SPD des Unnaer Nordens: Rascher Testlauf für neue Fahrradstraße tut lokaler Demokratie gut

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Symbolbild Fahrradstraße - Foto Rinke

„Die Fahrradstraße kommt – und das ist auch gut so!“

Die Königsborner SPD zeigt sich hoch erfreut über das Ergebnis der Ausschussberatungen in Sachen Fahrradstraße zwischen Massen und Königsborn (wir berichteten).

Ratsvertreterin Ilka Essers ergänzt: „Das ist ein Grund, sich doppelt zu freuen:

Zum einen über die Fahrradstraße und die damit verbundene Testphase.

„Und zweitens zeigen damit Bürgern, dass Dinge in Unna auch einmal schnell an den Start gehen können. Das tut der lokalen Demokratie gut!“

Zudem habe man sich auch vor Ort noch einmal von der Problematik überzeugt.

„Wer sich morgens die Verkehrssituation rund um die Kornstraße anschaut, der erkennt schnell, dass dringend etwas passieren muss.

Eine abknickende Vorfahrt, ein schmaler Fußweg nur auf einer Straßenseite, der ebenfalls schmale Fahrradweg wird in beide Richtungen befahren, eine schmale Straße mit parkenden Autos auf beiden Seiten. Und dazwischen versuchen Schülerinnen und Schüler, sich ihren Weg zu bahnen.

Konflikte sind vorprogrammiert und es ist offensichtlich, dass sich etwas ändern muss. Die Einbahnstraße in den Test einzubeziehen, war die genau die richtige Entscheidung“, ergänzt Ratsvertreter Max Jülkenbeck.

Gerade die Testphase findet Anklang bei den Genossen aus Unnas Norden. „Das gibt uns die Möglichkeit, gemeinsam mit den Betroffenen, den Bürgern, eine gute Idee zu testen und erforderlichenfalls weiterzuentwickeln. Aus unserer Sicht ist es zudem erforderlich, dass die Einführung durch eine Informationskampagne begleitet wird, die über die Rahmenbedingungen informiert – und auch Schüler adressiert“, erklärt Ilka Essers.

DIE BESTEHENDE FAHRRADSTRASSE VON MASSEN NACH KÖNIGSBORN ÜBER DEN AFFERDER WEG SOLL KÜNFTIG AM AFFERDER WEG ÜBER DIE KREUZUNG KORNSTRASSE, FRIEDRICH-EBERT-STRASSE BIS ZU DEN BERUFSSCHULEN UND DER STADTHALLE VERLAUFen.

Diese Regeln der StVO gelten in Fahrradstraßen

Die Straßenverkehrsordnung (StVO) erlaubt in Fahrradstraßen eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h. Falls Pkw und/oder Motorräder zulässig sind, dürfen sie den Radverkehr weder behindern noch gefährden. Sie dürfen also nicht drängeln, wenn Radler nebeneinander fahren – was hier ausdrücklich erlaubt ist.

Das hat aber keinen Einfluss auf das Vorfahrtsrecht: Falls die Vorfahrt nicht durch Zeichen geregelt ist, gilt für alle rechts vor links. Dem Radverkehr kann die Vorfahrt aber auch dadurch eingeräumt werden, dass der Gehweg der Fahrradstraße ohne Unterbrechung über die einmündende Fahrbahn verläuft oder die Bordsteine abgesenkt sind. Autos und Motorräder dürfen in Fahrradstraßen parken, falls keine Beschilderung dies verbietet oder einschränkt.

Unnas Grüne begrüßen die Pläne:

„Ein deutlicher Sicherheitsgewinn, vor allem für die vielen Schülerinnen und Schüler die ihren täglichen Schulweg über diese Strecke absolvieren.“

Im weiteren Verlauf der Sitzung wurde sich außerdem darauf geeinigt, dass zwischen Friedrich-Ebert-Straße und Kornstraße eine Einbahnstraße eingerichtet wird. „Mit dieser Maßnahme wird nicht nur Platz gewonnen, auch eine deutliche Beruhigung der Verkehrssituation kann somit erreicht werden“, stellen die Grünen fest.

Werner Wülfing betont die Wichtigkeit dieser Strecke:

„Es handelt sich um eine Hauptroute, die bereits im Zielnetz 2025 vor Jahren einstimmig festgelegt wurde. Der Ausbau zur Fahrradstraße ist nun die logische Konsequenz aus diesem Beschluss.“

Zusätzlich zur Einbahnstraße wurde beschlossen, dass die Verwaltung weitere Maßnahmen erarbeitet, die die Sicherheit des Radverkehrs über den Verlauf der Fahrradstraße gewährleisten.

2 KOMMENTARE

  1. „Rascher Testlauf für neue Fahrradstraße tut lokaler Demokratie gut.“
    Wenn man neue strafbewehrte Gesetze aufstellt und das ganze Test nennt, ist es demokratisch. Auch in Ländern wie Nordkorea würde es der lokalen Demokratie gut tun, wenn sie raschere Testläufe für Fahrradstraßen festlegen. Das unterscheidet Demokratie von Diktatur :-).

    Schwarze manipulative Rhetorik vs. weiße sachlich belegte Rethorik.

    Den Leuten wird die Mobilität Stück für Stück massiv eingeschränkt und es wird ihnen als „gut für die Demokratie“ verkauft. Während die Schüler im Winter während Minusgrade bei eingeschränkter Beleuchtung in das heruntergekühlte Klassenzimmer (für den Frieden) radeln, können die berufstätigen Eltern sich täglich aufs Neue durch Baustellen, Staus, und unzählige Verkehrseinschränkungen ihren Weg durch eine desolate Infrastruktur zum Arbeitsplatz in die nächste Stadt durchkämpfen, damit sie die explodierenden Heizkosten finanzieren können.
    Wie lange braucht man täglich, um von Unna zu seinem Arbeitsplatz in Dortmund zu kommen? Die Autobahnen sind fast täglich verstopft. Der Afferder Weg über die Dörfer ist oft die letzte Rettung. Wenn man drei Mal zu spät kommt, verliert man in Deutschland seinen Kündigungsschutz. Im Öffentlichen Dienst ohne Zwang zur Wirtschaftlichkeit wird das wohl lockerer gesehen.
    Wann die „Testphase“ endet, kann ich dem Bericht nicht entnehmen :-).

    (Eltern, welche in Massen wohnen und ihr Kind im dunklen Winter vor der Arbeit zur Schule nach Unna bringen wollen und danach zu ihrem Arbeitsplatz nach Dortmund fahren müssen, werden sich besonders über die „Fahrradstraße“ freuen.)

  2. „Falls Pkw und/oder Motorräder zulässig sind, dürfen sie den Radverkehr weder behindern noch gefährden. Sie dürfen also nicht drängeln, wenn Radler nebeneinander fahren – was hier ausdrücklich erlaubt ist.“

    Das heißt praktisch, das jeder noch so langsam fahrende Radfahrer den Straßenverkehr nach Lust und Laune ausbremsen oder sogar stoppen kann.

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