„Fußballer:innen“ gesucht – für Fußball „innen“ in der Halle: Das macht zumindest inhaltlich Sinn, liebe Stadt Unna. Mehr aber nicht! #no*:_*_:*

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Der bunte Unna-Esel gendert gerne und falsch. (Foto; Rinke)

Das Gender-Wirrwarr der Stadtverwaltung Unna (HIER machten wir uns diesbezüglich einmal Luft) setzt sich fort, wir müssen deshalb erneut reden, liebe Stadt Unna.

Nach den schwer verunglückten Fußgehenden in Königsborn und durch die Texte irrlichternden Gendersternchen *** war eine e Zeit tatsächlich Ruhe mit diesem den Lesefluss hemmenden, das Sprachgefühl beleidigenden groben Unfug in Pressemitteilungen aus dem Rathaus. Jetzt am Dienstag konnten wir in einer Ankündigung über ein Herbstferienangebot des Kinder- und Jugendbüros zur Abwechslung mal einem Doppelpunkt begegnen, wo dieser eindeutig nicht hingehört.

„Für Fußballer:innen gibt es die Möglichkeit, ein Fußballfeld in einer Halle kostenlos zu mieten“, steht in dieser Meldung.

Nun ja, eins ist hier unbestritten: „innen“ macht bei ja bei einer Veranstaltung, die „in“ einer Halle, also „innen“ stattfindet, ja tatsächlich einmal Sinn. Inhaltlich. Aber auch nur inhaltlich. Grammatikalisch und sowieso auch rein vom Sprachgefühl her ist ein Doppelpunkt mitten in ein Wort gejagt ebenso schreiender Unfug wie ein Unterstrich oder eben der berühmte Stern an derselben Stelle. Satzzeichen IN Wörtern sind falsch, falsch, falsch. Punkt. Rufzeichen!

Wir geben allerdings unverdrossen die Hoffnung nicht auf, dass sich unsere genderbeflissene Kreisstadtverwaltung schlussendlich doch noch eines Besseren besinnt und den Unfug schlicht und ergreifend lässt. Zumal es gegenüber einer Bürgerin, also dem weiblichen Pendant des Bürgers, einfach ungleich höflicher ist, sie (sprachlich korrekt) mit „Bürgerinnen und Bürger“ als vollwertige Persönlichkeit dem männlichen Bürger voran(!)zustellen als sie – gegendert – als Zweibuchstabenanhängsel an einen Stern, einen Doppelpunkt oder Unterstrich geklatscht besagtem männlichen Bürger respektlos hintendranzuhängen. Als lästiges Anhängsel, sozusagen als Wurmfortsatz. Sowas braucht kein Mensch und schon gar keine Frau, liebe Kreisstadt Unna.

Im Anschluss an den fußgehenden Gender-Gau unserer Stadtpressemeldungsschreibenden schickten wir den Schreibenden übrigens die eindringliche Bitte, doch bitte einmal intensiv in sich zu gehen und sich zu fragen, ob es sonderlich bürgerfreundlich ist, den steuerzahlenden Menschen der Stadt eine Sprachverhunzung aufzuzwingen, die laut Umfragen rund 80 Prozent der Menschen schlicht und ergreifend nicht wünschen.

Wir bekamen zur Antwort, dass es sich beim Gendern augenscheinlich um ein gesamtgesellschaftliches Thema handele, das man noch einmal ausgiebig im Rathaus problematisieren werde.

Tun Sie das, liebe Pressesprecher der Stadt Unna (da es sich ausschließlich um Männer handelt, können wir die weibliche Form hier getrost unterschlagen). Währenddessen nehmen wir mit Freude wahr, dass die wahrlich erschlagende Mehrheit unserer Leserschaft (sic!) – gefühlte 99 Prozent – mit uns übereinstimmt, so wie diese Leserin, die uns folgende überaus freundliche Bestätigung mailte:

Sehr geehrtes Rundblick-Unna-Team!

Ich habe Ihren Artikel: „„Radfahrende und Fußgehende“ – Gendern*:_, bis die Sprache laut um Hilfe schreit“ vom 11.09.2021 gelesen und möchte mich dafür einfach nur bedanken!

Bedanken dafür, dass Sie selbst nicht gendern, der erste Satz geht schon runter wie Öl: „Vorab, wir gendern nicht und wissen immer wieder, warum wir auch gar nicht erst damit anfangen, denn der Irrsinn der sprachlichen Massakrierung treibt groteske Blüten, und das beste Beispiel lieferte uns unlängst die Stadt Unna.“

Und bedanken für Ihre Kritik an diesem Zitat: „Irrsinn“. Danke! Danke! Danke!

Ich würde gerne selbst in dieser Sache aktiver werden, als mich nur Zuhause darüber aufzuregen.
Kennen Sie evtl. Stellen, bei denen ich Beschwerde einreichen kann, ohne alle in Unna kontaktieren zu müssen, die bereits gendern? Es tun ja leider schon genug u.a. auch die Sparkasse in der Innenstadt, die letztens ein Schild am Kleingeldautomaten hängen hatte mit den Worten, dieser sei defekt und man solle sich an die Mitarbeiter*innen am Schalter wenden. Das lustige ist, auf ihrer Internetseite gendern sie glaube ich nicht. Da steht immer noch Mitarbeiter.

Vielen Dank und liebe Grüße

Melanie Antler
Bürger der Stadt Unna seit Juli 2014

Wir bedanken uns herzlich und gendern selbstverständlich weiter nicht. Im Übrigen wurde sowohl dieser Artikel als auch den Vorangehende über die Fußgehenden von einer SchreiberIN verfasst.

4 KOMMENTARE

    • Nichts zu danken, Herr/Frau Lohnmann, unsere Ansicht zu Gendersprache ist eindeutig und wird hier von allen Kolleginnen und Kollegen vehement geteilt.

  1. Im Gegensatz zu „Damen und Herren“ wäre „Bürger und Bürgerinnen“ sprachlich korrekt.
    Erst alle (in „Bürger“ sind die Bürgerinnen ja enthalten) und dann noch der Teil davon, der explizit angesprochen werden will/soll.

    Gendern ist nur was für Leute, die Genus und Sexus nicht auseinanderhalten können.

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