Aufhebung des Nachtflugverbots am Dortmunder Airport zur Fußball-EM: Fluglärmgegner drohen mit Klage

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Flughafen Dortmund /Foto: Kathi Rück


„Fußball-Europameisterschaft 2024 ein Sommermärchen? Fußball die schönste Nebensache der Welt? Nicht so für die lärmgeplagten Anwohner im Flughafenumfeld.“

Heftige Kritik übt die Schutzgemeinschaft Fluglärm (SGF) für den Kreis Unna und Dortmund an der Aufhebung des Nachtflugverbots während der Fußball-EM im Sommer dieses Jahres.

In einer Pressemitteilung vom Freitagmittag schimpft die SGF:

„Der Zuschlag für Dortmund als Austragungsort der EM 2024 ist mit scharfen Auflagen seitens der UEFA verknüpft und lässt schon jetzt insbesondere die Flughafenanwohner um ihren Schlaf fürchten.

Der Grund: Eine der gravierendsten UEFA-Bedingungen an die Stadt Dortmund als Spielstätte war die Aufhebung des Nachtflugverbotes. Für alle anstehenden sechs Spiele soll das Nachtflugverbot komplett aufgehoben werden.

Im Klartext heißt das: Flugverkehr jeweils 24 Stunden vor, nach und am eigentlichen Spieltag selbst. Folglich müssen 18 Tage lang mehr als 150.000 Anwohner in Unna und den Dortmunder Stadtbezirken Aplerbeck, Brackel und Hörde auf einen ungestörten Schlaf verzichten.

Die betroffenen Anwohner allein zahlen den Tribut dem „besonderen Reiseverhalten der Fußballfans“ (Zitat der UEFA) Rechnung zu tragen.

Durchaus brisant der frühe Zeitraum dieser Zustimmung. Der Deal wurde schon am 05.07.2017 -also vor 7 Jahren- ausgehandelt. Der damalige Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) hatte sich schriftlich diesen UEFA-Bedingungen unterworfen.

Ob aktuell schon entsprechende Anträge oder sogar Genehmigungen durch die Bezirksregierung Münster als zuständiger Luftaufsichtsbehörde zur Aufhebung des Nachtflugverbotes für einzelne Fluggesellschaften vorliegen, ist uns nicht bekannt.

Wir, der Schutzgemeinschaft Fluglärm Dortmund – Kreis Unna e.V., haben daher unseren Anwalt Karsten Sommer beauftragt, in Münster den aktuellen Sachstand anzufragen. Sollte die Bezirksregierung Münster entsprechende Bescheide zur Aufhebung des Nachtflugverbotes erstellt haben bzw. beabsichtigen diese vorzunehmen, wollen wir aktiv werden.

Wir würden dann umgehend beim zuständigen Verwaltungsgericht Anträge zum Erlass einer einstweiligen Verfügung zur Aufhebung dieser Bescheide einreichen.

Es ist während der EM realistisch mit erhöhtem Flugaufkommen zu rechnen – doch das 18 Tage „round about the Clock“?

Nein, wir werden es nicht hinnehmen, dass die Flughafenanwohner um ihren Schlaf gebracht werden, nur damit Mannschaften, VIPs und auswärtige Fußballfans möglichst bequem mit dem Flieger anreisen können.

Natürlich sind auch wir begeisterte Fußballfans. Doch wir sehen keine zwingenden Gründe für die Aufhebung des Nachtflugverkehrs. Denn, es gibt Alternativen: Mit den Flughäfen Paderborn, Münster/Osnabrück und Köln/Bonn stehen drei Flughäfen zur Verfügung, die aufgrund ihrer Standorte und Lage zur Wohnbebauung keine Einschränkungen für Nachtflüge haben und per ÖPNV erreichbar sind.“

Quelle SGF

1 KOMMENTAR

  1. Die Ansicht hier der SGF ist bezüglich der Ankunft und Abflugzeiten zutreffend, der Lärm ist jetzt schon scheinbar vermehrt, die Verteilung der Flugbewegungen auf die Flughäfen Münster und Paderborn ist eine gute Idee.

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