Lesermeinung: „Katzenbuckel, Bombentrichter – Politik erschreckend am Bürger und besonders an der Jugend vorbei“

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Mountainbike Parcours / Fotoquelle Pixabay

Zu den jüngsten Diskussionen und Beschlüssen in den politischen Gremien der Stadt Unna erreichte uns folgende Lesermeinung, zugleich eine politische Stellungnahme.

„Liebe Mitbürger und auch ganz direkt an Sie, liebe Frau Keuchel (Claudia Keuchel ist Fraktionsvorsitzender der Bündnisgrünen, d. Red.),

Da reibt man sich als interessierter Bürger schon manchmal die Augen oder besser die Ohren, wenn man so hört, was zu bestimmten Anträgen in den Ausschüssen unserer Stadt geäußert wird.

Im Ausschuss wurde der Bürgerantrag des Herrn Zühlke – mit der an sich absolut diskutablen Idee, den abgetragenen Katzenbuckel wieder so neu gestalterisch aufzuschütten, dass den MTB-Fahrern in Unna eine Trainingsfläche geboten wird – abgelehnt.
Im Ablehnen ist man im Rat und den Ausschüssen leider flott dabei, zumindest wenn die Anträge aus der falschen Ecke oder gerne direkt vom Bürger kommen.

So auch meine Erfahrung in der aktiven Arbeit für die Bürger und die stetigen Versuche, über Anträge zumindest mal zu einer Diskussion über Alternativen zu den Vorstellungen der im Rat stimmstärksten Fraktionen der CDU und Grünen zukommen. Sehr schade, sind doch durchaus diskutable Vorschläge dabei gewesen.

Auch beim Thema MTB-Sport und dem Bombentrichter wurden alle Versuche und Anträge, diese Nutzung zu legalisieren und als Jugendprojekt zu etablieren, abgelehnt. Sie wurden weder diskutiert noch bestand die Möglichkeit, die Idee in Gänze vorzustellen.
Interessant finde ich da aber die Begründungen von Frau Keuchel, die da lauteten, dass sie im Gespräch mit den jugendlichen MTB-Fahrern erfahren haben will, dass denen die Fläche eh zu klein wäre.

Na, da war ich ganz erstaunt und habe mal in unserer WhatsApp Gruppe nachgefragt, wann denn diese Gespräche gelaufen sind. Ich war ja schon erfreut, weil ich dachte, dass deren Anliegen nun endlich auch bei den großen Fraktionen im Rat auf offene Ohren stößt und reger Austausch stattgefunden hat.

Nun ja, leider scheinen die Gespräche mit irgendwelchen anderen Leuten gelaufen zu sein. Mit den Nutzern, mit denen ich schon seit über einem Jahr im Gespräch bin und mit denen da Lösungen gesucht werden, hat Frau Keuchel jedenfalls nicht gesprochen. Kann sie auch nicht, denn dann wüsste sie ja auch, dass die weiterhin den Bombentrichter präferieren und tolle Ideen dazu haben.

Aber mit den weiteren Äußerungen wird dann schon eher ein Schuh draus. Der Hinweis von Frau Keuchel, dass es sich auch beim Katzenbuckel um ein Naturschutzgebiet handelt, sei mal geschenkt. Es ist ein Naherholungs- und in Teilen Landschaftsschutzgebiet.
Nur by the Way, wäre der Katzenbuckel ein Naturschutzgebiet, dann wäre die Nummer mit den Erdarbeiten und den Containern schon ein starkes Stück Rechtsbruch gewesen. Aber gut, da kann man sich schon mal vertun, wenn es der eigenen Argumentation dienlich ist.

Ja und dann kam was, da war ich aber richtig verwundert, denn laut Frau Keuchel laufen ja schon die Planungen für den Bau einer MTB-Strecke auf der ehemaligen Fläche des Freizeitbades in Unna-Massen (oder einer Eishalle, oder eines Sportzentrums oder was auch immer), da würde sich die Diskussion um andere Standorte ja erübrigen.

Ja Mensch, da frage ich mich: Wo sind denn die Vorlagen in den Ausschüssen und dem Rat oder Gelder im Haushalt, die dafür benötigt werden? Wann wurde denn eine, doch zumindest für die Galerie (weil man sich vorher vermutlich eh schon hinter den Kulissen abgestimmt hat) notwendige, Diskussion im Rat dazu geführt? War da nicht mal eine „Kick Off Veranstaltung“ angekündigt zum Thema, war die schon? Haben Frau Keuchel und auch die CDU den Bau auch mit irgendwelchen Jugendlichen abgesprochen, die möglicherweise nur sie selbst kennen?

Ich bin ehrlich gesagt erschrocken, frustriert und wirklich langsam sauer. Hier wird eine Politik gemacht, die an den tatsächlichen Bedürfnissen der Bürger und Betroffenen vorbei geht. Und wenn man das schon macht, dann sollte man das auch so kommunizieren und nicht Bürgernähe oder Gespräche vortäuschen, die es gar nicht gegeben hat.

Offensichtlich stehen nach wie vor Parteiinteressen und persönliche politische Vorstellungen vor den Interessen der Bürger, damit forciert man aber immer weiter die ohnehin schon große Politikverdrossenheit.

Sven Arnt, Unna, Mitglied „Wir für Unna“ (WfU)

4 KOMMENTARE

  1. Auch Ich muss meinen beiden Vorrednern zustimmen
    Nur „langsam Sauer“ da wäre ja noch Luft nach oben ,kann man gar nicht mehr sagen
    Das Mass aller Dinge Ist meiner Meinung nach schon ganz ganz weit überschritten ( allein fast 16000 Bürgerstimmen so mir nix dir nix auszusitzen und dafür noch vom Bürger eine Aufwandsentschädigung zu verlangen ( Sorry aber wir Bürger sollten so langsam mal eine Aufwandsentschädigung zugesprochen bekommen)
    Aber wie Herr Arndt es schon passend formulierte“persönliche und politische Vorstellungen“stehen halt im Vordergrund
    Somit kann sich jeder ein Bild machen wie der eine oder andere“Volksvertreter“ tickt
    Sicherlich gibt es denn oder die eine wo vielleicht noch Glut im Feuer ist
    Was daran zu ersehen ist das Land und Bund Fördermittel bereitgestellten
    Also ist es für mich ein ganz klares Bild das man nicht gewillt ist was zu tun
    ODER
    Mit nachdenklichen Grüßen

    • Auch ich habe Anfang September die Erfahrung gemacht, dass man Fragen an die Grünen in Unna besser nicht stellt, da man sonst in deren E-Mailverteiler als konservativer, rechter Gesinnungsgenosse abgestempelt wird. Durch einen dummen Zufall hat mich diese Mail auch erreicht. Nach einer interessanten Diskussion mit dem Verfasser bin ich dann zu dem Entschluss gekommen, so eine inkompetente Partei besser nicht zu wählen.
      Ich hoffe aber, dass man sich dort, einigen meiner Vorschläge mal annimmt und Politik für den Bürger und nicht für einen Posten in der Partei zu machen.

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