Noch 3 Wochen durchhalten? „Das wird in Unna nicht gelingen – weil die Kontrollen nicht greifen“

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Bornekamp Unna, Foto RB

Noch drei Wochen durchhalten, um die Coronazahlen zu senken? Dieser Appell der Bundes- und Landespolitik werde in Unna nicht fruchten, kritisiert Bornekamp-Anwohner und -aufpasser Volker Viebahn. Warum nicht? „Weil die Kontrollen nicht greifen.“

So ist Viebahns eitel Lob für den neuen „Bornekamp-Kümmerer“ Dirk Weischede mit Blick auf den gestrigen Freitagabend (7. Mai) bereits herzlichem Bedauern gewichen. Der Kümmerer, die „arme Socke“, stehe wieder „am Ende der Kette“.

In einer weiteren seiner schon sprichwörtlich-berüchtigten Mails ans Rathaus kritisiert Viebahn, der bei der Kommunalwahl im September für die Freie Liste Unna (FLU) kandierte, am heutigen Samstag, 8. Mai:

„Sehr geehrter Herr Bürgermeister Wigant, sehr geehrte Dame, sehr geehrte Herren,

die Politik bittet uns darum, noch 3 Wochen durchzuhalten, um die Werte zu senken. Das wird in Unna leider nicht gelingen, weil die Kontrollen nicht greifen.

Noch bis später am Abend kamen die Fahrräder aus dem Bornekamp. Man fährt jetzt bewusst ohne Licht. Das aber nur am Rande. Eine Streife des Ordnungsamtes habe ich dann nicht mehr gesehen.

Die Glocken der Martin-Kirche schlugen gerade 7.00 Uhr, da war der Mitarbeiter der Stadtbetriebe Unna schon am Katzenbuckel dabei und beseitigte die Spuren des Abends/der Nacht.

An der Bank hinter den Baustellencontainern, wo die Mitarbeiter der Ordnungsamtstreife die Kameraden gesehen hatten, haben wir die Flaschen Brinkhoffs, Wodka und Whisky im Angebot. Die Kameraden waren so voll, die hätte die Streife mit der Mütze fangen können. Man war aber noch so schnell, über die Martinstraße zu türmen.

In Höhe Eingangsweg zum Kindergarten lag dann die Transporttüte, noch eine leere Flasche Wodka und für das Mixgetränk die Sinalco. Geht man den Weg hinter dem Wäldchen Martinkirche, hat man wenigstens die Müllbehälter genutzt, voller Trinkbecher im Gebüsch die bekannten harten Getränkeflaschen.

Am Rückhaltebecken kam mir dann der Mitarbeiter der SBU entgegen. Wir kamen ins Gespräch und ich habe ihn gebeten, auf der Rückfahrt doch bitte hinter dem Bereich Container und Martinstraße zu schauen. Er wollte sich entschuldigen, da hätte er nicht gesehen. Ich habe abgewunken, alles in Ordnung. Er hätte einen klaren Auftrag, sich mehr um die Sauberkeit um die Bänke zu kümmern. An der Martinstraße hätte er gar nicht geschaut. Meine Antwort: Wenn sie jetzt noch die Straßen reinigen wollen, sind Sie heute Abend noch nicht zu Hause.

Ich habe mich für seine Arbeit bedankt und ihm ein schönes Wochenende gewünscht.

Wenn man sich dann noch den Platz am Versickerungsbecken anschaut, ein schönes, dunkles Plätzchen, Mülleimer voll, der Flaschensammler heute Morgen kann sich über einen Kasten Brinkhoffs freuen. Alle Orte sind bildlich dokumentiert.

Alles das will die Streife nicht gesehen haben? Der Bericht wäre einmal interessant. Die Treffen haben sicherlich alle unter den Coronaschutzmaßnahmen, Abstand und Maske stattgefunden. Aber Alkohol desinfiziert ja auch!

Ich wiederhole mich, sehr geehrter Herr Bürgermeister:

Der Kümmerer, die „arme Socke“ steht wieder am Ende der Kette, weil vermutlich beim Amt für Sicherheit und Ordnung die Strukturen für eine veränderte Zeit nicht mehr stimmen. Personalabbau bei den SBU, und die sollen es am Morgen danach richten. Eine schlechte, ungerechte Verteilung.


Herrn Peters (Leiter der Stadtbetriebe Unna) kann ich nur einen Tipp aus der Wirtschaft geben. Die innerbetriebliche Verrechnung. Zahlt zwar weiter der Steuerzahler, aber Sie können daraus Personal finanzieren.

