Neue Beratung gegen Ausbeutung: Immer mehr Menschen im Kreis „schuften in prekären Verhältnissen“

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Sorge um die Existenz plagt zunehmend Menschen, die trotz Arbeit kaum über die Runden kommen. - Symbolbild Quelle Pixabay

Von der Arbeit nicht leben können – gegen Ausbeutung und Erwerbsnot: Die Arbeitslosen-Beratungsstellen vor Ort erweitern ihr Angebot.

Nicht nur Langzeitarbeitslose, sondern auch die wachsende Zahl von Niedriglöhnern in prekären Beschäftigungssituationen sollen von den Hilfen der Fachleute profitieren.

Für die „Beratungsstelle Arbeit“ kooperieren die Werkstatt im Kreis Unna und das Multikulturelle Forum. Das Land und die EU fördern die Beratungsstelle.

Die Werkstatt und das Multikulturelle Forum haben langjährige Erfahrung in der Unterstützung von Arbeitslosen. Seit 1996 bieten sie in ihren Beratungsstellen Hilfen beim Umgang mit Behörden, bei der Lösung persönlicher Probleme sowie den Zugang zu Ausbildungs- und Beschäftigungsangeboten an.

Rund 2.000 Menschen nutzten bisher jährlich das Angebot der Arbeitslosenberatung, berichtet Herbert Dörmann, Geschäftsführer der Werkstatt im Kreis Unna. Und er geht davon aus, dass der Bedarf wächst:

  • 16.800 Arbeitslose sind im Kreis Unna auf die Transferleistungen des Jobcenters (SGB II, Hartz IV) angewiesen,
  • 7.000 oder deutlich über 40 % sind Langzeitarbeitslose.

„Für viele tausend dieser Menschen im Kreis Unna ist das Leben von Leistungen der Grundsicherung für Arbeitssuchende ein Dauerzustand“, berichtet Dörmann. Kenan Küçük, Geschäftsführer des Multikulturellen Forums verweist darauf, es seien neben einer fehlenden Ausbildung vielfach persönliche Schwierigkeiten und Erkrankungen oder auch Sprachprobleme, die einen Ausweg blockierten.

„Darüber hinaus gibt es immer mehr Menschen, die geringfügig beschäftigt sind und die Grundsicherung als Aufstocker benötigen“, so Küçük.

Verschärfend komme hinzu:

„Die Zahl der Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen wächst – darunter auch Arbeitskräfte, die in der Bauwirtschaft, in der Fleischindustrie und in der Landwirtschaft in ausbeuterischen Verhältnissen schuften.“

Den verschiedenen Hilfesuchenden will die „Beratungsstelle Arbeit“ bei der Existenzsicherung helfen. Dazu gehört nicht nur der Umgang mit Behörden, das Ausfüllen von Formularen, Erklärung von amtlichen Schreiben, sondern ebenso die Vermittlung von Hilfen bei Schulden, Krankheit oder Behinderungen.

Werkstatt und Multikulturelles Forum haben dafür ein Netzwerk zu Jobcenter, Agentur für Arbeit, zu kommunalen Helfern und vor allem auch zu über 2000 Unternehmen aufgespannt. Die Berater sollen ganz individuelle Lotsen für die Hilfesuchenden sein.

Anlaufstellen zum bewusst „niedrigschwelligen Angebot“ bietet die Beratungsstelle Arbeit sowohl im Werkstatt-Gebäude in der Gerhart-Hauptmann-Straße 29 in Unna sowie beim Multikulturellen Forum in Lünen in der Münsterstraße 46b oder in Bergkamen in der Präsidentenstraße 44. Daneben werden auch in Schwerte wöchentliche Sprechzeiten in den Räumen der S.I.G.N.A.L. (Jägerstraße 6) angeboten.


Weitere Informationen und Kontakt zur Beratungsstelle Arbeit:

Unna/Schwerte

Peter Höck (02304 94213-40 / p.hoeck@signal-schwerte.de)

Lünen/Bergkamen

Alessandro Gullo (02306 30630-21 / gullo@multikulti-forum.de)

Die „Beratungsstelle Arbeit“ wird gefördert vom Land Nordrhein-Westfalen aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds.                

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