„Reallabor“ an der Schulstraße: Parkplatz wird – vielleicht dauerhaft – zur grünen Verweil-Oase

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Der Parkplatz an der Schulstraße soll - zumindest auf Zeit, vielleicht auch dauerhaft - nicht mehr für parkende Autos zur Verfügung stehen. (Archivfoto / c/o Die Grünen Unna)

Verweilen statt zuparken.

Ein zentraler Parkplatz in der Unnaer City soll, zunächst auf Zeit, nicht mehr Parkplatz sein, sondern zu einer Verweil-Oase umgestaltet werden.

Das hat die Politik mehrheitlich für die Stellfläche an der Schulstraße beschlossen. Wir berichteten.

In welche Richtung soll sich der Parkplatz Schulstraße entwickeln? Diese Frage können in diesem Sommer Unnas Bürgerinnen und Bürger selbst beantworten:

Durch ein sogenanntes „Reallabor“ wird der Parkplatz ab dem Frühjahr zu einem begehbaren Bürgerbeteiligungsprojekt.

Der Parkplatz soll als Quartiersplatz zunächst für 6 Monate den Bürgern zur Verfügung stehen. In diesem Zeitraum soll sich jeder mit Ideen einbringen.

„Die Stadtverwaltung wird diesen Prozess begleiten; entscheidend sind jedoch die Bürgerinnen und Bürger, die innerhalb dieser 6 Monate den Platz gestalten können. Die Erkenntnisse aus diesem „Reallabor“ werden anschließend ausgewertet, um daraus gegebenenfalls eine dauerhafte Lösung zu entwickeln.“

Bürgerversammlung am 2. 2.

Was konkret ab April auf dem Platz passieren wird und wie man sich einbringen kann, darüber informiert die Stadtverwaltung Unna auf Einladung der Ortsvorsteherin für Unna-Mitte, Ines Nieders-Mollik (Die Grünen), am Donnerstag, 2. Februar 2023, 19 Uhr, in der Aula der Werkstatt im Kreis Unna, Obere Husemannstraße 10, 59423 Unna.

Der Zustand des Parkplatzes Schulstraße ist miserabel und zieht mit rund 40 Stellplätzen unnötigen sowie meist vergeblichen Park-Such-Verkehr in die Altstadt. Dabei bieten umliegende Parkhäuser für Innenstadt-Besucher ausreichend Kapazitäten.

So urteilte im Mai dieses Jahres die SPD-Fraktion über diesen zentrale öffentlcihen Platz und beantragte drei „Reallabore“ zum Testen einer autoarmen Innenstadt. HIER berichteten wir.

Der Schulstraßenparkplatz soll nun „temporär“ – saisonal für mindestens 6 Monate – „andersartig“ genutzt werden.

Der zentrale öffentlicher Platz sei seit Jahrzehnten in der städtischen Diskussion, resümiert die Stadt.

„Als Parkplatz ist er heute von der Öffentlichkeit angenommen, als eine der größeren zusammenhängenden Freiflächen in der Innenstadt jedoch deutlich untergenutzt.

Diese Situation war anlassgebend für verschiedene politische Anträge, die sich mit einer Folgenutzung des Parkplatzes Schulstraße befassen.

Zuletzt wurde die Realisierung eines Reallabors Parkplatz Schulstraße von der SPD beantragt und von Bündnis 90/Die Grünen die Entwicklung eines Mehrgenerationenparks. Diese Anträge bilden die Grundlage für diese Planung der temporären Umnutzung.

Im Sinne der Mobilitätswende sowie im Rahmen der Umweltvorsorge … soll eine andersartige Nutzung des Parkplatzes an der Schulstraße überprüft werden. Auf diese Weise kann auch ein Beitrag zur Minderung des (Parksuch-)Verkehrs in der Innenstadt geleistet werden.

Im Zuge dieser Erprobungsmaßnahmen soll die Veränderung der Parksuchverkehre dokumentiert werden, um Anhaltspunkte für eine langfristige Umlenkung der Verkehrsströme in der Altstadt zu haben.

Dazu sind Verkehrszählungen bis zu einer gutachterlichen Überprüfung durch ein entsprechendes Ingenieurbüro möglich.

Die Sperrung des Parkplatzes ermöglicht die Umnutzung zu einem begrünten öffentlichen Platz, womit vielseitige Vorteile einhergehen:

die lokale Verbesserung des Stadtklimas,

die Bereitstellung von Grün- und Freiräumen in der Innenstadt,

Raum für Naherholungsangebote für verschiedene Nutzergruppen

und die Schaffung eines attraktiven Veranstaltungsorts. Zusätzlich bietet die temporäre Umgestaltung Anhaltspunkte für Konzepte über eine zukünftig dauerhafte Umnutzung des Platzes.

Aufgrund der zentralen Lage und attraktiven Baumbestände bietet sich eine Hauptnutzung als öffentlicher Platz mit Räumen zum Aufenthalt und Erholung an.

Es wird entsprechendes Sitzmobiliar als Gruppen- und Einzelmöbel unter den Bäumen bereitgestellt. Den attraktiven Baumbestand umgebend und entlang der Baumscheiben werden Beetflächen geschaffen, die angelehnt an das angrenzende Gartenprojekt Mille Fiori den Raum grün und naturnah aufwerten.

Für Kinder entsteht ein innerstädtischer Spielort, damit sie sich in einem geschützten, städtischen Raum ausleben können. Durch die Frequentierung des Spielplatzes, der angrenzenden Fußgängerzone und dem Gartenprojekt Mille Fiori wird für eine Belebung des Platzes gesorgt.

Die Freiflächen, die gemäß der derzeitigen Projektskizze auf dem heutigen Parkplatz Schulstraße entstehen, bieten darüber hinaus die Möglichkeit zur Umsetzung weiterer, die Aufenthaltsfunktion unterstützender Angebote. Diese werden derzeit noch diskutiert und geprüft.

Um den temporären Funktionswandel des ehemaligen Autoparkplatzes zu unterstützen, sind besondere Angebote für den Fahrradverkehr vorgesehen.

Die bestehenden privaten Parkplätze auf dem Gelände werden weiterhin erreichbar sein. Auch die bisherige Nutzung als Verbandsplatz bei öffentlichen Großveranstaltungen soll integriert werden. Eine den Ausführungen entsprechende Konzeptskizze ist der Anlage zu entnehmen.

Im weiteren Verfahren ist die Beteiligung von direkten Anliegern der Fläche an den Planungen vorgesehen. Die breite Öffentlichkeit soll über die temporäre Nutzung informiert werden. Zudem werden Maßnahmen geprüft, um die Annahme der temporären Nutzung durch die Öffentlichkeit bewerten zu lassen.

Kosten entstehen im Wesentlichen zunächst für die Anschaffung des Mobiliars sowie für die Pflanzmaßnahmen. Das Mobiliar soll dauerhaft durch die Stadt erworben werden.

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