Inzidenz weit unter 50 – Was macht Münster besser als der Kreis Unna?

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Münster - Symbolbild Pixabay

Erstmals seit Monaten hat sich der Kreis Unna auf der Coronalandkarte des Robert-Koch-Institutes (RKI) am heutigen Mittwoch, 27. 1., wieder von Dunkel- auf Hellrot umgefärbt. Die 7-Wochen-Inzidenz ist wieder zweistellig – knapp unter 100 liegt sie, was sich als Trend jetzt noch verstetigen und abwärts fortsetzen muss.

Aufgehellt präsentieren sich auch die Nachbarn Dortmund und Märkischer Kreis, überhaupt wird es sichtlich lichter auf der Landkarte für NRW. So richtig ins Auge sticht jedoch ein knallgelber Farbklecks nördlich des Kreises Unna – Münster.

Dort herrschen coronamäßig Verhältnisse, von denen der Kreis noch einigermaßen weit entfernt ist und von dem stärker betroffene Regionen (auch Hamm ist nach wie vor dunkelrot) nur träumen können. Eine Wocheninzidenz von weit unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner hat sich in Münster verstetigt.

Screenshot_2021-01-27 RKI COVID-19 Germany2

Auch Rundblick-Leser realisierten den kanariengelben Fleck nördlich des Kreisgebiets und fragten: „Was macht Münster anders, was läuft dort besser als bei uns?“

Screenshot_2021-01-27 Corona-Meldelage – LZG NRW

Darauf gibt der Münsteraner Krisenstabschef Wolfgang Heuer in einem Gespräch mit Focus.de einige Antworten, die wir hier stichwortartig zusammenfassen:

  • Auffallend hohe Disziplin bei den Bürgern – Abstand halten oder Maske tragen sei selbstverständlich;
  • dies bedingt durch hohe Identifikation der Münsteraner mit ihrer Stadt;
  • ständige Überprüfung und Anpassung der aktuellen Maßnahmen von einem Krisenstab, in dem neben Gesundheitsamt und Ärzten z. B. Pflegeeinrichtungen oder auch Hilfsorganisationen vertreten sind;
  • Münster führte als erste Großstadt NRWs schon im April vorigen Jahres eine Maskenpflicht ein;
  • lokale Anti-Corona-Plakate wurden durch die Stadt aufgehängt, um die Bürger zu informieren und zu sensibilieren.
  • Und: Es gab spezielle Schulungen für viele neue Mitarbeiter im Gesundheitsamt – im Besonderen für die Kontaktnachverfolgung.

„Das hat dafür gesorgt, dass in Münster Infektionsketten auch bei höheren Inzidenzwerten nachverfolgt werden konnten und können“, wird der Krisenstabschef zitiert. „Die Situation geriet nie außer Kontrolle.“

Jedoch: Das könne sich „jederzeit und auch kurzfristig wieder verschlechtern“.

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