SPD/FLU: Bauen ja, aber nicht so groß und teuer – CDU bei Wohnbauplänen für Kessebüren isoliert

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Ortsdurchfahrt Kessebüren mit ausgewiesenem Schulweg. (Foto Rinke)

„Viel zu groß und zu teuer. Ein Dorf ist keine Vorstadt.“

Etwas später als die Grünen und Wir für Unna, doch nicht weniger deutlich positioniert sich zum Ende der Woche auch die SPD zu den strittigen Neubauplänen von Architekt Michael Deterding in Kessebüren für einen prominenten privaten Bauherrn.

Das Fazit der Genossen lautet ebenso wie das der Grünen und WfU und auch der Bürgerinitiative Kessebüren:

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„‚ Bauen ja – aber nicht in diesen Dimensionen. Mit einer gewachsenen Dorfstruktur sind diese vier Mehrfamilienhäuser samt Parkgarage unverträglich.“

Nach einem Ortstermin an der Fröndenberger Straße in Kessebüren spricht sich die SPD-Fraktion gegen das dort geplante Neubauprojekt aus.

„Diese Maßnahme ist in ihren zurzeit vorgesehenen Ausmaßen überdimensioniert. Wir müssen aufpassen, dass wir ein intaktes Dorf nicht zur Vorstadt werden lassen“, mahnt Ratsherr Til Beisenherz.

„Wir sind nicht grundsätzlich gegen Neubau an dieser Stelle. Aber er muss sich in die vorhandene Bebauung einfügen.“

Die SPD teilt damit die Bedenken der Bürgerinitiative Kessebüren, die bislang rund 190 Unterschriften im Dorf gegen das Projekt gesammelt hat.

Neben der Kritik an den Dimensionen des geplanten 75 Meter langen Gebäudekomplexes, für den tonnenweise Erde aufgrund der Hanglage und der geplanten 28 Garagenplätze unter den Häusern abtransportiert werden muss, vermissen die Sozialdemokraten auch die Beachtung sozialer Fragen.

„Was wir in Unna und den Stadtteilen dringend brauchen, sind bezahlbare Mietwohnungen für unsere Bürgerinnen und Bürger vor Ort. Davon kann hier angesichts der sich jetzt schon abzeichnenden hohen Baukosten allein aufgrund der aufwändigen Erdbewegungen keine Rede sein“, so Til Beisenherz.

„Am Ende werden zweistellige Quadratmeterpreise stehen, damit sich das ganze rentiert und die sich nur wenige Menschen leisten können. Das geht am tatsächlichen Bedarf vorbei.“

Eine weitere Sorge der SPD-Fraktion: die Verschärfung der verkehrlichen Situation an der kurvenreichen Hauptstraße durch Kessebüren. Der Schulweg radfahrender Kinder führt direkt vor der geplanten Garagenausfahrt entlang. Raum für parkende Besucher ist kaum vorhanden.

„Die Lage droht unübersichtlich und damit gefährlich zu werden, ohne dass die vorliegenden Pläne dazu überzeugende Antworten geben.“

FLU-Chef Göldner stellt öffentlich das Vorhaben in Frage

Für die Fraktion der Freien Liste Unna (FLU) meldete sich am heutigen Freitag ihr Fraktionsvorsitzender Klaus Gölnder.

„Unsere Fraktion hielt es bislang für noch zu früh, vor der öffentlichen Auslegung des Projektes dazu Stellung zu nehmen. Gleichwohl hat die FLU-Fraktion bereits im Rahmen eines Ortstermins gegenüber der Bürgerinitiative Kessebüren im Dezember des vergangenen Jahres bekräftigt, dass sie die bisherigen Planungen hier für überdimensioniert hält.“

Dass das freie Grundstück an der Fröndenberger Straße nicht für die Ewigkeit unbebaut bleiben würde, sei gleichwohl allen Beteiligten bewusst, unterstreicht Göldner. So stelle sich die Initiative auch nicht generell gegen Neubaupläne, sondern lehne einzig deren Dimension ab.

„Angesichts der sich nunmehr abzeichnenden Mehrheitsverhältnisse der Politik in dieser Angelegenheit stellt sich die Frage an den Vorhabenträger, ob sich die weitere Verfolgung der Planungen ohne signifikante Änderungen lohnt.“

Architekt Michael Deterding stellte seine Position gestern in einem 27-Punkte-Positionspapier dar. HIER können Sie es nachlesen.

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