Sperrung verzögert sich – Viktoriastraße weiterhin frei

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Die Viktoriastraße war am Morgen des 9. Juni weiterhin beidseitig befahrbar. (Foto Redaktion)

+++UPDATE – Stadtsprecher Christoph Ueberfeld verwies bei Nachfrage auf den genauen Wortlaut der Pressemitteilung. Demnach werde die Viktoriastraße frühestens ab dem 7. Juni halbseitig gesperrt. Es bleibt demnach offen, ab wann diese viermonatige erhebliche Verkehrseinschränkung beginnt.+++

Die angekündigte Einbahnregel auf der Viktoriastraße in Unna verzögert sich. Auch heute (9. 6.) können weiterhin beidseitig Fahrzeuge durchfahren.

Ab Dienstag nach Pfingsten, 7. Juni, sollte eigentlich die Viktoriastraße zwischen Kreisel Hammer Straße und Höingstraße/Hellweg nur noch aus Richtung Kreisel befahrbar sein. So hatte es die Stadt angekündigt, die die Fahrbahn der Viktoriastraße auf diesem Stück grundsaniert.

Das muss sie, ein Anwohner (der einzige dort) hat sie verwaltungsgerichtlich dazu gezwungen. Der Lärm aufgrund durch die Schlaglöcher polternde Lieferverkehre rund um die Uhr sei unzumutbar. Das Gericht gab dem Bürger recht, die Stadt stellte als Sofortmaßnahme im vorigen Jahr erst einmal Tempo 20-Schilder auf – gültig für Lkw von 22 bis 6 Uhr.

Für die Sanierung der Fahrbahn ist eine Dauer von vier Monaten angesetzt. Fertig wäre sie damit in den Herbstferien.

die Viktoriastraße zwischen Hammer Straße und Höingstraße ausgebaut. 1,63 Mio. Euro kostet das komplett. Eine Million zahlt die Stadt bzw. der Steuerzahler.

Für die von einem Anwohner wegen Lärmbelästigung eingeklagte grundhafte Erneuerung der Fahrbahn wird die Viktoriastraße halbseitig gesperrt – dies beginnt laut Stadt am 7. Juni.

„Die Straße wird bis zu einer Tiefe von 60 Zentimetern neu aufgebaut. In Teilbereichen kann es erforderlich sein, zusätzlichen Bodenaustausch vorzunehmen. Zudem wird, da wo es möglich ist, ein getrennter Geh- und Radweg gebaut“, teilt die Stadt mit.

„In der gesamten Bauzeit gilt vom Kreisverkehr an der Hammer Straße in Richtung Höingstraße eine Einbahnstraßenregelung.“

  • Für die in Fahrtrichtung Westen fahrenden PKW wird eine Umleitung über die Höingstraße, Hellweg, Uhlandstraße, Morgenstraße, Ostring und Kantstraße eingerichtet.
  • Für LKW gilt die Umleitung über Höingstraße, Uelzener Weg, Uelzener Dorfstraße, Twiete, Werler Straße, B1, Feldstraße, Büddenberg, Hochstraße und Hansastraße.

Die privat eingeklagte Fahrbahnerneuerung auf diesem Teilstück der Viktoriastraße hatte die Stadt ursprünglich erst ab 2023 ff vorgesehen. Aufgrund des Gerichtsurteils muss sie vorgezogen werden.

Rückblick:

Die Stadt hat keine Wahl. Denn bekanntlich hat ein Anlieger gegen die Stadt wegen Lärmbelästigung geklagt – und gewonnen. Seine Straßensanierung bekommt er jetzt – doch nicht nur vor seinem Haus, sondern auf einem halben Kilometer. Und als Anlieger zahlt er das mit.

Seit besagter Anwohner im vorigen Jahr gerichtlich gegen die Stadt Unna vorging (und gewann), stehen an der ramponierten Straße provisorisch Tempo 20-Gebotsschilder für Lkw in den Nachtstunden. Doch damit ist es eben nicht getan. Die Stadt muss die Fahrbahn sanieren – viel früher, als sie es ursprünglich vorhatte.

