Extrem-Unwetter mit 4-stündigem Starkregen flutet Fröndenberg – Keller laufen voll – Hunderte Feuerwehreinsätze

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Überflutung der Alleestraße in Fröndenberg, Höhe Edeka/Kreuzung Hirschberg. Die Ruhrstadt meldete am Mittag des 4. Juli "Land unter". (Foto: RB / A. Reichert)

++++Update 1 am 4. 7. – „Wie nach einem Monsun“ – eine erste abendliche Bilanz in Wort und Bildern +++++

++++Update 2 am 5. 7. – in Häusern stand das Wasser 1,50 Meter hoch++++

++++Update 3 und Folgende ab dem 5./6. 7. – Katastrophenszenario, Deichbruch drohte, Evakuierungen++++

Eine Extrem-Unwetterfront ist am Sonntag (4. 7.) ab dem Mittag über den Kreis und die Region hinweggezogen und traf als Erstes und am heftigsten Fröndenberg, gefolgt von Unna.

Über der Ruhrstadt gingen ab kurz nach 12 Uhr die ersten unwetterartigen Regengüsse nieder, die, gepaart mit heftigem Sturm aus Südwest, in kürzester Zeit ganze Straßenzüge unter Wasser setzten.

Während die westlichen Stadtteile noch leichtes Grummeln, aber Trockenheit vermeldeten und im Süden Unnas (keine 10 km weit entfernt) gar noch freundlich die Sommersonne schien, entluden sich über Fröndenberg mit Hagel und Sturm gepaart in kurzer Zeit bereits unglaubliche Wassermengen. Laut Deutschem Wetterdienst waren es pro Quadratmeter über 60 Liter.

Die Alleestraße, Fröndenbergs Hauptstraße, war nach weniger als 20 Minuten überflutet. Reihenweise liefen vor allem im Bereich der Kreuzung zum Hirschberg Keller voll, da sich vom Berg herunter weitere Wassermengen ergossen.

Zu Überflutungen kam es auch im Löhnbachtal inklusive im Löhnbad und den dortigen Seniorenheimen. Dort schwammen sogar Autos weg.

Das Freibadgelände verwandelte sich in einen schlammig braunen „Löhnsee“.

Überschwemmung im Löhnbachtal – links das Löhnbad.

Die Bismarckstraße parallel zur Bahnlinie verwandelte sich in einen braunen Fluss und die Bahnline selbst desgleichen. Auch aus dem Palzdorf Bausenhagen, aus Westick und Warmen meldeten Leserinnen und Leser vollgelaufene Keller.

Etwa 45 Minuten nach Einsetzen des Starkregens in Fröndenberg erreichte die Front Unna, zunächst den westlichen Stadtteil Massen, gefolgt von den südlichen Stadtteilen und ab 14.30 auch den Osten Unnas. Überall kübelte es laut Leserschilderungen wie aus Eimern.

Nach einer kurzen Regenpause, in der sich sogar wieder kurz die Sonne wieder blicken ließ, zog direkt die nächste schwere Front heran, diesmal ohne Sturmböen, dafür mit krachenden Donnerschlägen und erneutem Starkregen, der nun auch die Gullis in Hanglage übersprudeln ließ.

Wieder war als Erstes Fröndenberg betroffen. Dort rückte um 14.45 Uhr die Mendener Feuerwehr zur Verstärkung an, gefolgt von den Feuerwehren Iserlohn und Unna.

Bis 15.15 Uhr zählte die Rettungsleitstelle des Kreises rund 180 Einsätze allein in Fröndenberg, teilte die Kreispressestelle gegen 16 Uhr als erste Zwischenbilanz mit. In der Meldung von Kreissprecherin Birgit Kalle heißt es weiter:

„Der Deutsche Wetterdienst hat eine Warnung vor extremem Unwetter (Stufe 4 von 4) herausgegeben. Sie gilt zunächst bis 17.30 Uhr. Weitere Schwerpunkte des Unwetters sind aktuell Lünen (49 Einsätze) und Unna (40 Einsätze).
Die Feuerwehr in Fröndenberg erhält Unterstützung der Feuerwehr in Unna, um die zahlreichen Einsätze abarbeiten zu können. Jeder einzelne kann dazu beitragen, dass es möglichst wenig Folgeschäden gibt. Deshalb appellieren die Rettungskräfte, besonders umsichtig zu sein.“


Wichtige Verhaltensregeln des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe:

Gehen Sie bei Überschwemmungsgefahr nicht in Keller oder Tiefgaragen.
⁠Fahren Sie nicht durch überflutete Straß Schon eine geringe Wasserhöhe kann die Steuerung behindern.
⁠Passen Sie Ihr Verhalten im Straßenverkehr den Verhältnissen an.
Halten Sie Abflüsse und Schächte frei, damit das Wasser abfließen kann.
⁠Gehen Sie nicht an Gewässer, die Hochwasser fü
Auch das Durchschreiten von überschwemmten Unterführungen ist lebensgefährlich! Durch den Druck im Kanal können Schachtabdeckungen hochgedrückt werden. Dabei entsteht ein Sog, durch den eine Person angesaugt werden kann.

14.40 Uhr: Die zweite Front erreicht Unna-Hemmerde. Dieses eindrucksvolle Foto postete Beatrix Steimer auf unserer Facebookseite.

Die Unwetterwarnung für den Kreis Unna besteht fort. Wir berichten weiter.

Alle Fotos von Anja Reichert/für RBU.

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