder normal genutzt werden. Ein Partnerverband übernimmt die soziale Betreuung.

Aufgenommen werden alleinlebende Personen, die keine nachgewiesene Sucht haben und an einem Wiedereingliederungsprogramm teilnehmen. Diese Bedingungen stehen für die Regionsfraktionen nicht im Mittelpunkt für die Teilnahme am Programm.

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