20 € für 6 Minuten – „Schade, Unna war immer meine Lieblingscity“

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Eine Leserin aus Bönen, bisher großer Fan der Unnaer City, hat bedauernd beschlossen, künftig ihre Einkäufe online zu erledigen. Sie schilderte uns folgende Episode:

„Liebes Rundblick Unna Team. Gestern war ich seit langer Zeit mal wieder in der Unnaer Innenstadt.

Auch wenn einen kaum noch was dahin lockt, da die Geschäfte wirklich zu wünschen übrig lassen, hab ich gedacht „ach komm, gib der City eine Chance“.

Naja, dadurch, dass vieles leer steht, ist auch nicht mehr viel los dort. Zu allem Übel kommt ja die Parkplatzsituation.

Ich habe oben am Kino geparkt gegenüber der Tankstelle. (Anm. der Redaktion: Der Parkplatz wird über ein auswärtiges Unternehmen bewirtschaftet.)

Ich kam 6 Minuten zu spät wieder und hatte ein Ticket an der Scheibe – 20 € !!!!!!

ZWANZIG EURO für 6 Minuten zu spät kommen 💁🏻‍♀️

…das hat mir wieder einmal gezeigt, lieber online bestellen und sich diesen Stress nicht mehr aussetzen.

Für mich war es definitiv das letzte Mal, das ist nur noch reinste Abzocke.

Schade eigentlich, Unna war immer meine Lieblingscity…“

  • Christine K., Bönen (Kontaktdaten sind der Redaktion bekannt)

Anmerkung der Redaktion:

Zur Erklärung, wieso wir diese Episode aufgegriffen haben.

Man kann sich natürlich auf den formalen Standpunkt stellen: Zu spät ist zu spät, Pech gehabt. Stimmt.

Man könnte sich (als Stadt) aber auch kurz überlegen, welche Visitenkarte man bei seinen Besuchern hinterlassen will, um die man schließlich mit anderen Städten konkurriert Dazu ein Beispiel.

Ein Kollege übersah vor Jahren einmal in Bergkamen bei einem Workshop die Parkscheibenregelung. Über 6 Stunden später kehrte er zu seinem Auto zurück. Er fand etwas unter seinen Scheibenwischer geklemmt: Eine nagelneue Parkscheibe und dazu ein freundliches Schreiben der Stadt Bergkamen, dass er offenbar keine Parkscheibe besäße und deshalb jetzt eine von der Stadt geschenkt bekomme. Die möge er jetzt immer mit sich führen.

Das ist jetzt bestimmt über 10 Jahre her. Seitdem ist der Kollege unser größter Bergkamen-Fan.

10 KOMMENTARE

  1. Vielleicht bin ich mit meinen 80 Jahren etwas zu alt, aber ich verstehe es nicht.
    Ich fahre in die Stadt, suche mir einen Parkplatz, ziehe ein Parkticket, bin des Lesens mächtig und mache dann einen Fehler.
    Und weil dieser Fehler, den ich selbst durch mein eigenes Verhalten (meines Erachtens kommen hier die Parkplatzwahl, unweit ist das öffentliche Parkhaus an der Lindenbrauerei und schlechtes Zeitmanagement zusammen) begangen habe, dann durch ein privates Unternehmen geahndet wird, fange ich an, mich über die Stadt zu ärgern.
    Sind es immer die anderen oder hat man vielleicht selbst dazu beigetragen?

    Und den eigenen Fehler damit zu verbinden, dass man lieber wieder online einkauft, da ja so viele Geschäfte leer stehen? Wie heißt es so schön? Finde den Fehler.

    Aus meiner Sicht hat hier jemand den falschen Blickwinkel gewählt.

    • Danke für den Kommmetar.
      Ganz meine Meinung.

      Wahrscheinlich fährt Christine K. auch keine Bahn mehr. Sie kommt nur 6 Minuten zu spät und der Zug ist schon weg.

  2. Zur Erklärung, wieso wir diese Episode aufgegriffen haben.

    Man kann sich natürlich auf den formalen Standpunkt stellen: Zu spät ist zu spät, Pech gehabt. Stimmt.

    Man könnte sich (als Stadt) aber auch kurz überlegen, welche Visitenkarte man bei seinen Besuchern hinterlassen will, um die man schließlich mit anderen Städten konkurriert Dazu ein Beispiel.

