Nach schwerer Brandstiftung am Beethovenring Ermittlungen wegen Mordversuchs

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Symbolbild Feuer, Quelle Pixabay

Er schüttete Brandbeschleuniger in seinem Zimmer aus und entfachte ein Feuer. Zum Glück kam niemand dabei zu Schaden. Mit viel Glück, wie Staatsanwaltssprecher Henner Kruse unserer Redaktion am Freitag (12. März) auf Nachfrage erklärte.

Nach dem Brand in einem Mehrfamilienhaus am Beethovenring in Unna am frühen Donnerstagmorgen (wir berichteten) ermittelt die Staatsantwaltschaft jetzt wegen versuchten Mordes. Der Bewohner der Brandwohnung war noch in der Nacht von Einsatzkräften der Kreispolizei Unna unter dringendem Verdacht festgenommen worden, das Feuer gelegt zu haben.

Dieser Verdacht hat sich nun erhärtet.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Dortmund wurde der 40-Jährige am heutigen Mittag einem Richter am Amtsgericht Unna vorgeführt. Der schwerwiegende Vorwurf: versuchter Mord in Tateinheit mit schwerer Brandstiftung.

Der Richter ordnete die einstweilige Unterbringung des Mannes in einer forensischen Einrichtung an.

Auf Nachfrage unserer Redaktion schilderte Staatsanwaltsprecher Henner Kruse die bisher bekannten Hintergründe der Brandstiftung.

Demnach befindet sich das Haus im Eigentum des Vereins „Gemeinsam Leben“. Dort sind wohnungslose Menschen untergebracht, so Kruse. Unter ihnen war auch der festgenommene 40-Jährige, laut Kruse ein deutscher Staatsbürger. Es gebe Erkenntnisse, dass der Mann psychisch krank sei.

„Er war bereits in der LWL-Klinik untergebracht“, berichtet der Staatsanwalt. „Demnach leidet er an einer paranoiden Psychose. Diese ist nun augenscheinlich wieder akut ausgebrochen.“

Nach den bisherigen Ermittlungen hatte der 40-Jährige Brandbeschleuniger in seinem Zimmer ausgeschüttet, vermutlich Benzin, so Kruse, und so das Feuer entfacht. „Ich habe mein Zimmer in Brand gesetzt“, habe er im Verhör ausgesagt und sich über die Gründe in Stillschweigen gehüllt.

Laut dem Brandsachverständigen war es durch das Feuer zu einer Verpuffung gekommen. Einige Dachziegel fielen vom Haus, eine Wand wurde leicht eingedrückt. Ein Mitbewohner wurde dadurch wach, so dass sich alle 8 Hausbewohner rechtzeitig aus dem Gebäude in Sicherheit bringen konnten.

So kamen mit Glück keine Menschen zu Schaden, auch ein Übergreifen des Feuers auf umliegende Häuser konnte durch schnelles Eingreifen der Feuerwehr verhindert werden.

Wie lange der 40-Jährige in der Forsensik untergebracht bleibt, konnte Henner Kruse nicht sagen. „Er wird dort jetzt gründlich untersucht, zugleich laufen die Ermittlungen weiter.“ Gegen die einstweilige Unterbringung in der Forsensik könne der Mann indessen Rechtsmittel einlegen.

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