Verweilen auf öder Steinfläche und jetzt noch „Allee für alle“: Protest gegen „woke Parkplatzvernichtung“ in Holzwickede

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Zur Verweilfläche ist der Marktplatz von Holzwickede umdefiniert worden. Massiver Protest aus der Händlerschaft sei ignoriert worden, schimpft die CDU-nahe Mittelstandsvereinigung MIT. (Foto: MIT Holzwickede)

„Es ist schon erstaunlich, zu welchen Possen die Holzwickeder Ratsfrauen und -herren in der Lage sind.“

So beginnt eine beißende Pressemitteilung der MIT (Mittelstandsvereinigung) in Holzwickede. Ganz ähnlich wie in Unna werden auch in der Emschergemeinde aktuell „Verweilplätze“ geschaffen und dafür Parkplätze beseitigt.

Das treibe bizarre Blüten, kritisiert die CDU-nahe Mittelstandsvereinigung der Gemeinde Holzwickede.

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„Obwohl nahezu jedes Ratsmitglied vor der gestrigen Sitzung (am Donnerstag, 25. 4.. d. Red.) zunächst den Marktplatz anfuhr, wohl in der Hoffnung, einen der künstlich verknappten, aber umso begehrteren Parkplätze für sich zu ergattern, mussten alle, die nicht bereits zum vorangegangenen Vortrag von Prof. Marchetti angereist waren, unverrichteter Dinge wieder fahren und die Suche nach einer Parkmöglichkeit fortsetzen und andernorts parken.

Genau dieselben Damen und Herren (mit Ausnahme der Fraktion der CDU) stimmten nachfolgend, während der leicht verspätet gestarteten Sitzung, gegen eine Rücknahme des Beschlusses zur Verknappung des Parkplatzangebotes.

Es sind dieselben Ratsmitglieder, die, um eine bessere „Aufenthaltsqualität“ auf der leeren Steinfläche zu ermöglichen und „Begegnungen“ zu ermöglichen, hier einen vermehrten Parksuchverkehr initiierten, der jegliche Klimaschutzmaßnahme durch Mehremissionen genau durch diesen Parksuchverkehr ad absurdum führt.

Mitten dabei die Partei, die sich angeblich den Klimaschutz auf die Fahnen geschrieben hat und glaubt, diesen mit Parkplatzvernichtung und Fahrradbügeln besonders voranzutreiben.

Aber die Umwelt ist nicht das Einzige, was leidet: Das ansässige Gewerbe muss auch Einbußen hinnehmen, schlicht weil es nicht mehr so gut erreichbar ist.

Die Kunden weichen aus. Selbst eine Unterschriftenaktion eines Apothekers, die alleine dort über 200 Unterschriften gegen die Parkraumeinschränkung zustande brachte, wurde von den Ratsvertretern von SPD, Grünen, FDP, Bürgerblock und „Die Partei“ ignoriert.

Um dem ganzen nun die Krone aufzusetzen, beschloss der Rat gestern gegen die Stimmen von CDU und Liberalen einen „Testzeitraum“ von vier Wochen, in dem die Allee zur „Allee für alle“ werden soll:

Nicht etwa den Bürgersteig nutzt man dann dafür, Bänke zum Verweilen aufstellen zu wollen, sondern der dort vorzufindende Parkraum soll dafür genutzt werden – in direkter Nachbarschaft zum Emscherpark, für den man, um ihn zu erreichen, gerade einmal die verkehrsberuhigte Fahrbahn queren müsste.

Wieder einmal hat man die grandiose Idee, unsere Händlerschaft zu torpedieren, um eine woke Idee den Menschen in unserer Gemeinde als Segnung zu verkaufen.

Es erinnert doch stark an das in Unna krachend gescheiterte „Reallabor“ – und schürt die Angst, dass auch in Holzwickede etwas von dem „Test“ übrigbleibt, weil man seinen Fehler auf keinen Fall eingestehen kann.

Die MIT Holzwickede spricht sich klar gegen die Parkraumeinschränkungen zulasten des Holzwickeder Gewerbes und der Einwohner der Gemeinde aus und fordert den Rat der Gemeinde auf, die Parkraumeinschränkungen schnellstmöglich zu beenden.“

Pressemitteilung: MIT Holzwickede

1 KOMMENTAR

  1. „Mitten dabei die Partei, die sich angeblich den Klimaschutz auf die Fahnen geschrieben hat und glaubt, diesen mit Parkplatzvernichtung und Fahrradbügeln besonders voranzutreiben.“

    NRW Ministerpräsident Wüst von der CDU hat nun mal direkt nach seiner Wahl erklärt, das er NRW zum Vorreiter der „grünen Transformation“ der Gesellschaft machen will. Also schneller und intensiver als alle anderen. Wer also die CDU gewählt hat, sollte sich nun nicht beschweren.

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