    Ein Kollege übersah vor Jahren einmal in Bergkamen bei einem Workshop die Parkscheibenregelung. Über 6 Stunden später kehrte er zu seinem Auto zurück. Er fand etwas unter seinen Scheibenwischer geklemmt: Eine nagelneue Parkscheibe und dazu ein freundliches Schreiben der Stadt Bergkamen, dass er offenbar keine Parkscheibe besäße und deshalb jetzt eine von der Stadt geschenkt bekomme. Die möge er jetzt immer mit sich führen.

    Das ist jetzt bestimmt über 10 Jahre her. Seitdem ist der Kollege unser größter Bergkamen-Fan.

  3. Liebe Redaktion!

    Hier wird doch etwas ganz schlimm vermischt.
    Es ist nicht die Stadt Unna, die diesen Parkplatz bewirtschaftet. Da wird ein privatwirtschaftliches Unternehmen beauftragt. D. h. das die Stadt auch nicht das Ordnungsamt auf den Parkplatz schickt.
    Warum sollte sich die Stadt also irgendeinen Vorwurf machen lassen?
    Als Privatmann möchte ich mir auch nicht von der Stadt vorschreiben lassen, was ich mit meinem Parkplatz machen soll.

    Das die entsprechenden Unternehmen, die die Parkplätze bewirtschaften, nicht den besten Ruf haben ist bekannt. Aber dann muss man an den Eigentümer kritisieren und nicht die Stadt Unna.

    Und wie gesagt, wer sein Parkticket lesen kann, weiß auch, wann die Zeit abgelaufen ist. Habe ich das nicht im Griff, brauche ich nicht rumjammern.

    • Hallo Herr Winterhoff, korrekt, es hat niemand behauptet, dass die Stadt diesen Parkplatz überwacht. Aber sie kann auf silche Methoden einzuwirken versuchen, denn es sind ihre Kunden, die hier verprellt werden – der Parkplatzgehört zu keinem privaten Geschäft. 20 € für 1-2 Minuten sind schlicht und ergreifend ohne Maß. Liebe Grüße.

      • Durch ihre Formulierung „Man könnte sich (als Stadt) aber auch kurz überlegen, welche Visitenkarte man bei seinen Besuchern hinterlassen will, um die man schließlich mit anderen Städten konkurriert „, behaupten sie nicht, dass die Stadt diesen Parkplatz überwacht, aber sie suggerieren eine Verantwortung der Stadt.
        Niemand ist gezwungen diesen Parkplatz zu nutzen. Und als ich noch unseren Betrieb führte, hätte ich mir auch jede Einmischung, die auf eine Preisregulierung o. ä. abzielt, seitens einer Behörde im Bereich der privatwirtschaftlichen Tätigkeit verboten.
        Und ich denke auch, dass die Stadt Unna ihre Grenzen kennt.
        Zudem reden wir nicht über 1 oder 2 Minuten. Ihr Artikel spricht von 6 Minuten. Die Parkdauer ist dem Parkschein zu entnehmen. Schaffe ich es nicht, diese Zeit einzuhalten, muss ich die Konsequenzen tragen. Bei einer Parkhausnutzung lamentiert doch auch keiner rum. Da wird aufgestöhnt und gezahlt.
        Hier wird ein Vertrag über eine zeitlich begrenzte Flächennutzung eingegangen. Erfülle ich die Vertragsbedingungen nicht, muss ich eben mit einer Vertragsstrafe leben. Und die Regelungen des BGB sind recht deutlich.
        Es spielt auch keine Rolle, ob ein Privatmann oder ein Geschäft diesen Parkplatz betreibt. Es wird eine Fläche zur Verfügung gestellt und es wird eine entsprechende Entlohnung erwartet. Korrektes Verhalten = niedrige Gebühren. Falsches Verhalten = Hohe Zusatzkosten.

  4. Wohne in Unna. Das ist schon richtig so, sorry aber zu spät ist zu spät..
    Sonst würde es die Regel nicht geben und sie würden bei jedem „ein Auge zudrücken“. Sowas geht nicht.

    Andere Zeiten – andere Gesetze.

  5. Mein Gott ,für 6 min.überzug ist ja reine Abzocke. Ich habe mir das 9 € Tickel gekauft,weil Unna in allem etwas blöd ist.

  6. Ich habe vor ein paar Tagen gegenüber vom Jobcenter mein Motorroller abgestellt keine Behinderung und auch kein Parkplatz eingenommen habe den Roller neben den Fahrrädern abgestellt. Bin kurz zum Bürgeramt und wieder zurück was soll ich sagen 20€ Ticket Unna sollte sich in Grund und Boden schämen.

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