1,63 Mio. Euro kostet das komplett. Eine Million zahlt die Stadt bzw. der Steuerzahler.

Grafik: Stadt Unna

In der Vorlage zu dem Thema erinnerte die Stadtverwaltung:

„An der Viktoriastraße sind hauptsächlich Gewerbe- und Industriebetriebe ansässig, bis auf die Eigentümer in Nr. 7 und 7 b, die
selbstbewohntes Eigentum nutzen. Diese zogen wegen Lärm und Erschütterungen durch vorbeifahrende Fahrzeuge gegen die Stadt Unna vor Gericht: Sie forderten eine sofortige Sanierung der Viktoriastraße, mindestens aber verkehrsbeschränkende Maßnahmen.“

Der vom Gericht beauftragte Sachverständige erkannte sofortigen Handlungsbedarf der Stadt aufgrund der Erschütterungen. In Folge verpflichtete das Verwaltungsgericht mit seinem Urteil AZ 14 K 5209/15 die Kreisstadt dazu, „die Erschütterungseinwirkungen auf ein für die Anlieger zumutbares Maß zu verringern“.

„Daher ist es erforderlich, den Ausbau der Viktoriastraße im Straßenbauprogramm vorzuziehen, um weitere Sanktionen zu vermeiden“,

erklärt die Stadt.

Der Rat beschloss das, und daher wird der Oberbau der Viktoriastraße jetzt auf einer Länge von einem halben Kilometer „grundhaft saniert“ – ab ca. 75 m hinter dem Kreisverkehr Hammer Straße/Viktoriastraße über den Kreuzungsbereich Viktoriastraße/Höingstraße hinaus.

Im westlichen Bereich der Viktoriastraße wird auf einer Länge von ca. 250 m eine Fahrbahn für beide Fahrtrichtungen angelegt. In diesem Bereich wird folgender Querschnitt vorgesehen:
Gehweg 1,90 m
Radweg 2,10 m
Fahrbahn 7,00 m
Radweg 2,10 m
Gehweg 1,90 m
Im östlichen Bereich der Viktoriastraße ist aufgrund von fehlendem Grunderwerb eine Fortführung des Querschnitts nicht möglich. In diesem Bereich wird daher folgender Querschnitt vorgesehen:
Gehweg 1,90 m
Radweg 2,10 m
Fahrbahn 7,00 m
Gehweg in veränderlichen Breiten von ca. 1,90 m bis 3,50 m

Für Radfahrer wird auf der südlichen Fahrbahnseite ein Schutzstreifen markiert.

Eine gute Nachricht: Es müssen keine Bäume fallen.

Die Anlieger werden zu Straßenausbaubeiträgen nach § 8 KAG herangezogen.

Wegen der Coronabeschränkungen verzichtete die Stadt auf die sonst übliche Anliegerversammlung und informierte die Anlieger direkt.

„Ein Anwohner äußerte Zweifel an der Notwendigkeit, auch das Teilstück ab Haus Nr. 16 bis zum Bauende mit zu sanieren, da dies nur unnötig höhere Kosten verursache. Doch laut Stadt ist das zwingend nötig, um einen „regelkonformen Auf- und Ausbauzustand zu erreichen“.

Und da im Zuge der grundhaften Erneuerung auch umfangreiche Umverlegungsarbeiten derVersorgungsunternehmen erforderlich sind, werden die Nebenanlagen ebenfalls erneuert.

Als Querungshilfe hält die Verwaltung eine Fußgängerampel für wahrscheinlich.

Die Kosten für den Gesamtausbau belaufen sich laut Stadt auf 1,63 Mio. €. Das Geld ist im Haushaltsplan als Investition veranschlagt.

Dem stehen Anliegerbeiträge in Höhe von rd. 570.000 € gegenüber, so dass der Eigenanteil 1,06 Mio. € beträgt.

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