Im Konzern gab es die Kostenstellenplanung, die Kostenstellenrechnung und das Kostenstellencontrolling. Jeden Monat bekam man die Listen und durfte sie durcharbeiten. Da wurden Freundschaften zu Feindschaften, was dann angeblich andere Abteilungen für zusätzliche Leistungen erbracht hatten. Da wäre die normale Mülleimerleerung, aber die zusätzliche Reinigung durch Vermüllung und Vandalismus würden z.B. dem Ordnungsamt in Rechnung gestellt. Sie glauben gar nicht was das für eine Disziplin und ein Kostenbewusstsein ausgelöst hat.

Sicherlich möchte man auch in der Zeit der kommenden Dezernatsumstellung keine Veränderung vornehmen. Der Herr von der Heide (neuer Ordnungs- und Rechtsdezernent) wird sich sicherlich auch erst ein Bild machen wollen.

Ein „weiter so“ kann ich mir nicht vorstellen. Da wird Arbeit und hoffentlich Mitarbeit auf ihn zukommen. Warten wir den heutigen Samstagabend ab, ich hoffe der Außendienst hat aus dem gestrigen Abend gelernt.“

UPDATE Sonntagmorgen – ein dickes Lob: „Es geht doch!“

Getreu nach dem Motto „Es geht doch!“ ließ der kritische Bornekamp-Aufpasser am Sonntagmorgen ein dickes Lob folgen:

„Mit zunehmender Dunkelheit und, mit Blick auf die Uhr, dem beginnenden Ausgangsverbot sah man den Streifenwagen des Ordnungsamtes. Das mit einer Präsenz und Ausdauer, die ich noch nicht erlebt habe.

Der Bornekamp wurde aus allen Himmelsrichtungen kommend mehrfach bestreift, das in aller Tiefe der bekannten Hotspots. Die Profis der Unna er Polizeiwache hätten das nicht besser machen können. Es geht doch! In der Fußballsprache würde man sagen, die Mannschaft kam nach der Halbzeitpause und Ansprache des Trainers wie ausgewechselt auf den Platz.

Meine Hochachtung an den Fahrer für seine Fahrkünste. Von der Martinkirche kommend durch die enge Martinstraße an den Baustellen-Container, wieder in den Parkweg einbiegend, das schaffen manche Radfahrer nicht. Unterstützend mit der tollen Halogen-Zusatzbeleuchtung vom Dach des Fahrzeuges. Die Anwohner hätten das Licht im Zimmer ausmachen und hätten dann noch die Zeitung lesen können.

Der Erfolg: disziplinierte Jugendliche und ein sauberes Naherholungsgebiet am Sonntagmorgen. So kann man doch auch Spaß haben.

Zufrieden zeigte sich auch heute Morgen der Mitarbeiter der Stadtbetriebe Unna auf seiner Reinigungstour. Er konnte sich fast nur auf die Leerung der Müllbehältnisse konzentrieren.

Die Kartons der Familienpizzen lagen gezielt am Müllbehältnis. Nur an einer Bank, am Katzenbuckel, herrschte noch das „Ex und Hopp-Prinzip“.Da hatte man wohl übersehen, dass direkt neben der Bank das Müllgefäß stand.

So konnte der Mitarbeiter mit einem Lächeln im Gesicht zum nächsten Reinigungsrevier stadteinwärts fahren. Da kann man nur hoffen, dasser es dort auch so sauber antraf.“

1 KOMMENTAR

  1. Mal ehrlich…
    Verantwortung zu übernehmen heißt für mich nicht nur, dass man akribisch erfasst und kritisiert, sondern dass man vielleicht auch mal selbst eine Mülltüte in die Hand nimmt, sich Handschuhe anzieht und einfach mithilft. Ich habe das auf einem Spaziergang mit meiner Familie im Bornekamp schon so gemacht. Es tut nicht weh und man ist an der frischen Luft. Und am Ende hat man die Ordnung, die man haben will. Durch TUN, nicht durch das bloße darüber Reden (was ja immer sehr einfach ist). Dass man nie alle vom eigenen Ordnungssinn überzeugen wird, sollte klar sein. Aber einfach mal selbst mit gutem Beispiel voranzugehen und ein Zeichen zu setzen, statt immer gleich nach (anderen) Verantwortlichen zu rufen, ist gar nicht so schwer.

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